Costa Deliziosa – auf ein Neues

Als wir heute aufwachen hat die Costa Deliziosa schon angelegt. Aber wo sind wir bloß…?

Anders als bei unserer Einschiffung, als das Schiff direkt im Stadtzentrum von Triest lag, finden wir uns heute im Containerhafen wieder. Wie wir später erfahren, findet in Triest heute ein großes Segel-Event statt, und es war Costa daher nicht möglich, am alten Liegeplatz festzumachen. Glück für uns, dass wir heute nicht abreisen, denn alle ausschiffenden Passagiere müssen in einer recht aufwändigen Shuttlebus-Operation zum anderen Terminal gebracht werden. Hier im Hafen liegen auch die Enchated Princess sowie zwei Viking Schiffe und warten auf bessere Zeiten. Dies sollen noch lange nicht die letzten passagierlosen Schiffe sein, die uns unterwegs begegnen. Ein Jammer…

Costa-Crewmitglieder werfen einen nachdenklichen Blick auf die aufliegenden Schiffe nebenan

Wir wollen heute das leere Schiff genießen. Spätes Frühstück, Tischtennis, Gym, Pool, Whirlpool… alles haben wir für uns. Es sind zwar außer uns noch ein paar andere Passagiere, die back-to-back fahren, aber die fallen hier überhaupt nicht ins Gewicht. Wir hätten heute auch einen organisierten Ausflug machen können. Aber die von uns im Ausflugspaket angepeilte Klippenwanderung wurde, wie gesagt, leider gestrichen. Alternativ stand nur ein Standrundgang zur Verfügung. Und den haben wir vor der Einschiffung schon auf eigene Faust gemacht. Dabei sei nochmals betont, dass Triest und das Umland wirklich wunderschön sind. Gerne wären wir nochmals auf eigene Faust rausgegangen, um am Küstenstreifen Richtung Sistiana zu wandern.

In Triest liegt das alte Stadtzentrum direkt an der Adria – wunderbar!

Von unserem Kellner haben wir schon beim Frühstück erfahren, dass wir nach der Einschiffung in Triest nur noch insgesamt 495 Passagiere sein werden, darunter allerdings ca. 200 deutschsprachige Gäste. Das Gefühl an Bord wird sich also deutlich verändern. Tatsächlich merkt man schon gegen Mittag, dass immer mehr Bundesländer Schulferien bekommen haben. Die Anzahl deutscher Familien steigt. Es freut uns, dass auch sie sich nicht von der aktuellen Situation haben abschrecken lassen. Das wirkt sich zwar ungünstig auf den allgemeinen Geräuschpegel, aber deutlich positiv auf die Stimmung unseres Sohnes aus.

Noch haben wir den Pool fast für uns

Erstaunlicherweise sind es aber oft gar nicht die Kinder, die laut und auffällig sind. So werden wir schon am Nachmittag auf einen Landsmann (und Vater zweier Kinder) aufmerksam, der unter großem Getöse mit seiner Unterhose (!) bekleidet in den Pool springt. Er hatte wohl (noch) nicht unsere Repeater Tricks gelesen und kein Badezeug im Handgepäck ;-). Als der „Unterhosen-Mann“ geht er schon heute unsere Liste der denkwürdigen Mitreisenden ein. Kennt Ihr das auch, dass man im Laufe einer Reise Menschen begegnet, die man aus den unterschiedlichsten Gründen im Gedächtnis behält? Oft kann man sich noch Jahre später an sie erinnern. Habt Ihr auch welche?

Auch ein Containerhafen kann romantisch sein

Die Ausfahrt findet heute im Sonnenuntergang statt und ist trotz des Containerhafens (oder auch gerade seinetwegen) sehr romantisch. Nun geht es also auf unsere zweite Reise und am morgigen Seetag haben wir genug Zeit, unsere neuen Mitreisenden weiter zu beobachten… 😉

I’ll keep you posted!

Eure Irmela

P.S.: Zur Erinnerung: Ausnahmsweise poste ich dieses Mal nicht live von Bord, sondern zeitversetzt. Wir sind bereits wohlbehalten wieder zuhause und waren stets sehr sicher und gesund unterwegs.

6 thoughts on “Costa Deliziosa – auf ein Neues”

  1. Moin Irmela,

    ja sowas wie euren „Unterhosenmann“ kenne ich auch. Zum Beispiel der Martin… Den hatten wir in Amerika auf unserem Bus. Der hatte diverse Male nicht mitgekriegt oder verstanden wann und wo denn das Treffen nach einem Ausflug war. Es hieß dann immer nur noch „ach, der Martin fehlt wieder“ oder „Ich bin der Martin, nä“ 😉
    Oder der Typ, der am Bug des Schiffes stand beim Sonnenuntergang und fröhlich vor sich hin schwadronierte, dass es solche Sonnenuntergänge ja auf der Ostsee eigentlich nicht gibt, sondern nur in Florida…
    Oder unser Einzelschicksal aus St. Petersburg, die nur am nörgeln waren und denen nix gepasst hat, bis unser Fahrer dann meinte, dass sie dann hätten nach Mallorca fliegen sollen. Und die Frau dann nur ganz trocken sagte: „Aber da war ich doch schon“ Meine Cousine und ich haben immer noch viel Freude, wenn wir an das Paar denken 😉
    Ich habe jetzt endlich aufgeholt mit deinen Berichten und freue mich schon darauf wie es weiter geht!
    LG Michaela

  2. Gibt es eine Reise ohne „Unterhosenmänner/-frauen“ 😉 Sie nerven, aber sie tragen auch zur Unterhaltung bei – in kürzester Zeit hat das „halbe Schiff“ die gleichen Passagiere „im Blick“, man kann herrlich lästern 😉
    Manchmal ist es die vorhandene oder auch nicht vorhandene 😉 Kleidung bei gewissen Mitreisenden im entsprechenden Lebensalter und Figur, Hemmungen fallen da über die Reling, Unpünktlichkeit, wie Michaela so treffend schreibt, es sind immer die gleichen Leute, auf die selbstverständlich ein ganzer Bus wartet… Besserwisser und Nörgler, „ich lass mir nichts gefallen“-Menschen usw. sind aber kein Alleinstellungsmerkmal auf Kreuzfahrten, sondern auch in entsprechenden Hotels zu finden. Wir haben nur äußerst selten nervige Begegnungen mit Kindern/Jugendlichen gemacht, unerzogene Gören gibt es überall, die können meist nichts dafür, weil es sind ja eigentlich die „unerzogenen“ Eltern, ist so wie bei den Hunden, es ist der Hund, sondern der Besitzer.
    An einzelne Geschichten kann ich mich gar nicht mehr erinnern, weil ich mich mit diesen Menschen nicht länger beschäftigen möchte – aber das gemeinsame Lästern, das hat was und auch das Zuzwinkern den Crewmitgliedern gegenüber, wenn alle das gleiche denken und sich das Losprusten krampfhaft verkneifen müssen 😉

    Viele Grüße

    Helga E-D.

  3. Sind wir doch mal ehrlich, könnt Ihr euch eigentlich ein Urlaub ohne diese „besonderen Menschen“ vorstellen? Auch wenn Sie manchmal ganz schön nerven, so bleibt doch der Urlaub immer in Erinnerung 😉 und genau von diesen Erinnerungen können wir jetzt in dieser nicht so schönen Zeit schwelgen.
    In dieses Sinne wünsche ich allen eine schöne Woche und bleibt zuversichtlich, dass wir bald wieder wunderschöne Urlaube erleben dürfen.
    LG Claudia

  4. Ihr Lieben,

    ich amüsiere mich hier gerade königlich! Zunächst mal freue ich mich über Eure „Anteilnahme“. Aber ganz besonders auch über die vielen lieben und heute auch überaus unterhaltsamen Kommentare. Wenn wir alle mal gemeinsam auf Kreuzfahrt gingen, hätten wir wahrscheinlich richtig Spaß… ;-).

    Danke & Grüße in alle Richtungen!

  5. Huhu!
    Ich hatte auf meiner aller ersten Kreuzfahrt ( Kanaren-Rundreise) damals ein Ehepaar aus Sachsen, wo der Ehemann ein fanatischer Vielfilmer/Fotografierer war. Keine Sequenz, keine Begebenheit konnte passieren, ohne das es ein Bing von seiner Kamera gab . Leider hatte er dazu auch noch die Tendenz einem selbst vor die Kamera zu laufen und wurde unfreiwillig öfters mit ins eigene Fotoarchiv mit aufgenommen. Komischerweise war er damals bei jedem Ausflug dabei, den ich auch gebucht hatte. So dass ich ihn heimlich „Mr Bing“ genannt hatte.
    Aida bietet eine professionelle gedrehte Reise-DVD von dem Zeitraum immer an, die käuflich erworben werden konnte.
    Wieso hat es mich nicht gewundert, das der besagte Herr auch zu Hause auf meinem heimischen Fernseher auftauchte 😂! Auch dort stand er im Bild, wie er gerade wieder „Bing“ machte !!!!
    Ganz liebe Grüße, tschüss Kerstin

  6. Meine Mutter war in Namibia unterwegs. Safari. 3 schöne Säbelantilopen hintereinander. Ein junger Mann wollte fotografieren. Ein älter Dame aus der Gruppe wollte in dem Moment lautstarkt wissen: kann mir einer sagen ob heute Freitag ist. In dem Moment waren die Tiere natürlich weg. Deswegen bei uns nach Jahren der Runninggag, wenn einer schon anfängt kann mir einer sagen, oder wenn man nicht weiß welcher Wochentag ist.

    Beim Segeln habe ich mich mal mit einem Namen vertan und nannte den Menschen Lothar. Am nächsten Tag fragte ich dann der erste wer denn Lothar sei.
    Fortan trieb Lothar ein seltsames Leben. Bzw. erwachte er zum Leben. Er machte wetten, er hatte Getränkerechnungen, bekam sogar eine Urkunde usw. Der Kumpel vom Kapitän wurde nachts um 4 Uhr zur Wache geweckt, weil ich als Ulk Lothar in den Wachplan geschrieben hatte und nicht wusste, dass es Koje Nr. 60 tatsächlich gibt. Seitdem werden Leute, die sich mit Namen Lothar vorstellen mit einem breiten Grinsen empfangen weil wir alle nicht anders können.

    Ich habe mal mitbekommen wie ich auf einem Großsegler von einem sehr unsympathischen Mitsegler Miss Piggy getauft wurde. Ich hatte ihn dann als Tontaube fürs Tontaubenschießen vorgeschlagen.

    In Südafrika hatte ich ein japanisches Pärchen beim Sonnenuntergangssegeln dabei, die haben permanent Selfies mit Stick gemacht und dauernd hatte man den Stick im Gesicht. Ich sah sie nochmal an einem anderen Ort und dann nochmal am südlichsten Punkt Afrikas. Da wusste ich schon, dass ich jetzt ne Stunde warten kann, bis ich mein Foto machen kann. Ich war froh als sie mir endlich aus der Optik waren. Und wer tauchte 1 Jahr später auf demselben Boot auf? Tja….

    Auf einer Jugendfreizeit beim Segeln in Holland hatten wir ein Mädchen, das haute ins Nutella rein, dass bei ihr allein pro Tag ein Glas weg war. Wir nannten sie dann Bugs Bunny. Rührte daher, dass ich in einem Hotel einen 2jährigen getroffen habe, der zu Nutella immer Bugs Bunny Creme sagte, weil in Italien (wo sie oft waren) das Nutella mit Bugs Bunny beworben wurde.

    Auf der Alex gab es einen Doc, der spielte immer an jeder Kaje erstmal 30 Minuten Bagpipes. Der ging den Leuten irgendwann auf den Senkel und seitdem heißt er Dudeldoc.

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