9. Tag Seetag

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      Michaela
      Gast

      9. Tag Seetag

      Heute steht wieder ein Seetag an. Herrlich Entspannung pur, man hat endlich mal Zeit nur faul auf der Haut zu liegen… Aber Moment, da war doch noch was…
      Als erstes hat man ja schon diesen furchtbaren Zettel, den keiner haben will, bekommen. Mist, steht heute Abend etwa schon wieder Kofferpacken an? Aber da wollen wir lieber erstmal nicht dran denken.
      Nach dem Frühstück ging es erstmal an Deck, das doch wesentlich leerer war, als gestern, noch 😉

      Deck

      Gemütlich mit Decke auf der Liege, da es doch sehr windig war. Aber das schreckt uns ja nicht ab. Erstmal ging es dann daran den Feedback Fragebogen auszufüllen. Dann stand doch tatsächlich mal chillen auf dem Plan 😉 Aber nur bis um 11h. Dann stand die Nautisch-technische Fragestunde auf dem Plan. Zuerst haben der Kapitän, der Chefingenieur & der Umweltoffizier ihr Schiff bzw. ihren Bereich vorgestellt / erklärt. Das war schon sehr spannend. Aber noch „interessanter“ waren so manche Fragen der Gäste. Man sollte wirklich mal ein Buch schreiben. Hier meine Highlights:

      Was machen Sie eigentlich, wenn Sie einen Hafen z.B. auf Grund der Wetterbedingungen nicht mehr verlassen können?
      Dann bleiben wir halt da!

      Ich habe ja Vorerkrankungen und ich möchte eine Atlantiküberquerung machen. Wenn jetzt ein Medizinischer Notfall in der Mitte der Überquerung, wie auf dieser Reise geschehen (Ah, das war dann wohl die Durchsagen, die eines Abends der Crew galt – Starcode oder so ähnlich), eintritt. Was machen Sie dann?
      Wir brauchen 2,5h Tage in die eine und 2,5 Tage in die andere Richtung. Da kann man, wenn man in der Mitte ist nur noch Gas geben, um etwas früher als geplant anzukommen. Für einen Hubschrauber ist der Weg zu weit.

      Was passiert mit Medikamentenrückständen von den Passagieren im Abwasser? (Die Frage war nicht so einfach formuliert von der Dame, die sie gestellt hat und es hat bei allen etwas gedauert, bis man verstanden hat, was sie eigentlich wissen will)
      Die Kläranlage funktioniert genauso wie an Land (wurde bereits im Vortrag mehrfach erwähnt) und genauso können auch hier die Medikamentrückstände nicht rausgefiltert werden.

      Man sieht ja immer nicht wie die Lotsen an oder von Bord kommen. Wie passiert das?
      In der Regel per Boot, selten per Hubschrauber (wie denn auch sonst, das beamen ist ja noch nicht erfunden…)

      Ich sollte vielleicht das nächste Mal mitschreiben, damit man alles behält, was da so für „tolle“ Fragen kommen. Immerhin habe ich gelernt, dass es eine gelbe Fahne gibt, die für Quarantäne (ist die jetzt eigentlich auch für Corona zuständig?) steht und immer am Hafen gehisst wird, solange das Schiff noch nicht frei gegeben ist. Ich hoffe, ich habe das jetzt korrekt beschrieben, wir haben ja schließlich Fachleute unter uns 😉
      Im Anschluss ging es zum Essen und dann wieder an Deck. Mittlerweile haben doch einige Passagiere den Weg hierhin gefunden. Aber es ist immer eine freie Liege zu finden. Viel Entspannung gibt es wieder nicht, denn der nächste Sondervortrag stand an. Heute ging es um die Faszination Mittelamerika. Wieder ein sehr interessanter Vortrag mit tollen Bildern. Heute gab es auch die Vorführung des Reisefilms. Es wird das Bordleben und auch der eine oder andere Ausflug vom Filmteam begleitet. Der fertige Film wird dann immer Vorgeführt. Super, denn wenn man den Film kaufen möchte, kauft man nicht die Katze im Sack, sondern man kann sich nach dem angucken entscheiden, ob man den Film möchte, oder nicht. Was ich bei diesem Film besonders toll fand: es wurde der Ausflug nach Moskau begleitet, so dass wir auch von dort einige Eindrücke bekommen konnten. Ich bemühe mich ja immer Kameras aus dem Weg zu gehen, aber irgendwie hat das Filmteam es geschafft und ich bin einmal durchs Bild gelaufen… Natürlich mit meiner Kamera im Anschlag… 😉
      Wir wollten ja bei dieser Reise mal Shufflebord spielen. Einmal muss man dass doch als Kreuzfahrer mitmachen. Aber irgendwie kam es immer zu Terminkollisionen… Vielleicht klappt es im September. Dort haben wir 4 Seetage. Mein kleines Teufelchen auf der Schulter ruft aber schon: Wer weiß, ob die Fahrt überhaupt stattfindet…
      Heute Abend wurde vor der Verabschiedungsshow die Seekarte verlost. Ein kleines Mädchen durfte das Los ziehen. Und wen hat sie gezogen? Ihre Mama… Wer weiß, ob es da wirklich mit richtigen Dingen zugegangen ist 😉
      Die Show war sehr gelungen und viele Crewmitglieder haben sich verabschiedet. Dieses Mal hatte ich auch die Kamera mit.

      Verabschiedung

      Dann ging es mit gemischten Gefühlen in die Kabine und ins Bett. War die Tour wirklich schon wieder vorbei? Muß wohl, denn am nächsten Morgen war die Kielline vor der Balkontür. Der Kapitän hat sich also wieder einmal nicht verfahren… Nach einem gemütlichen letzten Frühstück ging es dann von Bord, Koffer abgeholt und zur Haltestelle gestiefelt. Die war dann natürlich in der Zwischenzeit gesperrt worden, warum auch immer. Also durch den Schlossgarten mit den Koffern zur nächsten Haltestelle gestiefelt. Ich glaube, ich hab immer noch Sand in den Kofferrollen 😉 Der Bus kam und mit einem letzten Blick aufs Schiff waren wir 20 Minuten später zuhause.

      Weil man es ja ohne Meer & Schiff so schlecht aushält, sind wir 2 Tage später nach Oslo gefahren und haben dort unser Schiff wieder getroffen 😉

      Ich hoffe, wir sehen uns im September bei meinem nächsten Blog (wenn er denn zu Stande kommen kann)! Ich hatte wieder viel Spaß beim schreiben und ihr hoffentlich beim Lesen. Ich glaube aber schon, jedenfalls was ich in den Kommentaren gelesen habe 😉
      Und natürlich einen Dank an Christian, der die Fotos immer so schnell eingestellt hat.
      Bis bald, bleibt alle gesund & haltet durch!

    • #28220 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Hallo Michaela!
      Das war wirklich eine schöne Reise ! Vielen Dank fürs Schreiben! Es hat wieder so viel Spaß und ich drücke auch die Daumen, das die Reise im September stattfindet! Dann würde ich auf jeden Fall wieder mitreisen.
      Ich besuche eigentlich auch immer die nautische Fragestunde und bin gespannt auf die Fragen der Gäste. Manche stellen auch fachlich kluge Fragen und man merkt besonders bei vielen männlichen Gästen das Interesse an Schiffen und Technik.
      Letzte Seetage sind meist sowieso nicht langweilig. Die letzten Fotos noch abholen. Bei Aida Brot für zu Hause bestellen. Eine super Einrichtung, wenn man keinen „Einkaufsservice“ zu Hause hat und Sonntags wieder zurück kommt. Den letzten Cappuccino in der Lieblingsbar und und und.
      Jedenfalls konnte man mit dir mal wieder ein bisschen Seeluft schnuppern- seelisch gesehen!
      Ganz liebe Grüße und bleibt alle schön gesund!
      Tschüß,
      ??

    • #28359 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Liebe Michaela,

      gerade in diesen Zeiten, in denen man sich auf die nächste Reise gefreut und auch schon vorbereitet hat, tun „diese Reisen“ jetzt ganz besonders gut – vielen Dank für Deinen Bericht. Wenn man auch beim „letzten Seetag“ gleich wieder wehmütig wird, kennt man dieses Gefühl doch nur zu gut, leider!!! Da hilft wirklich nur eins: Nach der Reise ist vor der Reise – sich selbst das Versprechen zu geben, falls noch nicht geschehen, die nächste Reise zu planen und sich mit diesem Ziel zu trösten. Mir persönlich tut es sehr gut, wenn ich genau weiß, dann und dann gehe ich wieder die Gangway hinauf!!!
      Mir Dir diese Reise zu unternehmen hat wieder viel Spaß gemacht und viele Erinnerungen hervorgeholt!!! Danke dafür! Ich beneide Dich, dass Du anschließend so rasch wieder zu Hause bist – wir haben dann von jedem deutschen Hafen immer einige Hundert Kilometer vor uns und eigentlich hat man dafür gar keine Lust, ich würde lieber diese schönen Erlebnisse und auch Erholung noch ganz lange bei und in mir tragen, das am liebsten dann in meinem „Kokon“ zu Hause.

      Hoffen wir alle, dass wir bald wieder auf Reisen gehen und unsere Erlebnisse hier teilen können!!! Vielleicht hat jemand ja auch Lust, „alte“ vergangene Reisen hier aufzuarbeiten und damit Appetit auf neue Routen zu machen 😉 Wir schauen uns mit Vorliebe jetzt unsere gesammelten Urlaubsfilme der letzten Jahre an – als Kontrastprogramm für die unendlichen Sonder-Corona-Sendungen, die mich nur noch nerven nach einem langen Arbeitstag im KH. Warum nicht schöne Reiseberichte und damit die Laune der Menschen heben???
      Bleibt alle gesund

      Viele Grüße
      Helga E.-D.

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Antwort auf: 9. Tag Seetag
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