Celebrity Apex – unser Fazit

Celebrity selbst nennt die Schiffe der Edge-Klasse „Gamechanger“ und bezeichnet sie als neue Dimension in der Kreuzfahrt. Ob das stimmt…?

Also, um das mal vorwegzunehmen: Unsere Vorbehalte gegenüber der Apex haben sich zum großen Teil bestätigt, aber wir hatten trotzdem eine großartige Zeit. Warum, werdet Ihr im Laufe dieses Textes verstehen.

Grundsätzlich sind wir beim Thema Kreuzfahrt relativ genügsam, wenn man das bei einer Kreuzfahrt überhaupt so sagen darf. Der Weg ist das Ziel, und das Meer unsere Sehnsucht. Dazu brauchen wir eine ausreichend große Kabine für Drei, einen eigenen Balkon, Möglichkeiten um (bestenfalls) zu Wunschzeiten draußen zu essen, selbstbestimmte Landgänge, Programm für Jugendliche und Platz auf den Außendecks zum Schwimmen, Sporttreiben und Entspannen. Das haben wir hier alles vorgefunden. Aber nun im Detail:

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Ambiente

Das Schiff ist sehr modern, aber trotzdem irgendwie zum Wohlfühlen eingerichtet. Alle Restaurants folgen einem unterschiedlichen Stil und auch im öffentlichen Bereich findet man von pinken Puschels und bunten Stühlen bis zu coolen Sitzgruppen alles, was das Desinger-Hirn sich ausdenken kann. In der Summe hat es uns sehr gut gefallen, auch, wenn das eine oder andere schon etwas speziell war. Unser Lieblingsplatz? Ganz klar die Sunset-Bar – wie fast auf allen Celebrity Schiffen 😉 und unser großartiger Balkon.

Die Plaza

Kabine

Unsere Sunset Veranda Kabine am Heck des Schiffes war ausreichend groß für uns drei. Der Schrankplatz war nicht übermäßig, aber da wir insgesamt drei Wochen unterwegs waren (mit Vor- und Nachprogramm) hatten wir sicher auch zu viel dabei ;-). Alles war modern, zweckmäßig und schick. Auch das Bad war sehr schön, es gibt allerdings keine Wäscheleine. Der Balkon war super, schön groß und durch sein Dach hatten wir keine Probleme mit Ruß.

Was die Klimaanlage betrifft, so kommt sie direkt über dem Bett raus und ist nicht abzustellen. Man kann lediglich die Temperatur regulieren. Wer dieses Problem nicht durch Abkleben oder Tücher beheben möchte, kann es wie wir machen: Wenn man die Balkontür etwas offen lässt, geht die Klimaanlage aus. Es kann dann nachts auch schon mal etwas lauter oder wärmer werden…, aber immerhin schläft man mit Meeresrauschen. Unterm Strich eine gute Kabine.

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Unsere Kabine

Infinity Veranda

Diese Kabine mit dem besonderen „Wintergartenfenster“ ist das Markenzeichen dieser Schiffsklasse. Wir konnten eine unbewohnte Kabine besichtigen und unsere ganz persönliche Meinung dazu: Für Menschen, die gerne in klimatisierten Räumen leben, ist das vielleicht ein attraktives Angebot. Auch für Alaska-Reisen oder ähnliche Schlechwettergebiete kann es zweckmäßig sein. Auf uns wirkt es allerdings beklemmend. Wir wollen nicht nur sehen, sondern auch fühlen. Ein richtiger Balkon ist für uns ein Muss. Vermutlich sehen das viele Europäer ähnlich. Unsere These: Diese Schiffsklasse wird es bei Europäern schwer haben. Aber vielleicht freuen sich Freunde klimatisierter Räume, dass sie die Welt quasi hinter einer Glasscheibe an sich vorbeiziehen lassen können…

Die Infinity Veranda hat uns nicht überzeugt. Man hat einfach kein Balkongefühl

Essen/Restaurants

Wir sind keine ausgesprochenen Gourmets. Unser Anspruch an Essen im Urlaub ist überschaubar: sich an den gedeckten Tisch setzen und frisch, lecker, abwechslungsreich sowie halbwegs gesund essen – und das nach Möglichkeit draußen, denn drinnen sitzen wir in Hamburg mindestens acht Monate im Jahr. Das alles und sicher noch viel mehr geht wunderbar auf diesem Schiff. Es gibt vier unterschiedlich gestaltete Hauptrestaurants und zahlreiche zusätzliche Dining Options, die vermutlich eine gute Küche bieten, deren Qualität wir nur selber nicht getestet haben. Wir haben tatsächlich ausschließlich draußen im Oceanview Café gegessen und fanden das Buffet zu jeder Tageszeit abwechslungsreich und qualitativ hochwertig. Daumen hoch!

Das Oceanview Restaurant: Draußen, lecker und immer mit dem besten Blick

Crew

Wie auf amerikanischen Schiffen üblich war die Crew sehr zuvorkommend und freundlich. Das „Service-Gen“ wird hier doch etwas mehr gepflegt als bei den Europäern. Speziell bei dieser Reise merkte man der Crew allerdings auch an, dass sie froh war, wieder arbeiten zu dürfen. Gleich als wir an Bord kamen, standen Crewmitglieder Spalier und klatschten. Das fühlte sich sehr ehrlich und erleichtert an…

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Die Crew hat hier ein großes Herz

Außenflächen

Hier kommt unser größtes Fragzeichen: Wir waren auf dieser Reise noch nicht einmal 800 Passagiere auf einem Schiff, das für knapp 3.000 Gäste ausgelegt ist. Es hat sich auch zu keiner Zeit voll angefühlt. Allerdings möchte ich mir nicht vorstellen, was an Deck los ist, sollte das Schiff voll belegt sein. Keine Frage: Der Pool ist groß und die Fläche um ihn herum beachtlich, aber natürlich nicht ausreichend. Knapp ein Drittel des oberen Decks ist als „The Retreat“ den Suiten-Gästen vorbehalten. Diese Fläche scheidet für „normale“ Passagiere schon mal aus. Quer durch die öffentlichen Liegeflächen dieses Decks zieht sich zudem der Joggingtrack (siehe nächster Punkt). Ein Interessenkonflikt zwischen Sportlern und Sonnenanbetern an Seetagen ist da vorprogrammiert. Weitere Außenflächen gehen für den Rooftopgarden und kostenpflichtige Cabanas drauf. Schöne Bereiche, aber eben nicht einfach so für alle nutzbar. Ein Promenadendeck gibt es nicht, allerdings ein paar offene Bereiche für das Steakhouse und das Eden Restaurant. Und wenn man dann noch davon ausgeht, dass die meisten Kabinen keinen Balkon haben, fragt man sich schon, wo sich die Passagiere an Seetagen aufhalten sollen. Draußen offensichtlich nicht unbedingt.

Magic Carpet

Dieser kuriose Außenaufzug ist ein wichtiges Merkmal der Edge-Klasse. Tatsächlich macht er das Tendern schöner, denn man kann aus einem repräsentativen Empfangsbereich, dem Destination Gateway, ein- uns aussteigen. Egal, ob man das Schiff im Hafen oder auf See verlässt, geht man immer durch denselben recht ansprechend gestalteten Bereich. Ob man den Magic Carpet aber als Bar, Restaurant oder Eventfläche braucht, ist fraglich. Ich persönlich finde diesen orangenen Kasten am Schiff optisch störend, weil nicht schiffs-like. Aber das ist sicher Geschmackssache. Wenn er einen Glasboden hätte, wäre es in jedem Fall cooler… 😉

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Tendern vom Magic Carpet
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Tagsüber dient er als Bar, abends als Restaurant für besondere Anlässe

Sport

Der Außenpool (angeblich 25 Meter lang) ist wunderbar und der Jockingtrack, der sich in Form einer Acht über zwei Etagen zieht auch. Letzterer wird aber an Seetagen vermutlich nur zu ausgesprochenen Tagesrandzeiten nutzbar sein, während der Pool auch schon auf dieser Reise oft als Location für Cocktail-Stehparties genutzt wurde. Das Fitnessstudio ist klassisch aufgebaut und sicher eine gute Alternative für die, die es mögen. Zudem werden auch in anderen Bereichen (z.B. im Rooftopgarden) Sportangebote wie Yoga etc. gemacht. Eine Tischtennisplatte gibt es auch, falls es jemanden interessiert ;-).

Corona & Hygienemaßnahmen

Mit all dem „Corona-Gedöns“ wird die Einschiffung zu einer ganz besonderen Prozedur. Wie bereits erwähnt, findet der meiste Papierkram im Vorfeld online statt, was grundsätzlich viele Vorteile bietet, sofern man die Mittel und die Nerven hat, sich damit zu beschäftigen. Vor Ort in Piräus war die Organisation dann nicht ganz so reibungslos. Was passiert zuerst, wo geht es zum Test, welche Dokumente brauche ich wo…? Aber am Ende lief dann doch alles ganz ok. Wichtig allerdings: Alle Passagiere über 12 müssen vollständig geimpft sein. Zudem wurden alle Passagiere vor der Abfahrt und bei der Ankunft (Bedingung des Einreiselandes) per Antigen-Test getestet. Die Testcrew reist an Bord mit. An Bord selbst herrscht Maskenpflicht, sobald man in Bewegung ist. Auf der Liege und am Esstisch kann man die Maske abnehmen. Wir persönlich fanden das gut umsetzbar. Ausflüge konnten, wie vor Corona, individuell oder in der Gruppe angetreten werden. Für uns ein ausschlaggebender Grund Celebrity zu wählen, da wir Ausflüge nach Möglichkeit meiden.

In Pandemiezeiten ist Treppensteigen noch sinnvoller als sonst

Unter dem Strich ein eindeutiges Fazit unsererseits: Unter Corona-Bedingungen, d.h. mit nur geringer Auslastung, ist die Apex ein Traumschiff für uns, sofern wir eine der wenigen Balkonkabinen ergattern können. Im Normalbetrieb würden wir sie allerdings nicht buchen wollen, so sehr wir die vielen Annehmlichkeiten der Reederei und den besonderen Charme der Celebrity Schiffe auch schätzen. Diese wunderbare Reise kann uns allerdings keiner mehr nehmen, ich würde sie sofort wieder unternehmen und ich hoffe sehr, dass ich möglichst bald wieder von Bord eines Schiffes sein und für Euch berichten kann. Bis dahin gilt:

I’ll keep you posted!

Herzlichst,

Eure Irmela

3 thoughts on “Celebrity Apex – unser Fazit”

  1. Liebe Irmela ,

    herzlichen Dank für diesen ausführlichen und interessanten Bericht .
    Wir sind ganz Ihrer Meinung ( haben 2019 die EDGE auf einer Fahrt
    von Barcelona nach Fort Lauderdale kennengelernt )

    Herzliche Grüße

    Bernd Springer

  2. Liebe Irmela ,
    vielen Dank für Ihren interessanten und ausführlichen Beitrag . Wir stimmen voll und ganz zu .Wir haben 2019 die EDGE auf unserer Fahrt von
    Civitavecchia nach Ft.Lauderdale kennengelernt . Mit 3000 Reisenden im
    Außenbereich viel zu voll und die Musik zu laut . An die quasi Balkonkabine konnten wir uns auch nicht gewöhnen .

    Herzliche Grüße

    Bernd Springer

  3. Hallo Irmela!
    Vielen Dank für deine tollen Berichte und das Fazit zu diesem Schiff. Ich denke, ich könnte mich ebenfalls mit diesem Schiff arrangieren und im Moment habe ich persönlich sowieso eher das Gefühl, Hauptsache, man hatte die Möglichkeit, gefahren zu sein. Das ging mir jedenfalls so, als ich letztes Wochenende die Gäste einsteigen sah, die in Warnemünde aufs Kreuzfahrtschiff gingen. Hätte nicht fiel gefehlt und ich wäre mit eingestiegen- so ganz ohne Koffer und Urlaub 🙈😂!
    Die Konzepte in Sachen Hygiene sind durchweg klug auf den Schiffen durchdacht und mit gegenseitiger Rücksicht sollte eine solche Reise gut machbar sein.
    Ich freue mich auf jeden Fall für euch, das ihr die Möglichkeit dazu hattet!
    Ich wünsche mir das dieser positive Trend weiterhin so bleibt.
    Ganz liebe Grüße!
    Tschüss, Kerstin 🙋🏻

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