Nieuw Statendam – Kalimera Tunis

In der Nacht haben wir die Uhr eine Stunde zurückgestellt. Willkommen in Afrika…

Und was für ein Empfang: Beim Einlaufen in La Goulette um kurz nach 6.00 Uhr erwarten uns bereits eine Musikgruppe sowie einige Kamele. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich bin in diesen Momenten nie ganz sicher, ob ich in Anbetracht des Spektakels dankbar oder peinlich berührt sein sollte…

Großer Bahnhof in La Goulette. Auch das Terminal Gebäude ist neu und sehr landestypisch

Zeitig um 8:15 Uhr verlassen wir das Schiff. Erstens haben wie viel vor, zweitens soll es heute heiß werden und drittens müssen wir im Terminal noch eine- Impf- und Passkontrolle passieren. Tatsächlich geht das aber ganz schnell und fast ebenso schnell sitzen wir in einem Taxi Richtung Altstadt. Die Taxi Preise sind hier fix. Für eine Tour, die die Medina, Karthago und Sidi Bou Said umfasst, zahlt man insgesamt 65 €. Wir wollen allerdings auf Karthago verzichten. Hier sind sich alle drei Generationen einig ;-).

Die Medina (Altstadt) von Tunis ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte der islamischen Welt. Nicht zuletzt deshalb gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir waren erst ein Mal in La Goulette. Damals war unser Sohn drei Monate alt und der Ausflug in die Stadt erschien uns unangemessen. Heute lernen wir, dass die Taxifahrt nur gut 15 Minuten dauert und mit unserem eloquenten (Französisch!) Taxifahrer sehr kurzweilig ist. Dabei erhaschen wir auch einen Blick auf die Neustadt, die einen recht modernen, europäischen Eindruck macht. Unser Taxi entlässt uns an einem sehr pariserisch anmutendem Boulevard am Haupteingang der Medina, dem ehemaligen Stadttor Bab El Bhar. Nun haben wir 1,5 Stunden Zeit, uns durch die Medina treiben und das orientalische Flair auf uns wirken zu lassen.  

Hier gibt es feste Taxipreise

Zentrum der malerischen Altstadt ist die imposante Zitouna Moschee. Um sie herum kann man sich in einem Gewirr von überdachten Gassen in den unterschiedlichsten Souks verlieren. Ob Schmuck, Teppiche, Gewürze, Kleidung oder Souveniers – wer will, kann hier viel Geld ausgeben. Wir lassen uns lieber von den schönen Palästen, Häusern, bunten Türen, charmanten Plätzen und Gassen verzaubern. Auch das Minarett der Moschee Hammouda Pacha hat uns sehr beeindruckt. Die 90 Minuten vergehen wie im Flug, und schon ist es Zeit zu unserem zweiten Ziel aufzubrechen: Sidi Bou Said.

Die Zitoune Moschee
Die Hammouda Moschee

Um ehrlich zu sein: ich hatte bis dato noch nie von Sidi Bou Said gehört. Im Reiseführer haben wir gelesen, dass es ein wenig an Santorin erinnert und ein unbedingtes Muss bei einem Besuch in Tunis ist. Griechenland in Afrika? Das hat uns natürlich neugierig gemacht. Auf unserer Fahrt passieren wir Karthago, was neben der bekannten Ausgrabungsstätte heute vor allem auch ein mondäner Villen-Vorort von Tunis ist. 

Huch, sind wir in Santorin?

In Sidi Bou angekommen sind wir hin und weg. Tatsächlich sind hier alle Häuser in weiß-blau gehalten und meist sehr liebevoll hergerichtet. Architektur und Hanglage geben dem Örtchen den Flair einer Mischung aus Mykonos und Santorin. Sehr schön! Damit haben wir heute so gar nicht gerechnet. Die Temperaturen sind ebenfalls wie im griechischen Hochsommer. Daher suchen wir uns ein schattiges Kaffee und lassen das Ambiente auf uns wirken.

Ein Blick auf das Meer
Mykonos?

Nach mehr als vier Stunden haben wir so viele Eindrücke gesammelt, dass sich unser Mehrgenerationenteam auf den Heimweg macht. Das schöne und im maurischen Stil gestaltete Kreuzfahrtterminal erreichen wir ermattet aber sehr happy. Nach einem Mittagssnack würden wir uns gerne im Pool abkühlen und ein wenig chillen (wie unser Sohn sagen würde).              

Leider muss das ins Schiffsinnere verlegt werden, denn am frühen Nachmittag geht ein heftiges Gewitter nieder. Damit hatten wir heute gar nicht gerechnet – ausgerechnet in Tunesien! Nach den Tagen voller Sonne haben wir nun Zeit, Liegengebliebenes aufzuarbeiten und etwas Ordnung in unsere doch recht kleine Kabine zu bringen. Außerdem kann man mal in Ruhe durch das Schiff bummeln, was wir bis dato noch gar nicht so richtig gemacht haben. Der Tag war schon so sonnig und ereignisreich, dass wir uns gar nicht am Regen stören.

Heute schauen wir uns mal im Schiff um: Hier das Explorations Café

Heute essen wir wieder im Hauptrestaurant. Das Essen hier ist wirklich recht lecker und kommt bei Groß und „Klein“ gut an. An normalen Tagen kann man – wie wohl fast überall – eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert wählen. An Galaabenden gibt es zusätzlich noch eine weitere Vorspeise. Besonders positiv fällt uns auf, dass die Hauptgerichte immer schön heiß auf den Tisch kommen. Das kennen wir von anderen Schiffen durchaus anders.

Heute Abend ist es ganz schön stürmisch auf unserem Balkon. Trotzdem lassen wir uns den Absacker nicht entgehen. Der Tag hat uns alle mehrfach überrascht. Wir alle hatten Tunis als Kreuzfahrtziel deutlich unterschätzt und wir sind froh der Hitze auf unserem gelungenen Ausflug getrotzt zu haben. In der Nacht stellen wir die Uhr wieder vor und lassen uns im Schlaf nach Olbia chauffieren…

I’ll keep you posted!

Herzlichst,

Eure Irmela

P.S. Diese Kreuzfahrt haben wir Ende Mai gemacht und berichten jetzt im Rückblick.

4 thoughts on “Nieuw Statendam – Kalimera Tunis”

  1. Moin Irmela!
    Was für ein toller Ausflug!!!
    Leider war ich bisher in „Städten“ noch nicht! Wäre aber eine Reise unbedingt wert ! 😉 Toller Bericht wieder!
    Liebe Grüße 🙋🏻

  2. kreuzfahrt-begeistert.de begeistert mich nach wir vor auf der ganzen Linie, liebe Imelda. Deine erfrischenden Schilderungen sind ebenso informativ, ehrlich wie süffig! Als schon etwas älterer (81) aber noch immer intensiver Kreuzfahrer freue ich mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.

  3. Hallo Irmela,
    auch wir waren damals vor 20 Jahren noch mit der Costa Viktoria begeistert von Sibi Bou Said. Hab ein Foto von damals hochgeladen.
    Ganz liebe Grüße
    Andrea Schwind

  4. Vielen Dank Euch allen für die lieben Kommentare.

    @Andrea: Das Foto ist wirklich sehr schön und ich könnte gleich schon wieder los… 😉

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