5. Tag Seetag

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    • #43109 Antworten
      Michaela
      Gast

      5. Tag Seetag

      Heute ist schon unser letzter Tag an Bord. Die Reise war definitiv zu kurz, aber ich bin so froh & dankbar, dass sie überhaupt stattgefunden hat und wir mit an Bord waren! Einmal mehr schweifen die Gedanken ab zu „was wäre jetzt ohne Corona?“ Gestern wären wir in Quebec gewesen, heute in Saguenay und morgen wäre die Fahrt nicht zu Ende, sondern es hätte sich ein Seetag angeschlossen, bevor es weiter nach Corner Brook, Sydney, Boston, Rockland und schließlich wieder nach New York gegangen wäre… Aber während dieser Gedanken steht man an der Rehling und freut sich um so mehr, dass man überhaupt an Bord ist, denn dass hatte ich nur wenige Wochen vorher im Leben nicht gedacht. Und wie schnell sich alles wieder ändern kann, erleben wir ja gerade aktuell wieder im „Lockdown Light“ im November…
      Aus diesen Gedanken (und der Tatsache, dass weniger Passagiere an Bord sind) haben wir dann mal mehr Lose als sonst für die Seekartenversteigerung gekauft. Zum einen, um der Crew etwas Gutes zu tun und zumindest ein bisschen was zurückzugeben, und zum anderen, da es jetzt evtl. etwas bessere Gewinnchancen gibt 😉 Aber wahrscheinlich haben mehrere so gedacht… Auf jeden Fall, haben wir wieder mal nicht gewonnen, aber wir werden es immer weiter versuchen 😉 Normalerweise werden von den Erlösen z.B. Ausflüge der Crew organisiert & bezahlt. Dies ist aktuell natürlich nicht möglich. Daher wird z.B. mal ein Grillabend oder ähnliches organisiert.
      Nach dem Frühstück haben wir aber erstmal den Pool & den Whirlpool unsicher gemacht. Wir hatten beides für uns alleine – herrlich. Danach ging es zum duschen & umziehen auf die Kabine und was haben wir dann vom Balkon erspäht? Nebel! Erst waren es nur einzelne Fetzen. Ich dreh mich also um, um meine Kamera vom Bett zu schnappen, geh wieder auf den Balkon und in diesem Moment fahren wir in eine regelrechte Nebelwand.

      Nebel

      Ich bin ja schon das eine oder andere Mal mit einer der Fähren durch Nebel gefahren, aber das innerhalb weniger Sekunden Nebelfetzen zur Wand werden, habe ich auch noch nicht erlebt. Und dass dann auch gleich das Typhon mit einsteigt und alle 2 Minuten ein Signal abgegeben wird, auch noch nicht. Irgendwie war es wie im Gruselfilm oder so ein alter schwarz weiß Film in der ein Schiff durch Nebel fährt und man nur das Nebelhorn hört 😉 Dementsprechend kühler wurde es natürlich auch und ich kam nicht umhin zu denken: Das Badevergnügen haben wir aber Gut abgepasst! Das ganze ging bestimmt 1,5 Stunden und ich habe völlig faszinierend in den Nebel geschaut, bis es wieder zum Vortrag ging. Heute war das Thema „Faszination Transatlantik – das blaue Band“. Man saß im Theater und hörte alle 2 Minuten das Typhon, schaurig schön 😉 Irgendwann war das Typhon dann nicht mehr zu hören. Als wir dann wieder an Deck waren strahlte uns die Sonne wieder entgegen. Man sah aber auch, dass es auf unserer Steuerbordseite noch eine Nebelwand gab, aus der wir wohl raus gefahren sind. 😉 Somit blieb uns heute noch die Gelegenheit die Sonne noch mal zu genießen. Zum Mittag haben wir es endlich auch zum Fischmarkt geschafft. Da war es immer voll und schwer einen Platz zu erwischen.

      Speisekarte Fischmarkt

      Danach ging es wieder an Deck und das Übliche Gefühl stellte sich ein, alles noch mal auszukosten 😉 Vielleicht dieses Mal noch ein bisschen Me(e)hr als sonst, denn wer weiß, wann es wieder möglich sein wird…

      Sonne & Meer

      Da es ja aus bekannten Gründen keine Verabschiedung der Crew auf der großen Bühne geben konnte, wurde in der Abendshow ein Video gezeigt, wo die gesamte Crew an Deck versammelt war und sich von ihren Passagieren verabschiedet hat. Das Video wurde gedreht, als alle ihre Quarantäne überstanden hatten und noch keine Passagiere an Bord gewesen sind. Somit konnten auch alle ohne Mundschutz und Abstand zusammen an Deck sein. Ich fand es so toll, dass auch an so was gedacht wurde und nicht nur an den Hygieneregeln gearbeitet wurde. Genauso die gestrige Neutische Fragestunde. Diese wurde auch im Rahmen der Abendshow abgehalten. Hier hat der Kapitän von der Brückenarbeit & von der Technik berichtet. Viele der üblichen Fragen, die sonst auch gestellt werden, wurden ihm dann auch von der Kreuzfahrtdirektorin gestellt. Klar, es war eine abgespeckte Version und man selbst konnte keine Fragen stellen (somit entfielen leider die sonst auch Üblichen „Ausfälle“ die ja immer dabei sind und bei mir etwas zwischen Kopfschütteln und einem Lachanfall auslösen), aber es wurde daran gedacht und das Mögliche möglich gemacht!
      Am Abend haben wir dann noch einmal ein leckeres Essen genossen, bevor es an das notwendige Übel, dem Kofferpacken, ging. Also, was soll man machen? Mit schweren Herzen hat man sich halt überwunden und den Koffer gepackt.
      Am späten Abend gab es dann noch eine Sängerin, die Disneylieder gesungen hat. Wenn etwas hilft, dann ist es Disney 😉
      Als wir am nächsten Morgen wach wurden, waren wir kurz vorm Ostseekai. Das Anlegen haben wir uns dann vom Balkon aus angeguckt. Dann ging es zum Frühstück. Das Auschecken lief, ähnlich wie das einchecken, auch nach Zeitfenstern, die man sich vorher aussuchen konnte. Da wir es ja nicht gerade weit nach Hause haben und noch gemütlich frühstücken wollten, haben wir uns für das Zeitfenster 8:30h bis 9h entschieden. Auch dies war super organisiert. Wir standen zu 4. vor der Gangway. Also kein Problem mit Abstand halten. Schnell noch den Koffer eingesammelt, zum Bus und 20 Minuten später waren wir wieder zu hause…

    • #43129 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Hallo Michaela,

      schade, schon wieder vorbei… Ich kann Deine Gefühle beim Abschiednehmen gut nachvollziehen, so erging es uns auch, als wir von „unserer Andrea“ (Flussschiff) gehen mussten!!! Von Dankbarkeit, die Bestätigung, das Richtige getan zu haben, Freude, aber auch Wehmut und ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft – alles war dabei und meine Augen waren mal wieder nass.
      Ich habe den Neben förmlich vor mir gesehen, auf dem Wasser ist dieses Naturschauspiel noch intensiver und unheimlicher, als an Land, finde ich, und wenn dann noch das Typhon zu hören ist. Ich musste bei deiner Schilderung gleich an alte Filme à la Edgar Wallace oder Hitchcock denken…
      Danke für dein Mitnehmen an Bord – in diesen Zeiten saugt man förmlich alles auf, was uns aufs Wasser hinausträgt, auch wenn wir nur kleine Runden drehen oder auf dem Fluss „paddeln.“
      Bleib gesund – schauen wir realistisch-optimistisch in die Zukunft!!!

    • #43135 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Hallo Michaela !
      Stimmt, ich kann mich erinnern, das du auch was auf Facebook gepostet hattest und ich schon dachte – hu- wie gruselig!!! Aber auch faszinierend. Ich mag den Nebel, wenn auch nicht beim Autofahren – auf dem Schiff habe ich es noch nicht erlebt. Jedenfalls nicht so massiv.
      Ich habe mit Freude deine Reise hier begleitet. Es hilft schon etwas und kommt wenigens mal ein bisschen raus! Du hast alles richtig gemacht !!!!!
      Vielen Dank für deine Berichte !!!
      Tschüß und bleib gesund,
      Kerstin ??

    • #43290 Antworten
      pooj
      Gast
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Antwort auf: Antwort #43290 in 5. Tag Seetag
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