Back-to-Back nach Papua Neuguinea

Wie oft habt Ihr Euch am Ende einer Kreuzfahrt schon gewünscht, einfach weiterfahren zu können? Wir haben es Freitag endlich mal getan…

Falls Ihr selber schon mal das Vergnügen hattet, werden Ihr mir zustimmen: zwei Kreuzfahrten hintereinander sind ein Traum! Stellt Euch vor, fast alle Passagiere bekommen ihre Ausschiffungsunterlagen, packen, stellen die Koffer vor die Tür und steigen aus… Aber Ihr selbst bleibt einfach an Bord. Ein SENSATIONELLES Gefühl ;-)!. Wir hatten unsere Kabine so gewählt, dass wir sie für beide Fahrten belegen konnten. So mussten wir nicht umziehen. Allerding wollte P&O, dass wir am Ausschiffungstag ab 11.00 Uhr von Bord gehen. Nach 14.00 Uhr durften wir dann ganz offiziell wieder neu einchecken – ganz so, als wären wir noch gar nicht an Bord gewesen. Auch zum Drill mussten wir natürlich wieder antreten. Aber das Kofferauspacken und Neuorientieren konnten wir uns natürlich gepflegt sparen und gleich zum gemütlichen Teil übergehen ;-).

Zwei Karten, zwei Reisen, ein Traum 😉

Angeblich sind mit uns noch 147 weitere Passagiere (von rund 1.400) back-to-back auf dieser Reise dabei. Es ist schon erstaunlich, wie sich der Rhythmus eines Schiffes durch die Zusammensetzung der Passagiere verändern kann. Mal hat man mehr oder weniger Frühaufsteher, „Draußenesser“, Kinder, Fitnessstudionutzer, Gruppenreisende, Partymacher, Poollieger etc. an Bord. Es kann also sein, dass das Kreuzfahrterlebnis sich von Fahrt zu Fahrt auch unabhängig von Wetter und Zielen allein durch die Vorlieben der Mitreisenden verändert. Wir fühlen uns aber weiterhin sehr wohl und haben uns gut mit der neuen „Crowd“ angefreundet.

Ein leeres Promenadendeck für meditatives Spazierengehen im Sonnenuntergang

Gestern hatten wir einen entspannten Seetag, an dessen frühen Morgen wir die Mondfinsternis leider nicht sehen konnten, da die Sonne schon aufging und der Horizont voller Wolken hing. Heute sind wir dann endlich in Papua Neuguinea – oder wie man hier sagt PNG (sprich Pi En Dschji) –angekommen. Erster Hafen ist Alotau, das Zentrum der Provinz Milne Bay auf dem Festland von PNG. Bei der Ankunft wurden wir nicht nur von tropischen Temperaturen und Regenwald begrüßt. Direkt am Schiff tanzten für uns auch einheimischen Tänzer in traditioneller Kleidung, begleitet von Trommelmusik. Das war schon recht exotisch.

Landestypische Volklore zur Begrüßung

Man kann sich hier gleich am Schiff einen lokalen Führer nehmen und sich für rund 30 AUD oder 60 Kina (so heißt die Landeswährung) zu den Highlights der Region fahren lassen. Dazu zählen unterschiedliche Märkte, kleine Dörfer, ein Aussichtspunkt, mehrere Gedenkstätten des 2. Weltkriegs und heute auch ein Kulturfestival. Die Reederei bietet ähnliche Ausflüge an. Wir waren darauf vorbereitet, dass Alotau nicht das Highlight der PNG-Ziele werden würde. Deshalb haben wir uns ohne große Erwartungen aber guter Dinge selbst und zu Fuß auf den Weg gemacht. Heute, am Sonntag, sind fast alle Geschäfte geschlossen. Wir konnten aber ganz entspannt durch den Ort schlendern, einen kleinen Markt besuchen und den Menschen bei ihren Sonntagsaktivitäten – wie einem Freiluftgottesdienst oder diversen Sportaktionen – zusehen.

Holzhäuser im Regenwald, Bananenbäume und Palmen, aber auch Geschäfte, Schulen und Tankstellen

Für uns ist es immer wieder faszinierend, in welche speziellen Regionen wir mit einem Schiff reisen können. Gäbe es keine Kreuzfahrten, würden wir niemals so viel von der Welt entdecken. Man muss sich nur mal vorstellen, wo auf dem Globus wir uns gerade befinden! Wenn Alotau auch nicht der spannendste Zielhafen ist, war es ein guter Start in unsere PNG-Entdeckungsreise. Alle Menschen, die wir heute an Land gesprochen haben, waren super freundlich und hilfsbereit, und die Kommunikation auf Englisch war kein Problem. Morgen könnte das anders werden. Dann setzen wir unsere Entdeckertour auf den exotischen Trobriand Inseln fort und sind auf der kleinen, sehr ursprünglichen Insel Kitava zu Gast. Darauf sind wir schon sehr gespannt. Wenn ich mich auch von dort irgendwie werde melden können, gilt wie immer:
I’ll keep you posted!

Herzlich,

Eure Irmela

P.S.: An dieser Stelle lieben Dank für Eure netten Kommentare und Wünsche. Leider komme ich von hier aus kaum dazu sie alle zu lesen, geschweige denn zu beantworten. Zuhause werde ich noch ein paar der schönsten Bilder und Geschichten nachreichen.

 

9 thoughts on “Back-to-Back nach Papua Neuguinea”

  1. Doch Irmela , so einen riesigen Urlaub ans andere Ende der Welt geht auch ohne Schiff. Meine B ekannte machte das mit Hilfe von Fliegern und Leihwagen. Die war dann mal drei Monate weg. Und weil es so schön war , ein Jahr später nochmal. Sie ist keine Rentnerin sondern eine Bankkauffrau Euch weiterhin gute Fahrt

  2. Hallo Irmela!
    Oh Mann, da hatte ich doch tatsächlich schon gedacht, die schöne Zeit wäre schon wieder vorbei! Wie gut, das ich das falsch verstanden hatte! Es ist gerade mal vier Wochen her, das ich dachte: Nee, ich gehe einfach noch nicht von Bord. War nicht nur das Schiff, sondern besonders die tolle Gegend die ich mir ansehen durfte. Hätte locker mindestens noch eine Woche gekonnt! Gnadenlos wurden wir in Kiel wieder ausgeschifft.
    Man gut, das du noch reisen kannst und das in einem Land voller Gegensätze, toller Landschaft und Kultur. Bin daher sehr gespannt, was du noch alles erzählen kannst und welche Fotos du mitbringst. Der erste Teil war wirklich sehr gelungen und macht neugierig auf mehr und weckt den Wunsch, selbst einmal hinzureisen. Egal von dort oder wieder von hier, ich reise mit euch gerne mit!!!
    Liebe Grüße in die Ferne!
    Tschüss, Kerstin 🙋🏻
    Euch allen noch einen schönen Sonntag!

  3. Hallo zusammen,

    hatte die letzte Woche kaum Zeit hier mitzulesen und jetzt einiges aufzuholen 😉
    Dir Irmela und deiner Familie noch eine wunderschöne Zeit auf dem Schiff. Bin schon gespannt, was ihr noch alles erlebt 🙂
    Ich hab es mal mit Fotos von der MoFi versucht.

    1. Hallo Michaela!
      Tolle Fotos! Ich hatte auch Glück, aber meine Beweisfotos sind leider nichts geworden! Macht aber nichts 😉!
      Ganz liebe Grüße, Kerstin 🙋🏻

  4. Ich wollte eigentlich auf die Sternwarte, aber da war so ein Andrang, das wir es nicht rauf geschafft haben. Dann haben wir die MoFi ganz gemütlich von zuhause beobachtet. Die ISS haben wir aber nicht entdecken können.

    VG an alle
    Michaela

  5. Hallo Irmela,

    Danke für deine Berichte und die schönen Fotos! Es ist schon faszinierend, wie relativ bequem und in kurzer Zeit man heute an das andere Ende der Welt reisen kann. Aber genau so eindrucksvoll ist es für mich, die noch in einer vollkommen anderen Medien- und Kommunikationswelt aufgewachsen ist und das ist soooo lange auch nicht wieder her 😉 man diese Distanz von dort zu uns überbrücken kann. Alles erscheint heute so selbstverständlich, wahrscheinlich auch z. B. für Deinen Sohn, der sich das gar nicht anders vorstellen kann.
    Auf meiner ersten Kreuzfahrt 1995/1996 gab es weder Handy/Smartphone/Tablets und 1 Minute per Satellitentelefon im öffentlichen Telefonhäuschen auf dem Schiff kostete 20,– DM – klar, dass mein Mann den Sekundenzeiger an seiner Armbanduhr im Blick hatte und mir Zeichen gab. Einen Telefonanruf gab es auch nur einmal auf dieser 12-tägigen Reise und das auch nur, weil Weihnachten war und die Eltern zu Hause darauf warteten. Die Postkarten kamen sowieso erst Wochen nach einem an. Alles kaum noch vorstellbar, aber wir haben es tatsächlich überlebt;-)
    Aber schön, dass es heute anders ist und wir alle an der Welt teilhaben können, gerade für Menschen, die aus gesundheitlichen/finanziellen Gründen nie so etwas erleben können.
    Und da ich dorthin, wo Du gerade mit Deiner Familie bist, wahrscheinlich niemals hinkommen werde, bin ich schon weiter auf Deine Berichte gespannt und lasst es Euch gut gehen…

    Viele Grüße
    Helga E.-D.

  6. Hallo Irmela,
    das Erlebnis, auf dem Schiff bleiben zu dürfen, wenn ein Großteil der anderen Passagiere das Schiff verlässt, hatte ich auch gerade. Ich habe an meine Ostseekreuzfahrt auf der Queen Victoria noch die Kurzreise von Kiel nach Southampton angehängt. Hat schon was. Anders als Ihr war bei uns allerdings auch ein Kabinenwechsel angesagt, wobei der zum größten Teil von den Kabinenstewards erledigt wurde. Und richtig gut geregelt war die Sache mit dem neuen Bordausweis. Der lag am letzten Tag der ersten Reise in der Kabine und wir brauchten am nächsten Tag nur mit dem alten das Schiff verlassen und mit dem neuen wieder an Bord gehen.

    Ich wünsche Euch noch eine wundeschöne weitere Reise
    Karsten

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