Auf der Metropolenroute mit AIDAprima

News Foren Gastblogger/Reiseberichte AIDA Metropolen ab Hamburg mit AIDAprima (Peter) Auf der Metropolenroute mit AIDAprima

  • Dieses Thema ist leer.
Ansicht von 3 Antwort-Themen
  • Autor
    Beiträge
    • #3581 Antworten
      Peter
      Gast

      Man sollte ja wirklich niemals „nie“ sagen, vor allem wenn man kreuzfahrtinfiziert ist;-)
      Als absolute Fans der kleinen und gerne auch älteren Kreuzfahrtschiffe ist bei uns im Februar 2017 der „Virus“ plötzlich wieder ausgebrochen und wir hatten das Gefühl, wir müssen diesen an entspr. Stelle wieder heilen. Ein wirklich nicht ausschlagbares Angebot unseres Kreuzfahrt-Reisebüros und der bevorstehende Geburtstag meiner Frau im März ließen uns das buchen, was wir „nie“ wollten: Eine Kreuzfahrt auf einem Schiff mit über 3.000 Passagieren machen – die AIDAprima. Immer wieder auch nicht so begeisterte Kritiken ließen die Skepsis, aber auch letztlich die Neugierde wachsen, sich selbst ein Urteil zu bilden.
      Am 25. März ging es – nach wie immer hervorragender Buchungsabwicklung durch das Kreuzfahrtbüro und auch AIDA selbst (wir hatten das Getränkepaket, den Shuttle vom und zum Schiff und auch einen Shuttle von Zeebrügge nach Brügge im Voraus gebucht) – mit der Deutschen Bahn von Rheinland-Pfalz nach Hamburg Hauptbahnhof – und dies ohne Zwischen- bzw. Ausfälle 😉 los. Gegen 13:15 Uhr kamen wir dort an, strebten den in den Reiseunterlagen angegebenen Ausgang Kirchenallee an und sahen am Vorplatz schon das AIDA-Fähnchen des Info-Point. Hier kontrollierte eine nette Mitarbeiterin unser Ticket bzgl. des Transfers zum Schiff, die Koffer und das Handgepäck wurden in einen Transporter geladen und wir gingen ca. 300 m zum ZOB, um dort von weiteren Mitarbeitern in den entspr. Bus gelotst zu werden. Es ging dann auch zügig los in Richtung Anlegestelle Steinwerder und da lag sie dann die AIDAprima und gegenüber in Altona die kleine „cara“. Die Reaktion meiner Frau auf die „prima“: „Die hätte ich mir größer vorgestellt“ – das Ausmaß des Schiffes sahen wir viele Tage später erst in Rotterdam von der Erasmus-Brücke aus!

      Im neuen Cruise-Terminal wollten wir eigentlich das selbstständige Check-In an entspr. Terminals probieren, was aber an diesem Tag wohl nicht vorgesehen war. Also wie gewohnt in die kleine Schlange einreihen, was aber zügig voranging. Nach Decks sortiert erhielten wir bei einer Mitarbeiterin unsere Bordkarte (gleichzeitig auch Türöffner) und die Chipkarte bzgl. des Getränkepakets. Die Mitteilung, dass unsere Kabine bereits bezugsfertig sei, hat uns doch sehr überrascht: Wir hatten gerade einmal 14:30 Uhr!!! Die Koffer sollten jedoch erst eine Stunde später kommen, was uns nicht weiter störte. Durch die Sicherheitskontrolle hindurch – schon waren wir auf dem Weg zur Gangway: Rechts und links überall schön dekorierte Tische der einzelnen Restaurants mit Fotos der Mitarbeiter, Spa-Bereiche etc. und überall „Herzlich Willkommen“.
      Nach wenigen Schritten in den Bauch des Schiffes (Deck 6) entfuhr uns gleichzeitig ein „Wow“: Vor uns lag die „Plaza“, mit verschiedenen Geschäften, mit schöner und liebevoll dekorierter Treppe hinauf auf das nächste Deck, die auch als Treffpunkt genutzt wird (gemütliche Kissen laden hier zum Sitzen, ein), links die wunderschöne Tapas-Bar, die schon gut besetzt war (Tapas gratis, Getränke müssen bezahlt werden), und von rechts zog ein unwiderstehlicher Duft in unsere Nase: Die „scharfe Ecke“ – Currywurst mit Spezialsauce – für mich als Wurstfan eine der besten, die ich gegessen habe, aber das ist Geschmacksache. Also hier erst einmal ein kulinarischer Stopp, bevor wir den Hinweisen der freundlichen Mitarbeiterin folgten, wo wir unsere Kabine finden. Anders als bei Phoenix, erledigt man dies selbstständig, was wir aber von den anderen kleinen AIDAs kennen und dies auch noch durchaus schaffen;-)
      Gestärkt machten wir uns auf den Weg und fanden die Kabine auch recht schnell – unsere Bedenken, sich auf einem derart großen Schiff nicht zurechtzufinden, erwiesen sich rasch als unnötig. Die Feststellung meiner Frau schon wenige Stunden später: „Ich habe mich noch nie so schnell und so gut auf einem Schiff zurechtgefunden“. Das Betreten der Außenkabine (mit der Bordkarte, die energiesparend das Licht beim Einstecken ein- und auch wieder ausschaltet) entlockte uns wiederum ein gemeinsames „Wow“ – ca. 22 qm groß, ein helles großes Fenster, das gewohnte Himmelbett, alles in modernen und schönen Farben gestaltet, ein schönes Sofa, schöne Bilder, viel Ablagefläche, Fernseher, versteckt im Schreibtisch Spiegel und Fön, Milchglastür ins Bad, dadurch wesentlich heller, ein großer Spiegel mit integriertem Kosmetikspiegel, auch hier viel Ablagefläche, flauschige Bademäntel und Handtücher, eine schöne ebenerdige Dusche und lt. meiner Frau „die bislang beste Spiegelbeleuchtung auf einem Schiff“. Kurzum: Hier gab es nichts zu meckern, alles in ausgezeichnetem Zustand und sauber und einfach nur Wohlfühlatmosphäre!!!
      Da das Gepäck ja erst später kommen sollte, machten wir uns nach kurzer Erfrischung auf zur Entdeckung des Schiffes – immerhin 15 bzw. 16 Decks erwarteten uns: Vorneweg gesagt – alles, was wir sahen, begeisterte uns! Alles hell, überall kam Tageslicht herein, geschmack- und liebevoll dekorierte Restaurants, wie die Buffet-Restaurants (Essen und Getränke, wie Softgetränke, Rot- und Weißwein, Bier, Wasser, Kaffee, Tee umsonst) Markt-, Bella Donna-, Weite Welt- und vor allem das East-Restaurant: Überall goldene Buddhas, künstl. Bambus, asiatische Bilder – es stand fest: Hier werden wir unser erstes Abendessen einnehmen! Zum Fuego Restaurant (Deck 14 im Bereich des Four Elements) komme ich später. Es folgten die sog. Spezialitäten-Restaurants (hier Essen kostenlos, Getränke müssen bezahlt werden, Tischreservierung empfehlenswert schon von zu Hause aus) wie die Brasserie French Kiss (alles unter dem Motto Roter Kussmund/Paris) und das ital. Ristorante Casa Nova mit tollen venezianischen Bildern und das Brauhaus – auch hier überall konnten wir uns gar nicht satt sehen an der wunderschönen Gestaltung dieser Räume und brauchten tatsächlich diese eine Woche, um alles genau zu inspizieren. Hier toll: Alle Restaurants haben auch Sitzplätze im Vorbereich der Restaurants, d. h. man fühlt sich wie in einem Biergarten, auf einem Boulevard in Paris oder auf einer Piazza in Italien! Im Weite-Welt-Restaurant hängen große Digital-Bilder an der Wand, die sich je nach Anlaufhafen änderten, hier in Hamburg bewegten sich beruhigend und entspannend die Meereswellen auf einen zu und wieder weg.
      Uns begeisterten die gut integrierten und nicht das Auge störenden großen Handwaschbecken im Vorbereich der Restaurants zusätzlich zu den Desinfektionsbehältern. Wir begrüßten das sehr, z. B. vor allem nach dem Genuss von Scampi und Co.!
      Im Übrigen: Alle öffentlichen Toiletten werden durch Sensoren (Hand vorhalten) von außen und von innen geöffnet!!! Hier wird vorbildlich dem Noro-Virus entgegengewirkt.
      Die Feinschmecker-Restaurants (Essen und Getränke müssen bezahlt und Tische vorbestellt werden) wie das immer wieder vorzügliche Rossini, das Sushi (!!!) und das Buffalo-Steakhouse).
      Wir eroberten alles durch das ebenfalls schön gestaltete Treppenhaus und überließen die stark frequentierten Aufzüge den vielen Familien mit Kinderwagen und den gehbehinderten Passagieren und gelangten in weitere modern und trotzdem gemütlich gestaltete Innen- und Außenbereiche (diese Liebe zum Detail beeindruckte uns, wir hatten jedoch während der Reise, dass viele Passagiere so etwas überhaupt nicht wahrnehmen) wie die Vinothek, Café Mare, MAGNUM Pleasure Store, Hemingway Lounge, das auf mehrere Decks gehende Theatrium, diverse Bars innen und außen – wir waren überwältigt und freuten uns schon auf den folgenden Seetag, um all das genauer zu erkunden!
      So langsam meldete sich doch der kleine Hunger und die Koffer wollten wir auch noch vorher auspacken – so ging´s wieder in die Kabine und dann um 17 Uhr zur vorgeschriebenen Seenotrettungsübung. Auf der Innenseite der Kabinentür informiert, wohin wir uns beim Ertönen des Signals begeben sollten – hier wieder die Frage, Rettungsweste schon anlegen oder nicht, überall ist es anders! – hier hieß es anziehen, was sich als gar nicht so leicht gestaltete, da diese für uns nach 22 Jahren Kreuzfahrt völlig neu waren: Es gibt hier einen Gurt, der durch die Beine geführt wird. Die Weste sitzt dadurch besser, auch die unbequeme Halskrause ist verändert worden und deshalb wesentlich angenehmer zu tragen, aber man muss halt wissen, wie es geht! Nach erfolgter Sicherheitsunterweisung, zunächst auf englischer, dann in deutscher Sprache, war auch diese Pflichtübung mit dem Stoßseufzer „hoffentlich brauchen wir das nie“ beendet und schon stand das Auslaufen aus Hamburg auf dem Tagesprogramm.
      Bei milder Abendsonne um 18 Uhr hieß es „Leinen los“ und die immer wieder unter die Haut gehende Auslaufmelodie „Orinoco Flow“ begleitete uns. Ein überaus lautes und langes Verabschieden per Typhon am Vorbeigleiten des Schwesterschiffs „cara“ – hier trafen die kleinste und älteste auf die größte und neueste aufeinander -, dann ging es die Elbe lang in Richtung Southampton, das wir erst nach einem Seetag erreichen sollten. Leider ist die Ausfahrt von Steinwerder nicht so schön wie von Hafencity aus, die „Elphi“ und die Landungsbrücken sieht man aus Entfernung, dann ist man aber wieder auf gewohnter Fahrspur.

      Dann hieß es Abendessen im „East“: Wir bekamen auf Anhieb einen Tisch, sogar für uns ganz alleine, obwohl wir Gesellschaft, wenn sie nett ist, niemals ausschließen. Später gesellte sich auch ein sympathisches Ehepaar hinzu und wir hatten eine anregende Unterhaltung. Wir bekamen auch in den darauf folgenden Tagen ohne Probleme und langes Suchen in jedem Restaurant zu jeder Tageszeit einen Platz, obwohl die Reise ausgebucht war und wir eine große Anzahl der „Kinderwagenfraktion“ und einige Passagiere mit Rollatoren und großen Rollstühlen an Bord hatten. Überall genügend Freiraum und Platz! Das Essen im „East“ war sehr gut mit reichlich Auswahl und guter Präsentation, zudem eine Wok-Station, wo man sich die selbst ausgesuchten Zutaten frisch in der Wok zubereiten lassen kann. Die inkl. Tischweine waren wie gewohnt gut, es sind hier einfache, aber durchaus trinkbare „Landweine“, ausgesuchte Weine können in allen Buffet-Restaurants gegen Gebühr an Stationen abgezapft werden.

      Zum Abschluss des Tages noch einmal ein Bummel über das Schiff, ein Absacker an der Bar und dann rief das Bett, so ein Anreisetag ist doch immer wieder lang und anstrengend/aufregend. Ein Glück, die Zeitumstellung, die diese Nacht um eine Stunde verkürzte, betraf uns auf dem Weg nach England nicht, wir hatten „Bordzeit“ und stellten die Uhren erst um, als wir Southampton in Richtung Le Havre verließen. Zufrieden, dieses „Abenteuer“ doch eingegangen zu sein, verabschiedeten wir uns in das Reich der Träume mit einem Seufzer meiner Frau: „Ich fühl mich hier einfach nur wohl!“

      Weiteres folgt…
      Peter

    • #3585 Antworten
      Peter
      Gast

      Doch noch etwas vergessen:

      Die legendäre Auslaufparty – dieses Mal im Beach Club auf Deck 16 (17 und 18 gibt es auch noch) mit der Glaskuppel – kein Frieren mehr, kein Ausfallen der Party wegen Dauerregen! Die für AIDA übliche Lasershow war genial, der Manager des Beach Club auch an den nächsten Abenden einfach Spitze! Das farbenfrohe Sektbuffet gut bestückt, tolle Musik und gut gelaunte Mitreisende, auf zwei Etagen gemütliche Sitz- und Loungemöbel, u. a. mit Baldachin – ein toller Einstieg in die vor uns liegende Kreuzfahrt! Nun aber tatsächlich in die Koje 😉
      Peter

    • #3629 Antworten
      Kerstin Krückeberg
      Gast

      Hallo Peter!
      Was für ein toller Bericht!!! Vielen Dank, da möchte man eigentlich sofort die Koffer packen und auf Kreuzfahrt gehen! Dankeschön! Tschüss, Kerstin ??

    • #9324 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Ich habe mich beim Lesen sofort wieder an Bord versetzt gefühlt! Es ist immer wieder eine schöne Route und dieses Schiff hat mich auch wider Erwarten sehr begeistert.
      Werde jetzt gedanklich weiter schippern zu den nächsten Häfen;-)

Ansicht von 3 Antwort-Themen
Antwort auf: Auf der Metropolenroute mit AIDAprima
Deine Information: