28.04.18 – Einschiffung

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      Helga E.-D.
      Gast

      28.04. Einschiffung

      Am nächsten Tag wurden wir von herrlichem Sonnenschein geweckt und mit einem guten und reichhaltigen Frühstücksbuffet im Hotel verwöhnt. Da die Kreuzfahrtsaison noch nicht wirklich begonnen und nur wenige Kreuzfahrtpassagiere im Hotel übernachtet hatten, wurden wir nicht per üblichem Shuttle-Bus zum Columbus Cruise Terminal gebracht, sondern konnten mittels einem Taxi-Gutschein (hin und auch zurück) zur Columbuskaje fahren, wann immer wir wollten – die Einschiffung war für ca. 15 – 15:30 Uhr vorgesehen.
      Endlich sahen wir die „Weiße Lady“ mit ihrem schönen Bug vor uns liegen, konnten unsere Koffer abgeben und auch direkt einchecken. Die Wartezone füllte sich sichtlich nach und nach, wie erwartet viele Passagiere mit einem doch hohen Durchschnittsalter, aber mit uns würden auch viele Mid- und Best-Ager an Bord gehen ;-). Das berühmte „Kreuzfahrt-Kribbeln“ war überall spürbar, erste Kontakte wurden geknüpft. In der noch abgesperrten Zone im Hintergrund wurde es auch langsam emsiger, das Sektbuffet wurde aufgebaut, die „Willkommens-Torte“ hatte ihren gewohnten Platz auch bereits gefunden.

      Derart lecker wird man gerne Willkommen geheißen;-)

      Kreuzfahrt-Direktor Michael van Oosterhout gab um 15:15 Uhr das „Entern“ des Schiffes frei und es hieß nach guter und gewohnter Phoenix-Art: „Willkommen an Bord – Willkommen zu Hause!“
      Nach den ersten Schritten ins Schiffinnere taufte ich die „Weiße Lady“ sofort für mich in „Altes Mädchen“ um. Dieser Eindruck wurde bei Betreten unserer Kabine verstärkt – so viele Schritte zurück hätten es nicht gerade sein müssen: Von der von Phoenix Bonn zugesagten „renovierten Kabine mit Dusche“ war nicht viel zu sehen – eine Renovierung der Kabine war wohl schon lange Zeit nicht mehr durchgeführt worden, allerdings gab es eine, wenn auch ältere, ebenerdige Dusche. Mit angeblichen 13 qm sehr klein – wir beide mit Kleidergröße 36 und 48 standen uns irgendwie ständig im Weg oder hatten eine Tür im Rücken – etwas verstaubtes Interieur, vor allem wenig Stauraum im Schrank und erst recht im Bad – aber „Frau“ ist ja flexibel und kann sich auch ihrer „Döschen und Tübchen“ aus dem Kulturbeutel bedienen nach dem Motto: „Was man nicht ausräumt, muss man später auch nicht wieder einräumen.“ Bereits im Urlaubsmodus nahm ich nach dem ersten „Schock“ erst einmal alles relativ gelassen gemäß meinen Lebensmottos: „Bevor ich mich aufrege, lasse ich es lieber“, „über alles eine Nacht schlafen“ und „jedem und allem eine Chance geben“ – mein Hausfrauenblick sagte mir, es ist sauber und der Matratzen-Test war immerhin auch erfolgreich verlaufen.
      Meinen Mann musste ich aber erst einmal mit Hilfe von köstlicher Schokoladen- und Marzipantorte von der berühmten „Palme“ herunterholen – mit Sicherheit besser, als sich in die mittlerweile angewachsene Warteschlange vor der Rezeption einzureihen, warum auch immer die Leute dort standen…
      Nach dem Pflichtprogramm der obligatorischen Seenotrettungsübung hieß es dann um 19 Uhr endlich “Leinen los“ und mit einem Glas Sekt in der Hand genossen wir das Auslaufen bei schönem Wetter, begleitet von den beiden Auslaufmelodien „Verrückt nach Mee(h)r“ und „Conquest of Paradise“ – es ist immer wieder ein Gänsehautfeeling!!!
      Im Restaurant Möwe hatten wir bereits von zu Hause aus einen „gemischten 6-er Tisch“ reserviert – mal sehen, mit wem wir uns die kommenden acht Tage zu den Essen treffen würden! Der Tisch 147 stand am Fenster, war jedoch ein „Katzentisch“ ganz am Ende unmittelbar an der Serviceposition der Kellner gelegen – warum das jetzt auch noch, gerade hatte sich doch die Laune des Gatten kaloriengedopt gebessert. Na, das konnte ja heiter werden…
      Mit unseren Tischnachbarn, zwei Ehepaare zwischen 75 und 80 Jahre alt und fit, fröhlich und aufgeschlossen, verstanden wir uns auf Anhieb gut. Zudem sorgten die beiden Herren als frühere Berufs-Seemänner nicht nur für so manches „Seemannsgarn“, von ihnen erfuhren wir auch viel über die Seefahrt. Der Großvater von „Harald“ hatte sogar den Nord-Ostsee-Kanal mit gebaut, was urkundlich belegt ist.

      Sehr aufmerksam, liebevoll und immer mit viel guter Laune wurden wir von unserem 1. Kellner „Canada“ (eine Institution bei Phoenix und das nicht nur wegen seiner hervorragenden Gesangsstimme bei den Crew-Shows, sondern auch bei den allabendlichen Jubiläumsständchen in den Restaurants), unterstützt vom 2. Kellner Angelito und Liezel (Getränke) umsorgt. Bereits am zweiten Morgen wusste Canada, dass „Madam – Kaffee später, erst Müsli!“ zu sich nimmt und nach der 2. Tasse Kaffee ein Kännchen Tee folgt. Meine frische Teetasse stand schon da, wenn ich vom Buffet zurückkam – Danke Canada, Du warst ein echter Schatz!!!
      Die Karibik-Lounge mit ihren großen Aussichtsfenstern war während der Reise stets voll besetzt und wurde von den Passagieren bevorzugt, die am Abend leise Piano-Musik bevorzugten. Die schöne und renovierte Casablanca-Bar auf Deck 7 mit der Musik des Duos „Bitter Lemon“ sollte vom ersten Tag an unser abendlicher Treffpunkt mit zwei sehr sympathischen Paaren meines Alters werden. Die Preise für Getränke an Bord übrigens unübertroffen günstig: Täglich gab es einen wechselnden alkoholfreien Cocktail für 2,50 € und für den alkoholischen Cocktail wurden 3,50 € auf die Bordkarte gebucht, Aperitif und Digestif kosteten um die 3,50 €.
      Nach dem Ablegen in Richtung Skagerrak bewahrheitete sich recht schnell die alte Regel „eine Hand gehört immer dem Schiff“ – auf dem „Alten Mädchen“ war jede Positionskorrektur deutlich spürbar (ich sehe Christian schon schmunzeln!), und einige Neulinge waren schon sichtlich irritiert, uns machte es jedoch nichts aus, die prophylaktischen Mittel konnten in der Schublade bleiben und zwar für den Rest der Reise.
      In den öffentlichen Räumen war es (noch) ziemlich kühl, einerseits typisch für eine „Nachwerft-Reise“, dass die Klimaanlage noch nicht richtig funktioniert (zwei Tage später hatte sich das eingespielt), andererseits zog es von den Türen auf die Außendecks gewaltig durch das Treppenhaus, da hier keinerlei Windschutz angebracht war. Tipp für die weiblichen Kreuzfahrtneulinge: Immer ein Schultertuch o. ä. in den Koffer einpacken – irgendwo zieht es auf einem Schiff immer;-)

      Ab „morgen“ (29.04. – Seetag) bzw. ab dem 30.04. mit der Ankunft in Oslo/Norwegen werde ich über die Häfen dieser Route und unsere privaten Landgänge berichten, wer mich begleiten möchte, ist herzlich eingeladen. Aber eine Kreuzfahrt besteht für mich nicht nur aus dem Abhaken bzw. Bilder machen von „Must haves“, sondern für mich sind es auch die besonderen Momente an Bord, für die die Menschen – Crew und Passagiere – gemeinsam sorgen und genießen. Vielleicht also bald wieder „all aboard.“

    • #13508 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Hallo Helga! Huch, das hätte ich mit der Kabine auch nicht unbedingt erwartet. Nun ja, ich bin aber auch der Typ „ erstmal eine Nacht darüber schlafen „- so lange sauber und ordentlich ist es dann doch in Ordnung und meist ruckelt es sich schnell ein.
      Das Service- Personal – davor habe ich echt eine Hochachtung: auf der Aida hatten sie es sofort am nächsten Tag drauf, trotz der wechselnden Tische. Zum Frühstück bei mir Kaffee mit Milch, bei Moni der Reisefreundin, grüner Tee . Abends beide gerne ein Glas Weißwein. Stand sofort parat, kaum das wir auf der Bildfläche erschienen. Manchmal trat auch der Schalk auf : Whitewine for the Ladys? Antwort: Nee Phill its to early! Not for Breakfast ! Und kichern um uns herum und wir gleich mit ?!
      Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht!!! ??

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