Costa Victoria – süßer die Palmen nie schwingen

Während wir mit Weihnachten längst abgeschlossen haben, gehen an Bord die Feierlichkeiten weiter…

Die Crew im Service muss trotz irrwitzig hoher Temperaturen immer noch mit Weihnachtsmützen rumlaufen, und als Tischmusik werden nach wie vor Weihnachtsklänge gereicht. Von den vorherigen Costa-Fahrten wissen wir, dass vor allem die Musik bis zum 6. Januar anhalten kann. Für uns ist das etwas befremdlich, aber angesichts der ansonsten sehr angenehmen Gegebenheiten erträglich.

Costa Victoria in Malé

Zudem hat es in Malé einen großen Passagierwechsel gegeben. Ungefähr die Hälfte der Passagiere ist neu an Bord gekommen. Damit hat auch der Anteil der Volksgruppe zugenommen, die Weihnachten erst später feiert als wir. Der Wodka-Konsum an Bord steigt auf jeden Fall signifikant… ;-).

Doch zurück zu den Malediven: Am zweiten Tag sind wir wieder auf eigene Faust los. Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass man die Resorts auch direkt kontaktieren und um ein Ausflugsangebot bitten kann. Das kann sich lohnen, weil man sich die Vermittlungs- und Transfergebühr der Jungs an der Pier spart. Zudem holen die Resorts ihre Gäste auch mit eigenen Booten ab, was oft schneller geht und bequemer sein kann, da man nicht warten muss, bis eine Tour ausreichend gefüllt ist.

Auch die Resorts auf den Malediven geizen nicht mit Weihnachtsschmuck

Am Samstag haben wir uns für die Resortinsel Malahini Kuda Bandos entscheiden. Eine sehr gute Wahl. Nur 15 Minuten mit dem Speedboot von Malé entfernt trafen wir auf ein sehr schönes Resort auf einem noch kleineren Eiland als gestern Emboodoo. Zwar lies Malahini die tolle Sandbank und den interessanten Inselspaziergang von Emboodoo vermissen, dafür hielt sie aber andere Überraschungen für uns bereit.

Die Strandbar des Resorts

Das beeindruckende Hausriff liegt nur 20 Meter vom Strand entfernt und ist auch für ungeübte Schnorchler gut zu erreichen. Für alle Nicht-Schnorchler (und wir sind auch nur ganz blutige Laien!!!): Unter Riff kann man in diesem Fall verstehen, dass der Strand die ersten 20 Meter sanft und sandig bis auf ungefähr 1,50 Meter Wassertiefe abfällt (je nach Tide). Bereits dort finden sich zahlreiche Korallen und Fische, über die man herrlich hinwegschnorcheln kann. Auf den Postkartenmotiven sind das immer die hellblauen Stellen im Wasser ;-). Nach ca. 20 Metern bricht der Sandboden abrupt ab und das Meer ist auf einmal mega-tief (und dunkelblau). An dieser Riffkante ist es besonders interessant zu Schnorcheln, weil man hier einen Blick in die richtige Unterwasserwelt erhaschen kann und sich hier besonders viele Fische tummeln. Für Taucher geht das Leben hier erst richtig los. Ich sprach gestern mit einem Passagier aus Kanada, der bis auf 30 Meter tief tauchen war (danach ist es unter Wasser ohnehin dunkel), und er war toooootal hin und weg…

Das Wasser sieht so friedlich und einladend aus… 😉

Wir Sonntags-Schnorchler haben uns derweil schön an der Wasseroberfläche aufgehalten und waren schon von diesen Eindrücken begeistert. So viele verschiedene und schöne Fische habe ich noch nirgendwo gesehen. Doch dann musste ich plötzlich eine schwere Entscheidung treffen. Stellt Euch folgende Situation vor: Ihr steht an einem Traumstrand an der Wasserkante und beobachtet beseelt, wie Mann und Sohn fröhlich an der Riffkante schnorcheln. Dann seht Ihr ungefähr fünf Meter von Euch entfernt einen ca. 1,30 Meter langen Hai, der sich geschmeidig durch die Korallenbänke schlängelt – mit Kurs auf Eure Liebsten. Was tut Ihr? Alarmiert Ihr aus Freude oder Schrecken über das Schauspiel Eure Familie und riskiert, dass euer Sohn eventuell in Panik ausbricht? Oder glaubt Ihr den vielen Beteuerungen der Reiseführer und Guides, dass die Haie hier komplett harmlos sind und überlasst Eure Familie ihrem Schicksal? Vielleicht springt Ihr sogar selbst ins Wasser, um die Familie zu retten oder dem besonderen Tier noch näher zu sein…?

Vorne hellblau (flacher Sandboden), hinten dunkelblau (Riffkante und tiefes Wasser)

Nach kurzer Schnappatmung habe ich mich für Zweiteres entschieden. Zum Glück. Meine Family schnorchelte unversehrt zuende und machte dann erst im nächsten Schnorchelgang Bekanntschaft mit einem ähnlichen Prachtexemplar. Tatsächlich sind Haiangriffe auf den Malediven kein Thema und täglich schnorcheln Tausende Menschen in diesen Gewässern, ohne, dass etwas passiert. Dennoch sind wir danach alle mit einem etwas anderen Gefühl ins Wasser gegangen… 😉

Die Pier der Ressortinsel war ganz besonders hübsch

Die Tage auf den Malediven standen für uns trotzdem unter dem Motto „Schnorcheln bis zum Schrumpeln“. Der Faszination dieser Unterwasserwelt ist für Groß und Klein einfach unwiderstehlich. In der Mittagshitze unter einem rauschenden Palmendach zu dösen allerdings auch. Unser Fazit zu diesem wiederholten Malediven-Besuch: Drei Tage sind super – gerne auch jedes Jahr ;-). Eine ganze Woche wäre uns aber zu lang. Zwar ist jede Insel irgendwie anders, aber am Ende des Tages sind die Aktionsmöglichkeiten dann doch auf die üblichen Resortaktivitäten beschränkt. In jedem Fall hat sich die Rückkehr mehr als gelohnt.

Dösen unter Palmen in der Mittagshitze, herrlich!

Heute sind wir in Colombo. Ein Ziel, das wir mittlerweile zum dritten Mal besuchen. Ich werde mir gleich zur Vorbereitung nochmals Jessicas Posts mit den Tipps zum Umgang mit TukTuk-Fahrern durchlesen ;-). Und heute Abend feiern wir Silvester. Aber dazu dann mehr in meinem nächsten Post.

Bis dahin wünsche ich Euch einen guten Rutsch und nur das Allerbeste für 2020. Bleibt gesund und kreuzfahrt-begeistert!

Herzlich,

Eure Irmela

4 thoughts on “Costa Victoria – süßer die Palmen nie schwingen”

  1. Hallo Irmela!
    Die Faszination mit dem hellblauen Meer am Atoll und dann die Abbruchkante wo es weit ins Meer hinuntergeht, kenne ich auch. Ich bin ebenfalls nur ein „Sonntags“-Schnorcheler und hatte damals großen Respekt am Rand der Kante zu schnorcheln. Vor allem, weil die Fische und andere Lebensbewohner größer waren. Die Taucher waren stets unter einem, was man gut an aufsteigenden Luftblasen erkennen konnte. Um das Atoll an der Abbruchkante war ein Stahlseil gespannt, wo man sich immer dranlanghangeln konnte. Das war an einigen Stellen auch ganz gut, da der indische Ozean an einigen Stellen, sehr mächtig und stark nach draußen ins Meer zog. Wir hatten damals auf einem Atoll gewohnt, die eher den Unterwasser-Sport anbot, als die für die Honeymooner. Sie boten auch Tages-Ausflüge an, wo man sehr sicher Begegnungen mit Walhaien und Manta-Rochen hatte. Allerdings nur für geübte Taucher.
    Ich fand die kleinen Haie irgendwie immer schon groß, ich wüsste spontan auch nicht, wie ich so einen Exemplar begegnen würde?!?
    Es ist eindeutig eine schöne Urlaubsreise!!!
    Ich bin schon gespannt, wie ihr mit den Tuk tuk 🛺 Fahrern in Colombo verhandelt!!!

    Ich euch allen hier , wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Mit hoffentlich wieder spannenden Reisen, ganz viel Gesundheit! Das ist das wichtigste und freue mich wieder auf interessante Blog-Post!!!
    Tschüss, Kerstin 🍀🍾🎉🥂🥳😊🙋🏻

  2. Hallo Irmela, ich hoffe deine Männer haben den Anblick von den Haien genossen. Ich dagegen hätte schnappatmung bekommen.
    Genießt Zeit in Colombo und habt eine gute und sichere Fahrt mit dem Tuk Tuk.
    Wünsche allen eine schöne Silvesterparty und einen guten Start ins neue Jahr 2020🥂

  3. Hallo Irmela,
    Hallo Christian,
    ich möchte mich recht herzlich bei euch bedanken, dass ihr uns mit euren Berichten den Tag versüßt habt und uns immer mit aktuellen News auf den laufenden gehaltet. Freue mich auf ein weiteres neues Jahr mit euch. Für eure Zukunft wünsche ich euch alles gute . Bleibt gesund und munter.
    Viele Grüße Claudia

  4. Weihnachten und Silvester/Neujahr unter Palmen – wer sollte da nicht neidisch werden 😉
    Wir haben den ersten Tag des Jahres als Ausgleich bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein bei schönen kühlen 4 Grad genießen dürfen, das hat auch was 😉
    Alles Liebe, viel Gesundheit und Glück und vor allem viele schöne traumhafte Reiseziele für Dich und Deine Familie, liebe Irmela, und natürlich allen hier – allen voran natürlich Christian mit Familie.

    Viele Grüße aus dem jungen Jahr 2020
    Helga E.-D.

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