Aida Norwegens Fjorde 4/ 2. Bericht

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  • Dieses Thema hat 6 Antworten und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Jahre von Kerstin Krückeberg.
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    • #15184 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Einschiffung mit Hindernissen

      Endlich ! Der Brief mit den Reiseunterlagen ist da und das Koffer packen konnte begonnen werden. Meine Nachbarn waren zwei Wochen vorher aus dem Urlaub zurück gekommen. Mit der anderen bekannten Club-Schiff-Flotte ist es auf Kreuzfahrt nach Norwegen gegangen. Sie hatten mir schon berichtet, das es dieses Jahr in Norwegen ungewöhnlich warm ist . Auf dem Schiff wird es aber auch mitunter kühl, schick zum Abend sollte es auch sein, die Qual der Wahl- okay- ich hatte natürlich viel zu viel mitgenommen und mein großer Koffer war ordentlich schwer.

      Wir haben den „Indiuvidual-Traveller „ gebucht und reisen nach Kiel zur Aida auf eigene Regie an. Meine Anbindung an öffentlichen Verkehrsmitteln sonntags am Stadtrand von Hannover, ist eher schlecht und ich buche mir am Vorabend ein Taxi zum Hauptbahnhof Hannover.

      Der Wecker läutet und es ist endlich Abreisetag. Pünktlich zur bestellten Zeit ist das Taxi da. Wir reden während der Fahrt gerade über Schiffe und Reisen, als wir in die erste Straßensperre hineinfahren. Oh Nein!!! In Hannover ist Schützenfest- es ist genau dieser Sonntag ! Schützenausmarsch !!!! Wie konnte ich das große alljährliche Ereignis des weltgrößten Schützenfestes, wofür Hannover übrigens berühmt ist! , total vergessen! Weit vorm Aufstehen, wird der innere Ring in Hannover für den großen, stundenlangen Umzug für Schaulustige und Schützen abgesperrt . Dort liegt auch der Hauptbahnhof Hannover. Zwar ist immer eine Seite offen, damit die Gäste aus der ganzen Welt auch anreisen können, nur leider nicht die aus meiner Richtung. Der Taxifahrer beginnt jede Menge Alternativen zum Hauptbahnhof auszuprobieren, was die vielen Baustellen in der Ferienzeit auch nicht einfacher machen. Augen zu- das war Einbahnstraße falsch herum ! Zum Glück hatte ich genügend Pufferzeit eingeplant und steige dann noch einigermaßen pünktlich aus dem Taxi mit der musikalischen Untermalung vom Radetzky-Marsch. Einige der anreisenden Schützenvereine in Uniform und Musikcorps hatten sich dort schon mal warm gespielt. Unser Bahnhof ist eigentlich zu jeder Tages- und Nachzeit immer voll und trubelig. Gar nicht so einfach sich zwischen den ganzen Gästen, Schaulustigen und Musikkapellen durchzuschlängeln. Wer in Hannover im Bahnhof umsteigen möchte, sollte immer genügend Zeit für den Umstieg einrechnen. Das mal nur so nebenbei!

      Die Zugfahrt, die wir recht früh im voraus gebucht hatten, war ziemlich günstig mit 14,95 Euro pro Person, pro Strecke, im ICE Hannover- Kiel ohne Umsteigen und Sitzplatzreservierung. Eigentlich eine gute Entscheidung, da wir sonst mit 6 Personen und Gepäck, mit zwei Autos hätten fahren müssen. Die A7 besteht zur Zeit ohnehin nur aus Stau. Auch ein Shuttle-Service wäre teurer gekommen.

      Die Sitzplatzreservierung war wirklich sinnvoll- es ist Ferienzeit und der Zug kam morgens schon aus der Schweiz- und war rappelvoll . Und so steigen 6 Personen mit 6 Riesenkoffern in den Zug und es geht erstmal nicht weiter . Weder vor noch zurück. Wir hatten den Wagenstand-Anzeiger gelesen und waren im richtigen Waggon. Die noch nicht ganz freien Sitzplätze in Sichtweite fest anvisiert, die erste Kontaktaufnahme: Entschuldigung, wir haben reserviert – die Leuten auf den Plätzen sind nett und stehen auf, können aber nicht richtig weiter, weil aus der Gegenrichtung Gegenverkehr kommt, auch mit riesigen Koffern. Dazu ein älteres Ehepaar, die die richtigen Plätze zwar gefunden hatten, aber leider nicht im richtigen Waggon waren. Die Diskussion der Mitreisenden warten wir geduldig im Stehen ab. Das Knäul aus Menschen und Gepäck löst sich auf. Endlich können wir uns setzten, der Herr hinter mir, ist nun auch wieder ruhig. Irgendwie ist die DB nicht so richtig auf Ferien , mit vielen Menschen und dazu dem üppigen Reisegepäck , so richtig eingerichtet. Als der Schaffner den Hindernislauf über Gepäck und Menschen geschafft hat, stellt er erstmal die Zwischenwaggontür auf daueroffen, weil die Koffer nirgendwo mehr weiter untergebracht werden können.

      Durchsage : Dieser Zug wird wegen einer Baumaßnahme einen der Hamburger Bahnhöfe nicht anfahren . Die beiden Musikerin, neben und vor mir, werden unruhig- wie jetzt ? hält nicht ?! Sie kamen von einem Konzertengagement und sollten pünktlich in Hamburg, erneut auftreten. Panik, nächste Möglichkeit wäre Neumünster. Trotz der Durchsage hält der Zug dann doch in Dammtor. Das Ehepaar hinter mir , ist auch mit dabei. Jetzt beginnt wieder das Schiebepuzzel mit Koffer, Menschen und Stau. Sie kommen nur langsam zur Tür voran. An ihren Koffern hängt ein riesiges graues Schild: Norwegian Jay – wir grinsen- „Sie gehen auf Kreuzfahrt?!“ Ja- es ist schon unsere 6. Fahrt und die erste mit der Norwegian- und Sie ? Mit der Aida ? ! Ja, aber nicht von Hamburg sondern von Kiel ! Gute Reise und viel Spaß !: -) Irgendwie haben sie es dann doch geschafft aus dem übervollen Zug auszusteigen.

      Ganz pünktlich kommen wir mit dem Zug in Kiel an und ein Schwall von Leuten steigt aus. Auch die große Reisegruppe aus der Schweiz mit einer Horde von Jugendlichen. (Christian: das könnte echt eine Marktlücke sein- vermutlich eine Ferienfreizeit mit Erwachsenen als Betreuer und Teenagern , die gemeinsam auf Kreuzfahrt gingen!)

      Im Hauptbahnhof von Kiel kann man den Guide für den Shuttle-Service zur Aida nicht übersehen. Nee, wir sind ja individual Traveller und gehen auf Empfehlung von Andreas Kollegen ( das sind max. 10 bis 15 min zu Fuß und kann man auch nicht verfehlen !) zu Fuß zum Schiff. Wir sind ja jung und gesund und der Preis, der uns für den Shuttle-Service damals genannt wurde, ein wenig happig.

      Wir sind alle zum ersten mal in Kiel und ich gehe deswegen zum Guide und frage : zur AidaBella ? Wo gehts lang? Sie sagt, einfach den blauen Strich auf dem Boden folgen, kann man nicht verfehlen! Ich wiederhole es sogar nochmal, wegen der Lautstärke im Bahnhof .

      Hinaus aus dem Bahnhofsgebäude- nach etwas Suchen haben wir den Strich dann auch gefunden und gehen über die Straße, an den Schiffen vorbei , StenaLine , nette Cafés, es ist ganz schön warm, nee eigentlich heiß und kommen auf eine Brücke zu , die auf ein Terminal führt. Diese gehen wir mit den Koffern hoch , hinein ins Terminal, wo allerdings ColorLine dran steht. Also, irgendwie , sind wir hier nicht richtig!? Ein mulmiges Gefühl kommt bei allen auf. So im Nachhinein gedacht, hätte ich ja kurz hier im Blog mal fragen können. Ich bin mir sicher, hier hätte ich eine kompetente Auskunft erhalten ! Irgendwie habe ich das mit arbeiten bis zum letzten poeng und dem ganz drumherum vergessen zu fragen.
      Statt dessen fragen wir einen sehr kompetent aussehenden Herren in maritimer Uniform , der kurz bleich im Gesicht wird. Hier sind Sie völlig falsch!!! Hatten wir fast schon geahnt! Am besten gehen Sie auf der anderen Seite hinunter und nehmen sich ein Taxi. Das ist ganz schön weit weg – mit den Koffern und so- also Sie müssen ganz ans andere Ende, dort liegt die Aida . Okay- doch ein Taxi – möglichst ein Großraumtaxi, wie gesagt, 6 Personen mit Gepäck.

      Ein Security Mann sagt uns, es gibt zur Zeit keine verfügbaren Großraumtaxis , aber er ruft uns stattdessen zwei normale. Eines steht zwar schon da, der Motor läuft, der Fahrer ist jedoch nicht in Sicht. Wir warten an der PKW-Abfertigung der ColorLine. Wir warten 5 Minuten, 10 , 20 , 25 Minuten. Es kommt kein Taxi . Auch sonst ist keiner mehr da und die Autoschlage der ColorLine wird immer kleiner . Meine Check-In-Zeit für die Aida wäre zwischen 13.00-14.00 Uhr, die wird schon knapp. Andreas Familie hat den Zeitraum 15.00- 16.00 Uhr. Da wir sowieso als Gruppe gemeldet sind, nehme ich es cool und denke, die werden mich schon mit aufs Schiff lassen, selbst wenn ich meine persönliche Zeit , nicht einhalten kann. Die Kids werden unruhig und wollen los und wir beschließen, das Taxi Taxi sein zu lassen und gehen den ganzen Weg, den wir gekommen sind, wieder zurück. Auf halber Strecke sichtet Andreas Partner ein Pärchen mit AidaBella-Anhängern, die gemütlich auch zum Schiff gehen und wir klemmen uns mit etwas Abstand an sie dran. Sie kennen den Weg! Andreas Koffer gibt auf halber Strecke auf ,die Rollen sind hin, kurz das Gepäck umverteilen und Andreas Partner macht den Rest der Strecke Workout einarmig , mit mindestens 20 Kilo „Handgepäck“.

      Und endlich kommt sie doch in Sicht , die AidaBella 🙂 , das Terminal am Ostseekaj, LP 27, nette Mitarbeiter, die uns die Koffer abnehmen, freundlich lächeln und uns 6 völlig verschwitzen Urlauber begrüßen und uns den Weg hinein weisen. Nebenan liegt gleich die AidaCara, die nach uns auslaufen wird.

      Es sind schon eine menge Leute da, trotzdem kommen wir schnell durch die erste Barriere. Ich bin vorangegangen und werde gerade aus , über einen roten Teppich, nach vorn gewiesen. Andreas Familie jedoch nach rechts in eine Warteschlange, die wie am Flughafen, im zickzack verläuft. Äh- bin ich hier falsch? Ich sollte hier lang gehen und ich werde sofort aufgerufen und soll zum Bistro-Tisch 6 gehen. Dort empfängt mich ein sehr erfahrender Gastgeber (so nennen sich bei Aida die Gästebetreuer) der mir meinen Abschnitt für die Bordkarte und den Gesundheitscheck (Frage nach Fieber und Durchfall hatte ich negativ beantworten können) abnimmt und ein Foto mit seinem Smartphone schießt. Herzlich Willkommen ! Sind Sie Erstfahrer- nee- gut – dann brauche ich gar nicht viel erklären, Ihre Bordkarte bekommen Sie sofort beim nächsten Schalter , einfach zur 4! Alle notwendigen Daten, Adresse und Paß hatte ich vorab von zu Hause per PC im sogenannten Schiffsmanifest auf der MyAida-Homepage bereits eingegeben, so dass die Einschiffung in wenigen Minuten fertig ist. Fehlte eben nur das Foto. An der 4 erhalte ich meine Bordkarte zusammen mit der von mir auch zu Hause ausgesuchten und gebuchten Getränkekarte. Beides sofort gültig. Ich hätte auch sofort weiter gehen können und das Schiff betreten, doch ich bin ja nicht alleine unterwegs. Ich sehe, das Andreas Familie gemächlich in der Schlange immer weiter vorrückt. Ich hole mein Schlüsselband heraus, welches mich über die Reise immer begleiten wird. Ist schon lustig, alle Gäste ob männlich, weiblich, im Anzug oder Freizeit-Outfit, alle haben sie ein Schlüsselband um den Hals, wo Bord-und Getränkekarte dran baumelt.

      Während der Wartezeit mache ich meine ersten Fotos von der Aida und mir schießt die ganze Zeit der Satz meiner Kollegin durch den Kopf , welcher lautet:
      „Weißt du, was das tollste Gefühl ist, du kommst am Hafen an den Kai, vor dir liegt das riesige Schiff und du weißt, ich habe dafür ein Ticket in der Hand !“ Ein Dauergrinsen stellt sich ein! Vergessen der unbequeme Weg zum Schiff.

      Als Andreas Familie endlich dran ist , rufen die Kids- hey du bist ein VIP ! Da ist schon was Wahres dran und mir auch ein wenig unangenehm. Aufgrund meiner höheren Kabinenkategorie, habe ich automatisch einen VIP-Service mit gebucht, resultierend an der späten Buchung wegen unseres Urlaubsplans, nicht unbedingt weil ich Krösus bin. Das erklärte jedoch den schnelleren Check-In. Nun sind sie ebenfalls an der Reihe, an einem Bistro-Tisch und plaudern mit einem netten Herren, ebenfalls mit Smartphone in der Hand. Auch er macht Fotos für den Bordausweis. Hat aber ein Problem mit der App und lässt sich vom Kollegen helfen. Es ist übrigens der Schauspieler (also aus dem Entertainment-Bereich) der abends an Bord unter anderem, die Bilder der Galerie mit Textlesungen untermalt.

      Es geht an Bord. Endlich ! Was für ein Gefühl ! Willkommen AidaBella!!! Wir kommen auf Deck 5 an und mein iPhone piept und bekomme eine SMS mit dem Hinweis , das meine Kabine für den Bezug fertig ist. Herzlich Willkommen!

      Die Kabinen von Andreas Familie sind noch nicht fertig und wir beschließen erstmal kurz bei mir hineinzuschauen. Jawoll ! Alles so wie vorgestellt! Nee, eigentlich noch schöner ! Herzlich Willkommen vom Housekeeping und mit Blick vom Balkon auf den Kieler Hafen. Doppelbett mit Betthimmel , modernes kleines Bad mit Dusche, aber ausreichend groß. Alles picobello sauber, ordentlich, modern und einladend. Die Handtücher fürs Sonnendeck liegen wartend auf dem Bett. Schön ist es!

      Das Reisebüro hatte damals schon gesagt das die notwendige Rettungsübung um 17.00 Uhr stattfindet, also eine Stunde vor Abfahrt. Mittlerweile ist es 15.00 Uhr und uns allen hängt der Magen in der Kniekehle. Wir gehen in die Pizzeria Mare und essen leckere frische Pizza mit Salat. Die anderen Restaurants sind noch nicht geöffnet. Beim Essen bekommt auch Andrea die Nachricht, das die Kabinen bezugsfertig sind. Also los.

      Bei der Beratung der Kabinen hieß es zum damaligen Zeitpunkt, das nur die beiden älteren Söhne, Alter 15, in eine Kabine alleine dürften. Der jüngere mit 11 Jahren, müsse bei den Erwachsen schlafen. Bei der Besichtigung vor Ort stellten wir fest, das es sich um eine Kabine mit Doppelbett handelte (dort sollten die beiden Großen schlafen) und die andere , eine Kabine mit zwei Doppelstockbetten (also auch für vier Personen geeignet) . Hm- nicht so ganz optimal. Also los zur Rezeption. Dort hatte man überhaupt kein Problem mit der Thematik Kabinenbelegung und Alterssegment und fix wurden die Kabinen einfach getauscht, die Bordkarten wurden dabei rasch neu erstellt. Die drei Jungs gingen in die Kabine mit den Doppelstockbetten und die Erwachsenen in die, mit dem Doppelbett. Beide Kabinen waren auf Deck 4 nebeneinander und meine auf Deck 6. Praktischerweise sind die Kabinentüren der Decks immer andersfarbig. Das macht die Orientierung für Neulinge einfacher. Bei Andrea waren alle in hellgrün und ich bei mir in gelb gehalten.

      Gegen 16.30 Uhr meldet sich unser Kapitän Herr Henning Ueberall in die Kabine. Er heißt die Gäste willkommen und erinnert an die Pflichtveranstaltung um 17.00 Uhr – die Rettungsübung. Das kann man auch in „Aida Heute“, dem Bordflyer oder auch Tagesprogramm genannt, nachlesen. Es gibt ihn für jeden Tag mit allen wichtige Infos, Tipps, Öffnungszeiten und vielem mehr. Der heutige lag auf dem Bett, ansonsten wird er draußen an die Tür geklemmt, wo eine Halterung für Kabinen-Post ist.

      Für mich ist die Rettungsübung ja ein Highlight 🙂 ! Bei meiner ersten Reise war ich etwas nervös und hoffte , mich beim Anlegen der Rettungsweste, nicht zu blamieren. Auf der Aida geht man nämlich mit schon angelegter Rettungsweste zum Versammlungsort. Das Signal ertönt und alle Gäste laufen geordnet die Treppen, bei mir ist es eine Crewtreppe, zum Sammelpunkt G auf Deck 5. Und der Weg von Deck 6 zu 5 nicht weit. Überall steht die Crew mit Schirmmützen und Rettungswesten und weisen den Weg. Wir werden in Reihen aufgestellt und ich wundere mich schon ein bisschen, da beim letzten Mal immer jemand mit Klemmbrett stand und bevor man sich überhaupt aufstellen sollte, die Kabinennummer auf der Weste , abgehakt wurde. Diesmal nicht. So langsam wurde es auch richtig voll und eng und dann ging es los. Wer wurde von uns denn noch nicht gescannt??? kam laut die Frage . So etwa die Hälfte nicht , da wir uns ja brav wie angesagt , in Reihe gestellt hatten. Schiebepuzzel hatten wir ja heute schon geübt und die Offizierin mit dem Handscanner, scannte alle fehlenden Bordkarten nach. Zwischendurch kam auch mal der Einwand: Hallo, Sie hatten mich doch schon längst gescannt, als immer noch fehlende Kabinennummern aufgerufen wurden. Irgendwie war das auch nicht ihr Tag! Sie nahm es jedoch zurückhaltend gelassen und scannte, was das Zeug hielt.
      Nebenan hatten sie einen der Offiziere, der seine „Gruppe“ lautstark und militärisch knapp aufrief und grüßen ließ. Bei so einem war ich beim letzten mal :-). Die Sicherheitsbelehrung wird in deutscher und nochmal in englischer Sprache mit dem Lautsprecher durchgesagt, danach wurde die Übung beendet.

      Wir gehen direkt hoch zum Pooldeck, eine kribblige Unruhe entsteht und wir holen uns einen Cocktail an der Bar. Die Leinen werden gelöst, der Typhon hupt (heißt das so?) , die Auslaufmusik startet und wir fahren gemächlich in die Kieler Förde. Aus dem Lautsprecher kommt enya mit sail away und gleich danach die extra komponierte Musik für Aida von Martin Lingnau. (Übrigens, um sie sich auch nochmal zu Haus anhören zu können, kann man sie sich bequem im iTunes Store herunterladen! ) Umrahmt von Segelbooten, Sonnenschein und dem Gefühl : es geht los. Knoten im Hals, Tränchen im Auge- zum Glück bin ich mit dieser Gefühlsregung nicht alleine. Überall glückliche Gesichter! Allerdings kein winke winke- eigentlich schade!

      Bis zum Abendessen nutze die Zeit und packe meinen Koffer weiter aus. Zum Glück sind sie jetzt da, denn es hat mit der Verteilung doch recht lange gedauert und wieder wurde meiner früher gebracht, als die von Andreas Familie. Einer fehlte und war vom Zoll komplett durchsucht worden. Was sie da finden wollten? Keine Ahnung. Die Rezeption war auf Nachfrage, wann denn sie endlich bei der Kabine ankommen, zuversichtlich. Ist halt viel zu tun!

      Immer wieder gehe ich raus auf den Balkon, genieße die Sonne und den Blick aufs Meer. Da , da war doch was- oder doch nicht? Doch ! Einmal ganz deutlich sieht man den Rücken eines Schweinswals. Sie gehören in die Gattung der Zahnwale und sie werden etwa 1,60 m bis 2,0 m groß. Sie sind auch in Nord-und Ostsee zu finden (Wikipedia). Sie begleiten ein Stück das Schiff . Auf Sylt , wenn man Glück hat, kann man manchmal auch welche am Weststrand sehen.

      Auf zum Abendessen, um dann hinterher pünktlich zum Sail-Away-Abend mit Welcome-Sekt auf dem Pooldeck zu sein. Als Laura Biermann, die Entertainmentmanagerin, das Sektbuffet eröffnet und die Gäste mit einem überschäumenden lautstarken „Sie haben Urlaub“ begrüßt, ist die Botschaft wirklich auch beim Letzten angekommen. Es muss eine tolle Reise nach Norden/Norwegen werden!
      Die Welcome-Show der Aida Stars ist bunt und furios und geht geschmeidig in die Laser-Show und Poolparty über. Egal welches Alter, alle tanzen, hüpfen, klatschen und wedeln mit den Händen in der Luft und singen laut mit DJ Marco.

      Es war ein eigentlich ein langer Tag. Andreas Familie hat sich schon in die Kabine zurückgezogen. Ein traumhafter Sonnenuntergang (es werden auf dieser Reise übrigens ganz viele schöne Sonnenauf- und untergänge ) hält mich aber doch noch oben an Deck gefesselt. Nebenher fahren einige Handelsschiffe beladen mit Containern und Kränen, neben und hinter uns und halten mit uns Kurs. Ganz schön viele sind es. Scheint eine vielbefahrende Strecke zu sein. Ich bin zusammen mit einer größeren Gruppe Schaulustiger und Fotografen , ganz vorn , ganz oben, an Deck. Der Wind hat kräftig aufgefrischt und ich muss das Smartphone ordentlich festhalten. In der Ferne taucht eine riesige beleuchtet Brücke auf. Die schnell immer größer wird. Es ist Storebaeltsbroen , die Großer-Belt-Brücke. Eine Hängebrücke die Ost-und Westdänemark miteinander verbindet. Fyn (Fünen )mit Sjaelland (Seeland ) und hat eine Gesamtlänge 6790 Meter (Ostteil), 6611 Meter (Westteil) (Wikipedia). 18 Kilometer statisches Wunderbauwerk mitten im Meer. Es ist mittlerweile 23.04 Uhr und wir fahren drunter durch. Ein Gewitterlicht sämtlich verfügbarer Fotomedien! Riesig ist sie ! Und die Brücke wird noch gut befahren von LKWs und Autos. Es sieht ein wenig knapp aus, doch wir passen natürlich drunter durch. Trotzdem hört man ein Raunen durch die Menge. Schöner kann der Tag eigentlich nicht enden.

      Jetzt ist auch für mich Zeit auf Kabine zu gehen.

      Endlich in der Kabine gemütlich im „Schaukel-Bett“ – los gehts , immer Richtung Norden ! Mit voller Fahrt voraus!

    • #15185 Antworten
      Michaela
      Gast

      Moin Kerstin,

      ein super Bericht 🙂 Auch vielen Dank für die Infos vorweg. Ja ja, die blaue Linie… theoretisch ne super Idee euch auf diesen Weg zu schicken. Es wäre aber sicher hilfreich gewesen, wenn man euch erzählt hätte, dass es dort auch Abzweigungen gibt. Es hätte auch gereicht, wenn ihr die Info bekommen hättet runter zum Wasser, rechts und dann einfach geradeaus laufen 😉
      Übrigens die Brücke ist unsere 3 Feld-Zug-Klappbrücke, die am Anfang überhaupt nicht klappte, mittlerweile aber meistens brav ihren Dienst tut 😉
      Wieviel kostet denn der Shuttle zum Ostseekai? Hätte gedacht der ist inklusive 😮 Aber meine Freundin, die in Steinwerder an Bord der perla ging hatte auch schon berichtet, dass sie den extra bezahlen mussten. Aber wenn ich mir vorstelle nach Steinwerder mit dem ganzen Gepäck… Da hab ich ihr dann doch zum Shuttle geraten.
      Und ich bin ja voll neidisch. Einen Schweinswal habe ich noch nicht gesehen 🙁 Ich hatte aber das Glück vorletztes Jahr unseren Delphin zu sehen 🙂 Vielleicht bekommen wir ja mal wieder Besuch.
      Ich freue mich schon darauf wie es weiter geht (und auf die noch fehlenden Fotos)!
      LG Michaela

      • #15223 Antworten
        Kerstin Krückeberg
        Gast

        Hallo Michaela!
        Wenn man den richtigen Weg kennt, ist er tatsächlich auch ganz gut zu laufen und bestimmt passt dann auch die Zeitangabe von 10 bis max. 15 min Fußmarsch. Ich persönlich hatte sogar den Preis ganz falsch verstanden und dachte pro Strecke 10,00 Euro. Für 6 Personen, 60,00 x 2 , 120,00 Euro. Nee! Gemeint ist jedoch in etwa 10,00 Euro für Hin-und Rückfahrt. Die Strecke kostet 3,99 Euro, das dann mal 2 für einmal hin und einmal zürück. Somit insgesamt 7,98 Euro. Der Bus fuhr wirklich nur wenige Minuten, denn du ahnst es bestimmt schon: den Rückweg von der Aida zur DB, haben per Shuttle gemacht. Wie gesagt, Andreas Koffer hatte ja schlapp gemacht und das Nachbuchen des Shuttles ein Tag vor Abreise überhaupt kein Problem!

        Der berühmte blaue Strich tauchte dann tatsächlich auch beim Aida-Terminal wieder auf. Ich glaube das Mädel, was den Guide machte, war eine studentische Aushilfskraft. So wirkte sie jedenfalls.

        Ein gutes hatte diese Aktion: ich weiß jetzt haargenau, wo die ColorLine abfährt und sollte ich mal eine Kurzreise unternehmen, was ich ganz bestimmt mal mache, dann weiß ich wo ich hin muss 🙂 !!!
        Und trotzdem hat Kiel mich nicht vergrätzt. Mal sehen, vielleicht ist ja wirklich die nächste Kieler Woche „Meine“ !!!
        Ganz liebe Grüße und ich drücke die Daumen das du auch mal einen Schweinswals siehtst! Meist passiert das immer dann, wenn man so gar nicht damit rechnet!

        Ganz liebe Grüße, Kerstin

    • #15219 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Hallo Kerstin,

      ich bin jetzt ein wenig außer Atem nach Deinem Bericht – vor Lachen und vom „Hin- und Herlaufen und Suchen“ 😉 Nichts mehr für mich – Bahn (Flug)/Shuttle/Taxi oder per Pkw am liebsten mit Hotelvoraufenthalt, aber als ich noch so jung war die Du…
      Nach dieser Anreise habt ihr euch jetzt aber den Erholungs-Kreuzfahrt-Modus verdient!!!

      Wir werden hoffentlich bald weiterlesen und mitfahren dürfen…

      Viele Grüße
      Helga E.-D.

      • #15224 Antworten
        Kerstin Krückeberg
        Gast

        Hallo Helga!
        Wie recht du hast !!!! 🙂 Ich muss sagen, wäre das mit unserem Urlaubsplan anders gewesen, hätte ich bestimmt auch nicht zusätzlich bis auf den letzten Drücker gearbeitet und auch hinterher wieder gleich angefangen. Es ist Ferienzeit in Nds. und ich „mit ohne Kinder“ muss eigentlich Rücksicht nehmen, auf die Kollegen, die die Schulferien wirklich benötigen. Daher bin ich total froh, den Urlaub doch noch genehmigt bekommen zu haben.
        Leider komme ich immer nur an den Wochenenden zum Schreiben. Daher kommen die größeren Abstände. Christian bekommt zusätzlich die Fotomail und ich sage auf diesem Weg gleich mal: herzlichen Dank fürs prompte Einstellen!!! 🙂
        Aber das Schreiben macht total Spaß und ich verspreche: Fortsetzung folgt!!!
        Ganz liebe Grüße, Kerstin

    • #15221 Antworten
      Klaus
      Gast

      Moin Kerstin,

      Danke für den tollen Bericht, bei dem ich richtiggehend mitgefiebert habe!

      Die von Dir beschriebenen Zustände in der DB werde ich Abfang kommender, wenn es nach Bremerhaven zur ‚Weißen Lady‘ geht, auch konsequent aus dem Weg gehen!
      Da ich dann nach Island & Grönland fahre und dementsprechend dicke und niocht so dicke Kleidung brauche, werde ich für die 25 Tage wohl locker zwei Koffer voll kriegen. Und das tue ich mir dann mit der Bahn nicht an, obwohl es sogar eine durchgehende RB von Osnabrück nach Bremerhaven gibt.

      Habe mir jetzt eine Vorübernachtung gegönnt und lasse das Auto dort in der Tiefgarage stehen 🙂

      Wünsche euch weiterhin ein gute Reise!
      VG Klaus

      • #15225 Antworten
        Kerstin Krückeberg
        Gast

        Hallo Klaus!
        Ich fahre eigentlich selten Bahn und wenn, dann ist irgendwie immer was los. Ich glaube mit zwei Koffern machst du das genau richtig. Oh, ich bin gespannt auf deinen Blog !!!!! Freu!

        Vielen lieben Dank für euer aller positives Feedback ! Dankeschön ! Freu!!!
        Ganz liebe Grüße in die Runde ! Ich finds klasse, das ihr hier mitlest!!!
        tschüß, Kerstin

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