Costa Deliziosa – Poseidon auf der Spur

Kennt Ihr diese Momente, wenn das Schiff „einparkt“ und alles vibriert? Heute früh haben wir gefühlt drei Stunden eingeparkt…

In der Nacht sind wir sehr gemütlich durch Sturm und Gewitter gefahren, um nun in Piräus eine Piruette nach der anderen zu drehen. Auf jeden Fall weckt mich nicht der Wecker, sondern meine zuckelnde Matratze. Als ich verschlafen den Vorhang öffne, macht vor uns bereits die Mein Schiff 6 fest. Zahlreiche Landsleute begrüßen uns (zum Teil in Bademänteln) winkend von den Balkonen. Wir wollen dem nicht nachstehen und winken (gleichsam noch im Schlafgewand) gerne zurück. Herrlich diese Verbrüderung unter den Kreuzfahrt Pionieren der Neuzeit.

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Vor uns macht bereits die Mein Schiff 6 fest
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Guten Morgen!

Hier sind wir also wieder in Piräus. Einem Hafen, bei dem wir aufgehört haben, die Besuche zu zählen. Dabei sind wir immer gerne hier. In Piräus kann man wunderbar direkt von Bord gehen und sich alleine auf den Weg Richtung Athen machen oder durch Piräus selbst und seine schönen Buchten spazieren. Dieser Tage fällt das aus bekannten Gründen ja leider aus. Da wir gerade erst im Sommer in Athen und auf der Akropolis waren (und zwar nur mit ca. 50 anderen Touristen), war eine Stadttour für uns keine Option.

So leer wie diesen Sommer haben wir die Akropolis noch nie erlebt

Als wir diese Reise buchten (also vor ca. 3 Wochen), bot Costa von Athen aus noch einen Ausflug zum Kanal von Korinth an. Das stand schon immer ganz oben auf unserem Wunschzettel und war für uns das Highlight der Reise. Kaum waren wir an Bord, verschwand dieser Ausflug wie alle anderen unserer Favoriten aus dem Programm. Ein Ärgernis, über das ich an anderer Stelle ja schon geschrieben habe. Zum Glück gab es in Athen aber eine reizvolle Alternative. Eine Tour entlang der Attischen Riviera zum Kap Sounion. Zwar scheinen uns die insgesamt drei Stunden Busfahrt nicht gerade einladend, aber so oft wollten wir das Kap schon besuchen, wenn nicht jetzt, wann dann?

Warten auf den Ausstieg…

Allerdings haben wir unsere Rechnung nicht mit den griechischen Behörden gemacht. Denn obgleich wir gestern bereits in Griechenland waren, prüfen sie uns heute stundenlang. Eigentlich sollte unser Ausflug um 9.30 Uhr starten, doch da kommen die Behörden erst an Bord und durchkämmen das Schiff. Keine Ahnung, was sie genau prüfen… Bis vor wenigen Tagen war Griechenland für Italien noch Risikogebiet. Wäre es dabei geblieben, hätte wir alle auf dem Rückweg nach Italien nochmals einen Corona-Test machen müssen. Das scheint aber nun abgewendet. Vielleicht ist dies eine dieser typischen Retourkutschen, die Länder dieser Tage so praktizieren…

Mit dem Bus geht es durch Piräus

Mit 1,5 Stunden Verspätung starten wir dann aber doch endlich unseren Trip Richtung Kap Sounion. Quer durch Piräus geht es entlang der wunderbaren Attischen Riviera mit ihren tollen Stränden und Felsküsten. Durch den Sturm letzte Nacht ist das Meer noch ziemlich aufgewühlt und alles erinnert uns ein wenig an Australien. Ach herrjeh, ob wir wohl dort jemals wieder hinreisen dürfen…?

Die attische Küste ist der Hammer

Aber nun sind wir ja immerhin schon mal hier auf dem Schiff und auf dem Weg zum Kap, während zahllose andere deutsche Familien dem Aufruf der Politik gefolgt sind oder einfach verunsichert das Land nicht verlassen haben, um sich an Nord- und Ostsee auf den Füßen rumzustehen. Ich wage zu behaupten, dass man sich dort einem höheren Infektionsrisiko aussetzt als wir, die ja quasi unter Laborbedingungen reisen.

Das Kap Sounion von der anderen Seite der Bucht gesehen – Wahnsinn

Und wie gut, dass wir es bis zum Kap geschafft haben, denn der mystische Ort mit der Ruine eines Poseidon-Tempels zieht uns gleich in seinen Bann. Wir sind mit rund 50 anderen Costa-Passagieren hier, die sich, in zwei Gruppen aufgeteilt,  aber bestens verteilen. Gefühlt sind wir fast allein. Einen Moment lang stellt sich das Gefühl des normalen Kreuzfahrens ein.

Hier am Tempel verlaufen sich die Besucher…
… und wir fühlen uns einmal richtig frei beim Landgang…
… und genießen die Stunde vor Ort in vollen Zügen

Auf der Rückfahrt sind wir total beseelt und sie vergeht wie im Fluge. Kein Wunder, denn der Ausblick ist ja nach wie vor malerisch.

Küste, Küste, Küste… hier lässt es sich gut Urlauben

Den Nachmittag starten wir mit Costata und Cappucciono auf dem Sonnendeck. Neben uns liegt immer noch die Mein Schiff 6, von der lautstarke Animationsrufe zu uns herüberwehen. Und da heißt es  doch immer, die Italiener seien so laut… ;-)). Zum Auslaufen wird es dann aber nochmals richtig feierlich: zur untergehenden Sonne und den Klängen von Andrea Bocelli verlässt die Costa Deliziosa Piräus. Achtung, GÄNSEHAUT!! Und wieder wird kräftig gewunken ;-).

Adio Piräus und Mein Schiff 6

Der Abend hält noch ein weiteres Highlight für uns bereit: Es ist windstill und sternenklar. Da schmeckt das Betthupferl auf dem Balkon nochmal so gut. Und mal sehen, ob die Sternschnuppen von heute uns unsere Wünsche erfüllen. Vielleicht auch den, nach einem tollen Ausflug morgen auf Kreta…

I’ll keep you posted!

Herzlich,

Eure Irmela

P.S.: Zur Erinnerung: Ausnahmsweise poste ich dieses Mal nicht live von Bord, sondern zeitversetzt. Wir sind bereits wohlbehalten wieder zuhause.

2 thoughts on “Costa Deliziosa – Poseidon auf der Spur”

  1. Hallo Irmela!
    Der Langgang hat doch super geklappt und war ein schöner Tag!
    Ich hatte bisher Glück mit der Kabine und wurde bisher ganz herkömmlich vom Wecker geweckt!
    Vielen Dank wieder für diesen schönen Beitrag!
    Ganz liebe Grüße, tschüss Kerstin 🤗🙋🏻

  2. Liebe Irmela,

    vielen lieben Dank für diese wunderschönen Bilder, die sich wie Balsam um die Seele legen!
    Wir sind bekanntlich begeisterte Europa-Kreuzfahrer und auch bereits einige Male in Piräus gewesen, aber diese beeindruckende Küste noch nicht gesehen – jetzt ist sie auf der Wunschliste gespeichert, die nie kürzer, sondern eher länger wird 😉
    Haben wir 2020 mit dem Flussschiff deutsche Orte entlang des Rheins (mit Abstecher ins Elsass und Basel/Schweiz) besucht, so kann ich auch bestätigen, dass diese Besuche in leider sehr leeren Orten entspannter waren, als in den typischen deutschen Urlauber-Hotspots, insbesondere in unserem Wandergebiet vor der Haustür! Und unser Schiff bot uns auch alle Sicherheiten, die man zurzeit haben kann. Eure und unsere Erlebnisse kann uns niemand mehr nehmen…

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