9 Tage auf der MS Andrea

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  • Dieses Thema hat 6 Antworten und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Monat von Barbara.
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    • #39751 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Jetzt ist es schon wieder eine Woche her, dass wir von unserer Flussreise mit MS Andrea zurückgekehrt sind. Die neuntägige Route führte uns von Köln über Braubach, Rüdesheim, Mannheim (Heidelberg), Speyer, Straßburg/Frankreich, Breisach (Colmar/Frankreich oder Vierwaldstättersee u. Luzern/Schweiz), Basel/Schweiz, Worms, Bingen und St. Goarshausen (Loreley) nach Köln zurück.
      Wenn Christian von seiner begleiteten Gruppenreise – ebenfalls auf dem Rhein – zurückgekehrt ist, werde ich einen ausführlicheren Reisebericht unter „Gastblogger“ erstellen. Vorab möchte ich nur einen kurzen Überblick über „Flussreisen unter Covid-19“ geben. Das Fazit zuerst: Wir sind froh, dass wir nach allerlei Umbuchungen auf 2021 diese Reise „vor der Haustür“ gemacht haben, wir haben nicht nur die Heimat von einer ganz anderen Seite her erlebt, sondern auch viel Neues und immer wieder Aufgeschobenes gesehen. Zudem wollten wir austesten, was braucht man wirklich auf solch einer Reise, würden wir die neuen Gegebenheiten so in den Urlaub integrieren können, dass man trotzdem entspannt???
      Bis zum letzten Moment hielten wir uns mit unserer Vorfreude zurück, zu viele Reisen waren bei allen Veranstaltern umgeroutet/storniert/verschoben worden – aber wir hatten Glück und machten uns am 27.08.20 auf nach Köln, stellten unser Auto in der Partner-Garage Globus ab und wurden ohne lange Wartezeit zum Schiffsanleger am Konrad-Adenauer-Ufer, Steiger 5 gebracht. Die Einschiffung erfolgte, ebenfalls ohne lange Wartezeiten, unkompliziert und unter sorgfältiger Einhaltung von Hygienemaßnahmen (Maske, Abstand, Desinfektion, Temperaturmessung). Einen entsprechenden medizinischen Fragebogen hatten wir, wie verlangt, am Morgen des Einschiffungstages noch zu Hause aktuell ausgefüllt. Das Gepäck wurde ebenfalls gründlich desinfiziert und wie gewohnt auf die Kabine gebracht.
      Bei der MS Andrea handelt es sich um einen Neubau der Reederei Rijfers aus den Niederlanden aus 2020 – dementsprechend waren nicht nur die Kabinen nach den neuesten Standards und Annehmlichkeiten, sondern das gesamt Schiff, u. a. das Außendeckmobiliar, ausgestattet – dazu aber im ausführlichen Reisebericht später mehr.
      Die Reise wurde mit 70 % Auslastung durchgeführt, so dass im Restaurant in einer langen, offenen Tischzeit zu allen Mahlzeiten gegessen werden konnte. Wir hatten – im Gegensatz zu unserer sonstigen Gewohnheit – einen 2er Tisch, an dem während der gesamten Reise nur wir Platz nahmen. Vorweg – das Essen war ein Highlight dieser Reise. Die Bestellungen der Speisefolgen erfolgten wie gewohnt am Platz, das Frühstücksbuffet fiel in der gewohnten Form aus und wurde am Platz serviert – auch ein Novum, das wir persönlich gar nicht mehr anders haben möchten!!! Es gab ein „Phoenix-Frühstück“ mit diverser Käse- und Wurst/Schinken-Auswahl, Frischkäse, Tomaten/Gurken. Obwohl wir kräftige Frühstücker sind, reichte uns zu zweit ein solcher Teller. Ein Brotkorb, dessen Inhalt von der Crew bereits am zweiten Morgen mit unseren Lieblingssorten bestückt wurde, einen kleinen Teller mit Butter (endlich mal streichfähig!!!) und Konfitüre stand bereits auf dem Tisch zur Verfügung, so dass der erste Hunger gestillt wurde (den ersten Kaffee bzw. Espresso konnte man schon auf der Kabine kostenlos einnehmen). Die Aufnahme der Bestellung, so das „Französische Frühstück“ mit Croissants, Gebäck oder auch das „Vital-Frühstück mit Joghurt, Müsli usw. oder auch die gewohnten Eierspeisen, Würstchen/Speck, spezielle Cerealien, Milchprodukte, Fischteller etc., erfolgte zügig und die Speisen wurden auch ohne lange Wartezeit serviert. Was für ein Luxus – kein Hin- und Hergelaufe, wir saßen entspannt zusammen am Tisch, auch mit Kaffee und weiteren Sonderwünschen, auch diese sind möglich, z. B. nur Käse, keine Wurst o ä. waren jederzeit möglich.
      Das Maske-Tragen war nur in den öffentlichen Räumen, Kabinengängen oder auf der Gangway bei Landgängen Vorschrift – sobald man seinen Sitzplatz in der Lounge oder im Restaurant erreicht hatte, konnte man ihn ablegen. Auf dem Weg zum Sonnendeck war er auch nötig, aber bei ausreichendem Abstand war er z. B. beim Aufenthalt dort oder am Sitzplatz nicht nötig. Alle, Passagiere und Crew, achteten in der Regel darauf, bei „Vergessen“ erinnerten wir uns alle freundlich und nicht belehrend daran – hier gab es zu keinem Zeitpunkt unangenehme Vorfälle. Gebuchte Ausflüge oder selbstständige Landgänge waren zu jedem Zeitpunkt möglich, in Bussen musste Maske getragen werden.
      Auch hier ein Fazit: Wir haben das bereits in Fleisch und Blut eingegangene MNS-Tragen zu keinem Zeitpunkt als Einschränkung erlebt, der Kontakt zur Reiseleitung/Crew und auch den Mitreisenden war wie gewohnt herzlich und entspannt, wir hatten den gleichen Spaß wie immer.
      Am Ende des Abendessens wurde von der Hoteldirektorin am Tisch täglich Temperatur gemessen, auch dies stets mit Herzlichkeit und Späßchen, dennoch ernsthaft, vorgenommen. Warteschlangen wurden durch diese Vorgehensweise absolut vermieden. Alles war wirklich gut organisiert, die freundlichen, aber bestimmten Hinweise auf Einhaltung der Vorschriften von der Schiffsleitung nie aus den Augen verloren.
      Die Kabinen wurden ständig absolut mit viel Aufwand gereinigt und desinfiziert, dort und auch an vielen Stellen standen Desinfektionsspender und auch hier wurde auf die Nutzung geachtet. Die Tische und Bestuhlung vom Sonnendeck bis hin zur Lounge wurden ebenfalls sichtbar ständig desinfiziert, selbst die Polsterung wurde mit einem Spray bearbeitet. Ich bin in diesen Dingen sehr pingelig – es gab zu keinem Zeitpunkt für mich einen Kritikpunkt, ich habe mich, soweit möglich, immer gut geschützt gefühlt, für den Rest steht jeder selbst in der Verantwortung!!!
      Ein Entertainment war leider aufgrund von Vorschriften nicht möglich, begleitende und gute Piano-Musik am Abend in der Lounge gestalteten unsere netten und fröhlichen Unterhaltungen mit den Mitreisenden angenehm – wir kamen endlich mal früher in unsere Koje und stellten fest, man braucht nicht viel, um angenehme Abende zu gestalten. Wenngleich wir uns sehr auf die Darbietungen der Tageskünstler auf See und auf Fluss freuen…
      Ich denke, das sind die wichtigsten Eindrücke, die viele Kreuzfahrt Begeisterte zurzeit umtreiben, zu den bereisten Orten demnächst mehr. Wie schon erwähnt, wir sind froh, diese Reise unternommen zu haben und wir werden gerne und öfter eine Flussreise unternehmen (im Mai 21 Rhone) und wissen jetzt auch, dass wir flexibel genug sind, sobald wie möglich wieder auf eine Hochsee-Kreuzfahrt zu gehen, ganz gleich, wie sie auch aussehen mag. Wir fühlen uns, soweit es überhaupt möglich ist im Alltag, sicher und achtsam behütet. Als wir z. B. in Bingen die endlosen Warteschlangen auf die Ausflugsschiffe und die vollen Sonnendecks gesehen haben – obwohl wohl die vorschriftsmäßige Abstandshaltung eingehalten worden ist – waren nicht nur wir, sondern auch unsere Mitreisenden der Auffassung, das wäre uns allen zu viel und zu voll gewesen! Wie entspannend war es dagegen auf unserem Flusskreuzfahrtschiff…

    • #39756 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Hallo Helga!
      Ich habe gerade mit großem Interesse deinen ersten Beitrag zu eurer Flussreise gelesen. Ich fand es sehr interessant, das das Hygiene-Konzept so gut umgesetzt wurde. In einem der Beiträge über das Kreuzfahren mit Corona war man dabei, ein Konzept zu erfinden, der praktikabel für die Crew, räumlichen Begebenheiten und trotzdem „kundenfreundlich“ sich gestaltet. Ich denke, das diese Umsetzung alles andere als „unbequem“ oder einschränkend für einen ist. Ich weiß ja, das die Maske zu deinem Berufsalltag sowieso gehört, aber auch bei uns in der Bank haben wir sie sehr oft auf, wenn wir mit den Kunden im Gespräch sind. Auch für uns ist das „normaler“ Alltag.
      Das Gefühl mal aus dem täglichen Allerlei herauszukommen und in einen „Urlaub“ zu gehen, empfinde ich wichtig, um den eigenen Akku auch mal wieder aufzutanken. Allein so ein Tagesausflug tut schon viel bei, aus dem Trott herauszukommen. Schon vor Corona hatte ich Interesse gefunden, das eine solche Reise schon schön ist, um mal wieder etwas mehr in Deutschland kennenzulernen. Den Luxus sein „Hotel“ immer mit dabei zu haben und nicht selbst fahren zu müssen. Nebenbei immer einen Ausblick auf die sich verändernde Landschaft und der Gewissheit, nicht selbst kochen zu müssen und einfach die Ruhe genießen. Somit bin ich schon sehr gespannt auf meine erste Flussreise.
      Durch die Medien und nicht zuletzt durch Christian, wird jetzt auch ein etwas „jüngeres Publikum“, in diese Art von Reisen herangeführt. Es war einfach vorher nicht so bekannt, das das durchaus eine tolle neue Alternative darstellt, zu der Hochsee. Und auch hier gibt es eine große Auswahl, was Routen, Schiff, Komfort und Konzept angeht.
      Ich freue mich auf jeden Fall auf deine Berichte und wünsche allen, die gerade auf dem Fluss unterwegs sind, ganz viel Spaß !
      Habt alle einen schön Urlaub!!!
      Ganz liebe Grüße,
      Tschüß, Kerstin

    • #39786 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Hallo Kerstin,

      Danke für Deinen Kommentar.
      mich stört das Durchschnittsalter auf Reisen nicht, Hauptsache, die Mitreisenden sind aufgeschlossen, respektvoll und haben sichtliche Freude am Reisen. Auf unserer Reise waren auch einige jüngere Passagiere an Bord, die diese nach ihrer Aussage sehr genossen haben und für die dies auch nicht die letzte Flussreise gewesen sein soll.
      Für uns war es eine tatsächlich schnelle spürbare Entschleunigung vom Alltag, mehr als auf Hochsee, die Nähe zur Natur am Flussufer, kein Verpassen von Tagesprogrammpunkten ohne auch nur einen Moment von Langeweile. Im Gegenteil, die Tage vergingen wie im Flug – bekanntlich gehen die Uhren an Bord ja anders, leider schneller!
      Ich wünsche Christian und seiner Gruppe auch noch schöne Tage auf Rhein und Mosel – heute sind sie ja in Straßburg und das, wie auch von Beginn an, bei Kaiserwetter.

      Viele Grüße
      Helga E.-D.

    • #39794 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Hallo Helga,
      Du, damit das aber nicht in ein falsches Licht gerät: mich stört das Durchschnittsalter auch nicht bei den Mitreisenden und beurteile immer einen Menschen, wie er sich im allgemeinen verhält, egal in welchem Alterssegment er sich bewegt. Ich meinte nur, das die Zielgruppe für solche Reisen sich aktuell etwas verändert und auch mehr in den Medien und auf dem Reisemarkt präsent ist.
      Da möchte ich keinen falschen Eindruck hinterlassen 😉!!!

    • #39891 Antworten
      Helga Dluhosch
      Gast

      Hallo Kerstin,

      so habe ich das auch nicht verstanden 😉 Vielleicht brauchen manche Leuten erst einmal einen Stubser, bevor sie für sich Neues in Erwägung ziehen – es gibt so viele interessante Kurzreisen auf dem Fluss, wo man es mal ausprobieren kann.

      Viele Grüße
      Helga E.-D.

    • #40066 Antworten
      Irmela Tölke
      Verwalter

      Liebe Helga,
      vielen Dank für Deine ausführlichen und interessanten Eindrücke und Schilderungen. Das ist wirklich sehr interressant. Und es ist sehr schön zu lesen, wie begeisterungsfähig ihr auch unter etwas anderen Umständen seid. Ich bin schon sehr gespannt auf Deine weiteren Berichte.

      Ganz liebe Grüße,
      Irmela

    • #40267 Antworten
      Barbara
      Gast

      Liebe Helga,

      Vielen Dank für dieses Vorbericht. Da freue ich mich doch gleich auf den ausführlichen 😊
      Wir haben morgen einen Termin im Reisebüro und buchen eine Fahrt auf der Donau für nächstes Jahr. Und dann lassen wir uns mal überraschen, ob die Reise wie geplant stattfinden wird 😊. Aber durch deine Schilderungen übers Hygienekonzept seh ich dem schon mal beruhigter entgegen.

      Ich wünsche allen schon mal ein schönes Wochenende und bleibt gesund.
      Liebe Grüße Barbara

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