Costa Victoria – Party Italian Style

Der Silvestertag in Colombo begann heiß und endete noch heißer… 

Bei unserem dritten Besuch in Colombo hatten wir beschlossen, trotz der drückenden Hitze des Tages ohne TukTuk auszukommen. Die modernen und schönen Seiten von Colombo hatte wir gerade letztes Jahr erst abgefahren bzw. abgelaufen. Deshalb entschieden wir uns heute für einen Spaziergang direkt vom Schiff aus in die alten Stadtteile Fort und Pettah. Auf der Landzunge Fort hat das koloniale Colombo seinen Anfang genommen. Hier und im angrenzenden Pattah findet noch das ursprüngliche Leben jenseits der westlichen Standards statt. Märkte und Bazare, Tempel, alte, oft leider im Verfall begriffene Kolonialbauten, Moscheen, kleine Wohnhäuser und emsige Händler prägen das Straßenbild. So hatten wir Colombo noch nie kennengelernt.

Die wuseligen Straßen von Fort und Pettah
Auch hier bereitete man sich auf Silvester vor 😉
Hier gibt es allerlei Hübsches und Buntes zu kaufen

Was wir aber sehr wohl wiedererkannten, war das beharrliche (bis sehr unangenehme) Verhalten der TukTuk Fahrer. Ich erwähnte bereits, dass unsere Erlebnisse, speziell mit den Kollegen aus Sri Lanka, bereits halbe Bücher füllen. Heute war es so, dass wir ja gar kein TukTuk brauchten und am Hafenausgang alle aufdringlichen Angebote erfolgreich abwehrten. Dann heftete sich aber, wie zufällig ;-), ein Fußgänger an unsere Fersen, der meinte, uns beim Überqueren der Straßen behilflich sein zu müssen. Aus unseren Erfahrungen wussten wir, dass seine Aktionen nicht durch reine Nächstenliebe motiviert waren. Ein paar Straßenzüge lang redetet er auf uns ein, wohin wir gehen und was wir uns ansehen sollten, bis wir ihn durch beharrliches Ignorieren abschütteln konnten. So dachten wir zumindest. Aber ca. 30 Minuten später tauchte er vor der roten Moschee wieder auf und bot an, uns als Moslem Zugang zur Moschee zu verschaffen. Das fanden wir schon sehr unangenehm. Keiner von uns hatte bemerkt, dass uns der Mann, vermutlich im TukTuk seines Kollegen, die ganze Zeit gefolgt war.

Die Skyline von Colombo bei der Ausfahrt

Schade, Colombo, dass deine TukTuk-Fahrer das Leben für Touristen so schwer machen… Denn ansonsten gefällt uns diese Stadt, die, was den Tourismus betrifft, unter den Anschlägen vom April 2019 wohl ziemlich gelitten hat, immer wieder gut. Hier tut sich nach wie vor viel. Jedes Jahr werden es mehr Wolkenkratzer, so dass es Colombo schon zu einer sehr eindrucksvollen Skyline gebracht hat. Diese zeigte sich bei der Ausfahrt zum Sonnenuntergang von ihrer bezauberndsten Seite: Zu den Klängen von ‚Con te partiro‘ glitt die Costa Victoria vorbei an Leuchttürmen und winkenden Menschen dem letzten Sonnenuntergang des Jahres entgegen. Müßig zu erwähnen, dass mich mal wieder die Tränchen übermannten…

Der winkende Leuchtturmwärter und…
… der letzte Sonnenuntergang des Jahres gaben der Ausfahrt das besondere Etwas

Den ganzen Tag schon hatte die Crew das Pooldeck für die große Silvesterparty vorbereitet. Bunte Stoffbahnen wurden aufgehängt und quer über den ganzen Poolbereich gespannt. Nach der Ausfahrt nahm der Wind jedoch so dermaßen zu, dass ein Großteil der Deko am frühen Abend wieder entfernt werden musste. Wir fürchteten schon, die Party würde ins Innere des Schiffs verlegt, was ja nur der halbe Spaß ist. Nach einem ausgedehnten Dinner wollten wir uns dann gegen 21.30 Uhr ins Partyleben stürzen. Die gute Nachricht: die Party auf dem Pooldeck wurde emsig weiter vorbereitet. Die Schlechte: Sie startete erst um 23.30 Uhr, und auch in den Bars des Schiffes war rein gar nichts los, um sich etwas warm zu feiern. Das war etwas schade, denn den vielen Nicht-Italienern hätte ein früherer Partystart durchaus gut gefallen…

Am Nachmittag wurde geschmückt

Zum Glück erbarmte sich die ausgezeichnete DJane gegen 23.15 und drehte die Musik schon mal auf Partylautstärke. Das wurde dankbar angenommen und ein cooler Mix aus bekannter Party- und eingängiger Bollywood-Musik brachte die kosmopolitische Feiergemeinde in Stimmung. Zum Typhon wurden die letzten 10 Sekunden in 5 verschiedenen Sprachen runtergezählt und dann gab Funkenfontänen und ein fröhliches Happy New Year Costa Victoria! Herrlich international und ergreifend war das. So schweißtreibend wie das Jahr endete startete es auch: nämlich bei lauen Temperaturen auf der Tanzfläche unter den Sternen.

Die Party fand dann ungeschmückt aber fröhlich statt

Am Neujahrtag waren wir dann auf See. In den letzten Jahren hatten wir immer Landtage und mussten zum Teil früh aufstehen. Deshalb genossen wir diesen Tag ganz besonders und holten fehlenden Nachtschlaf auf der Liege nach. Aber natürlich waren wir auch sportlich, z.B. im Pool und auf dem wunderbaren Joggingdeck unterwegs. Doch dazu mehr in meinem Extrapost zum Schiff ;-). In die tiefenentspannte Stimmung schlich sich allerdings so langsam dieses fiese Gefühl, dass man gut und gerne noch eine Kreuzfahrt anhängen würde… Doch was lehrt der Buddha? Festhalten verursacht Schmerzen. Also loslassen und den Moment genießen! Letzteres sollte am Ende unserer Kreuzfahrt allerdings noch eine große Herausforderung werden. Doch dazu mehr im nächsten Post…

Ich hoffe, Ihr seid alle gut und gesund in das neue Jahr gestartet sende ein herzliches

Herzlich,

Eure Irmela

4 thoughts on “Costa Victoria – Party Italian Style”

  1. Frohes neues Jahr wünsche ich Euch allen :).
    Liebe Irmela,
    auch diesmal musste ich wieder feststellen, dass ich Colombo lieber von zu Hause aus bereise. Denn schon der Gedanke daran, dass man mich verfolgt, macht mir große Angst. Leider muss ich zugeben, dass ich so wieso ein großes Problem mit dieser Mentalität habe. Bis jetzt habe ich nur Erfahrungen in der Türkei und in Tunesien gemacht. Mit der aufdränliche Art der Bewohner komme ich nicht zurecht.
    Genießt noch ordentlich die letzten Tage an Bord und kommt Gesund wieder in Hamburg an.
    Es grüßt Euch
    Claudia

  2. Moin Irmela!
    Frohes neues Jahr wünsche ich euch allen!!!
    Ich muss sagen, falls ich Colombo mal bereisen sollte, würde ich es mit einer Gruppe oder Guide machen wollen. Ich mag dieses zudringliche Verhalten gar nicht. Bleiben sie an der Stelle, geht es ja noch, aber wenn man mich auch so verfolgt hätte, hätte ich ehrlich gesagt, auch etwas Angst. Auch wenn man dann wahrscheinlich nicht ganz so viel sieht, wie wenn man alleine unterwegs wäre.

    Ich hatte mal ein lustiges Erlebnis in der Türkischen Riviera. Es war für deren Verhältnisse schon stark Saison-Ende und die Händler in den Geschäften und Ständen , waren auch schon ein wenig schlapp. An einem Teppichgeschäft rief der Händler, recht müde von seinem Stuhl, darf ich Ihnen auch einen Teppich andrehen ? Wir lachten freundlich, nee nee, heute nicht !! 😉 okay kam’s vom Händler und viel schier erleichtert auf seinen Stuhl zurück.

    Silvester auf dem Schiff, stelle ich mir sehr cool vor! Dieses Gemeinschaftserlebnis muss sehr toll sein. Ich habe ja ohnehin schon immer einen Knoten im Hals, wenn das Schiff hupt!
    Genießt noch schön die restliche Zeit auf dem Schiff und kommt später gut heim . Wettertechnisch verpasst ihr in Deutschland nichts. Heute ist es in Hannover depressiv trübe , regnerisch und wieder mal sehr stürmisch 🌬!
    Ganz liebe Grüße und allen hier ein schönes Wochenende!
    Tschüss, Kerstin 🙋🏻

  3. Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein gesundes, schönes Jahr 2020 mit vielen interessanten und erholsamen Kreuzfahrten!
    Silvester an Bord kenne ich von unserer ersten Kreuzfahrt vor genau 25 Jahren – man will es nicht glauben, dass es schon so lange her ist und dieser „Virus“ sich hält und hält und hält 😉
    Erlebnisse bzw. Erfahrungen, wie ihr sie in Colombo mit aufdringlichen „Verkäufern/Guides“ gemacht habt, haben wir zur Genüge in Marokko und Tunesien machen müssen – dies finden wir mehr als unangenehm und das hat mir auch die Lust genommen, manche diese Länder zu bereisen. Exotische Reiseerlebnisse sind halt oft auch mit dem Kontakt von Armut und entsprechenden Verhaltensweisen der Menschen dort verbunden, ist aber sehr von der Mentalität der Menschen in diesen Ländern abhängig. Ich habe auch schon Menschen getroffen, die einen mit ihrer Großherzigkeit trotz ihrer Armut schon fast beschämt haben…
    Kommt gesund wieder zu Hause an und freut euch auf einen spannendes Jahr 2020!

    Viele Grüße
    Helga E.-D.

  4. Liebe Irmela,
    das tut mir leid das ihr wieder so eine negativ Erfahrung in Colombo gemacht habt. Ja, es gleicht manchmal einem Spießrutenlauf wenn man zu Fuß als Tourist unterwegs ist. Gerade ist man erleichtert das man den einen vermeintlich los ist, heftet sich der nächste an die Fersen. Wie oft bin ich einfach zuause geblieben weil mich allein der Gedanke das es so kommen könnte nervte.
    Wenn ich die Bilder sehe hab ich das Gefühl das zu sein, das Stimmengewirr zu hören, die Gerüche, gemischt mit dem Verkehrsgeräuschen, ach wie ich es vermisse, kriege ich glatt mal Heimweh.
    Wahnsinn was da in Colombo in den letzten Jahren hochgezogen wurde, auch die großen teuren Hotelketten haben fleißig gebaut.
    Zur aufkommenden Wehmut,… nach der Reise ist vor der Reise 😉 und die kommt bestimmt, solange einfach von den Erlebnissen zerren.

    Alles Liebe und gutes heimkommen
    Jessi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hier könnt Ihr Bilder hochladen