Auf der Metropolenroute – Rotterdam

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Bernd_vom_TV vor 8 Monate, 2 Wochen.

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  • #7835 Antwort

    Peter

    Unser Erstanlauf in Rotterdam

    Vom vorgezogenen Anlegen nachts um 2 Uhr hatten wir nichts mitbekommen, ebenso wie von den angekündigten Arbeiten in Bezug auf Verbesserung des Umweltschutzes.
    Der Hafen begrüßte uns durch das Kabinenfenster freundlich mit „Welcome to Rotterdam Port“, es sah aber alles noch morgendlich verschlafen und leicht trüb aus. Da wir ein sog. „Overnight“ in Rotterdam hatten und uns auf eigene Faust die Stadt anschauen wollten, ließen wir den Tag geruhsam angehen, wurden aber schon auf dem Weg zum Frühstück mit einer fantastischen Kulisse belohnt. Steuerbord lagen wir direkt an Büro-Hochhäusern, die schon fast auf dem Schiff zu stehen schienen, Bug voraus strahlte die weiße Erasmus-Brücke vor dem mittlerweile blauen Himmel und Backbord bot sich uns eine tolle Skyline der Stadt – wir waren begeistert!
    Gut gestärkt zog es uns jetzt an Land, wurden aber zunächst im modernen Cruise Terminal von einem Shanty-Chor gesanglich willkommen geheißen und so bekam meine Frau schon am frühen Morgen ihr Geburtstagsständchen – das passte!
    Als erstes zog es uns auf die Erasmus-Brücke, um endlich die AIDAprima in voller Größe zu filmen und zu fotografieren – dahinter die Hochhäuser, die sich mit der prima fast zu verschmelzen schienen, ein tolles Motiv.
    Nicht weniger imposant aber die Bauweise der Brücke, die 1996 vom Architekten Ben van Berkel fertig gestellt wurde und die damit das Zentrum Rotterdams mit dem Wilhelminapier und dem südl. Teil der Stadt über die Nieuwe Maas verbindet. Sie wird auch der „Schwan“ genannt wegen ihrem 139 m hohen weißen Pylon. Insgesamt ist die Brücke 802 m lang und hat eine Hauptspannweite von 278 m. Einen kleinen Teil an der Südseite kann man aufklappen, damit auch größere Schiffe hindurch fahren können.
    Nachdem auf der Brücke ein starker Wind zog, entschlossen wir uns, den kostenlosen Shuttle-Bus zu nutzen und in die Innenstadt zu fahren. Der Busfahrer betätigte sich sogleich als Stadt- bzw. Reiseführer und so erhielten wir interessante und auch sehr amüsante Informationen.
    Die Haltestelle in der Innenstadt liegt gleich an der Bahnstation Blaak, gegenüber der eindrucksvollen Markthalle und in der Nähe der schon von weitem an ihrer gelben Farbe und vor allem an ihrer besonderen Form zu erkennenden Kubus-Häuser. Diese Wohnanlage des Architekten Piet Blom ist auch nach 30 Jahren noch immer außergewöhnlich. Es handelt sich um „Kuben“ = „Würfel“, die um 45 Grad gedreht/gekippt sind. Ein Musterhaus ist als „Museum“ gestaltet und komplett eingerichtet, gegen einen kleinen Eintritt kann es besichtigt werden, was absolut empfehlenswert ist. Auf seinen Kopf sollte man gut aufpassen, alle Wände sind schräg und steile Treppen führen in drei Stockwerke.

    Nun zog es uns aber in die ebenfalls auffallende Markthalle nach dem Entwurf von Winy Maas. Mit dem Bau wurde 2009 begonnen, am 1. Okt. 2014 wurde sie von Königin Maxima eröffnet – übrigens Bauzeit und Kosten (175 Millionen €) – lagen im Plan! Diese Halle – 120 mg lang, 70 m breit und 40 m hoch – ist eine Mischung von Markt, Einkaufsläden, Gaststätten, Tiefgarage und Wohnungen. Sie ist ein hufeisenförmiges, elf Stockwerke hohes und langes Gebäude. Im zweiten bis zum elften Stock liegen 228 Wohnungen, die sich alle an der langen linken bzw. rechten Außenseite befinden. Sie sind zwischen 80 und 300 qm groß, alle haben einen Balkon an der Außenseite. Viele haben ein oder mehrere Fenster, die sich nicht öffnen lassen, mit Blick in die Markthalle. Das Beeindruckende ist jedoch die Decke der Halle – ein Kunstwerk des niederl. Künstlers Arno Coenen und seinem Team mit dem Namen „Hoorn des Overvloeds“ (Das Horn der Fülle). Das Werk ist ca. 11.000 qm groß, es umfasst ca. 4.000 Glasscheiben, jede ist 1,5 m mal 1,5 m. Es stellt u. a. vergrößerte Früchte, Blumen, Gemüse, Fische, Insekten dar – und das in traumhaften Farben! Man kann sich nicht satt sehen!
    An den zahlreichen Marktständen gibt es alles, was das Herz und der Gaumen möchte, das gesamte Konzept lädt aber auch dazu ein, sich in der Gastronomie zu stärken, u. a. gibt es hier auch ein Restaurant von Jamie Oliver.

    Wir bummelten durch eine erstaunlich ruhige und unaufgeregte Innenstadt bis nach Veerhaven, die Altstadt Rotterdams, und hatten von dort wieder einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Hafenseite mit der AIDAprima. Langsam fußlahm ging es zurück zur Haltestelle des Shuttle-Busses und zurück an Bord, um mit einem Gläschen auf das Wohl meiner Frau anzustoßen.
    Bislang hatten wir versucht, jeden Abend ein anderes der vielen Restaurants auszuprobieren, für den heutigen Ehrentag hatte sich meine Frau das „French Kiss“ gewünscht, was wir bereits von zu Hause aus gebucht hatten. Wir genossen ein vorzügliches französisches 4-Gang-Menu, das nicht extra bezahlt werden musste – außer den Getränken – und wurden sehr zuvorkommend von einem sehr gut deutsch sprechenden jungen indischen Crew-Mitglied bedient, der an Bord sein Praktikum absolvierte, bevor er sein Touristik-Studium in Singapur fortsetzen wollte.
    Neben einem gewohnt abwechslungsreichen Abendprogramm – es ist unmöglich, diese Fülle wirklich in Anspruch zu nehmen – genossen wir an diesem milden Frühlingsabend die Stadt Rotterdam im nächtlichen Lichtermeer draußen an der Lanai-Bar, wiederum ein Traum diese vor uns liegende und herrlich angestrahlte Erasmus-Brücke.
    Meine Frau hatte übrigens schon am Morgen einen Geburtstaggruß auf der Kabine vorgefunden: Ein immerwährender AIDA-Kalender sowie eine Geburtstagseinladung zur am darauf folgenden Tag stattfindenden „Prime-Time-Show“.

    Morgens gegen 8 Uhr liefen wir in Rotterdam aus – auf die Verabschiedung per Typhon wurde auf Bitte der Mitarbeiter der umliegenden Bürohäuser verzichtet – und genossen noch einmal bei schönstem Frühlingswetter die Ausfahrt aus dieser schönen Stadt.
    Der letzte Tag an Bord – ein Seetag – musste jetzt noch genutzt werden, um all die Dinge zu tun, die man sich vorgenommen hatte und dafür einfach eine ganze Woche lang keine Zeit dazu hatte – wer kennt das nicht?! Und dann mussten wir auch noch das „Frühlingsfest“ an Bord feiern und so verflog die Zeit wie im Flug, bis das Unausweichliche immer näher rückte: Koffer packen! Wo war die Zeit geblieben, waren nicht erst gerade an Bord gekommen???
    Zum Abschluss ging es als erstes zur Prime-Time-Einladung, wo alle Geburtstagskinder mit ihrer Begleitung mit einem Gläschen Sekt und einem gesanglichen Happy-Birthday gefeiert wurden – schöne Idee, die einzelnen Geburtstagskinder namentlich (Vorname) auf der Videowall an ihrem Geburtstagsdatum aufzuzeigen.

    Unser Fazit: Wir haben eine wunderschöne Zeit auf einem neuen, modernen und mit viel Liebe zum Detail ausgestatteten Schiff erlebt. Wir konnten beim besten Willen nicht alle Restaurants ausprobieren, haben aber überall eine sehr gute, frische und durch das Aufsuchen der unterschiedlichen Restaurants sehr abwechslungsreiche Küche vorgefunden.
    Man kann streiten, ob man dieses oder jenes an Bord haben muss, aber da es für uns ein Mehrgenerationenschiff ist, kann und kommt hier jeder zu seinem Recht. Wir haben auch hier die gewohnt ausgezeichneten Abendshows genießen können, es gab auch hier u. a. die bekannten interessanten Gemälde-Auktionen bei einer wie immer bestens bestückten Galerie. Hier bot uns u. a. der belgische Performance-Künstler Pete Heylands ein beeindruckendes Kunstwerk: In drei Minuten zeichnete er ein auf dem Kopf stehendes Portrait von Mick Jagger, was erst beim Umdrehen der Leinwand als solches zu erkennen war – bis ins Detail! Bekannt geworden ist Heylands auch mit auf ähnliche Weise geschaffene Portraits von Edith Piaf und anderen berühmten Weltstars.
    Die AIDAprima bietet sich für kühlere Destinationen und/oder Jahreszeiten an – die Möglichkeit unter dem Kuppeldach unabhängig von Witterungsbedingungen z. B. die legendären Auslaufpartys mit Lasershow zu feiern, ist einfach spitze. Wer hier einen „Teutonengrill“ sprich ein riesiges Sonnendeck mit dicht an dicht liegenden Passagieren sucht, wird enttäuscht. Wir haben dafür viele wunderschöne Plätze und Ecken gefunden, an denen es sich herrlich relaxen und die Aussicht genießen lässt.
    Wir haben eine überaus freundliche und hilfsbereite Crew vorgefunden, die für alle Wünsche ein offenes Ohr hatte und der ihre Arbeit sichtlich Spaß machte – wie z. B. die Entertainment-Managerin Birte und das auch noch am letzten Abend vor ihrem Urlaub, der noch einmal verschoben worden war, das war Spitzenklasse!!!
    Wir haben zudem auch eine schöne Route befahren, die uns viel Interessantes geboten hat und trotzdem entspannend war – wenn man nicht die langen Ausflüge nach Paris und London unternommen hat. Eine empfehlenswerte Route für Reisende, die gerne auf eigene Faust an Land gehen!
    Wir haben eine An-/Abreise- und auch Landgangs-Organisation vorgefunden, die kaum zu toppen ist, es hat alles gepasst und geklappt, auch im Housekeeping, an den Bars, in den Restaurants und allen anderen Bereichen des Schiffes. Wir haben eine „prima“ vorgefunden, auf der wir uns wie zuvor auch auf kleinen Schiffen sofort wohl gefühlt und auch zurecht gefunden haben. Viel Platz bei ausgebuchter Kreuzfahrt und außer ab und an bei Essen-Stoßzeiten, die man aber umgehen kann, kein Gedränge – alles entspannt und locker und das bei Passagieren, die von wenigen Monaten alt bis zum ältesten Geburtstagskind 87 waren, dieses generationenübergreifende und Spaß machende Miteinander hat uns gefallen. Wir werden auch jederzeit wieder an Bord der AIDAprima oder ihrer Schwester „perla“ gerne zurückkehren. Wir sind froh, dass wir uns nicht von den vielen Kritiken bzw. Kritikern haben abhalten lassen, uns unsere eigene Meinung zu bilden – wir hätten viel Schönes nicht erlebt! Über Geschmäcker braucht man bekanntlich nicht streiten, es gibt genügend Vielfalt auf den Meeren, es gilt sie auszuprobieren. Wie wurde mal gefragt: „Was haben die Japaner da bloß für ein Schiff gebaut?“ Für uns: Ein „prima“schönes Schiff!

  • #7842 Antwort

    Helga E.-D.

    Die Route und auch das Schiff würde ich jederzeit wieder buchen!
    So, wie nicht alles Alte gut gewesen sein muss, muss auch nicht alles Neue schlecht sein. Wir sind gerade dabei, alte Video-Aufnahmen u. a. von vergangenen Kreuzfahrten auf DVD umzuwandeln, was zu großer Erheiterung über das z. B. frühere Aussehen, aber auch zum manchem Kopfschütteln über heute total bieder und altbacken wirkende Unterhaltung und auch Kleidung mit eleganter Abendgarderobe auf manch altem „Musikdampfer“ führt – damals war man begeistert und hat es bis heute in bester Erinnerung. Heute würde ich dies alles nicht mehr wollen und bin froh, dass alles lockerer zugeht und dass aus etwas Elitärem eine Reiseart für Viele und jeglichen Alters geworden ist. Und für die „schnieken“ Reisen gibt es auch noch genügend Angebote, die man sich aber auch leisten können muss und will.
    Ich finde diese große Auswahl klasse, mag es aber überhaupt nicht, wenn ich sofort in eine Schublade gesteckt werde, wenn man grundsätzlich Seereisen macht oder gar mit dem einen oder anderen Schiff fährt und dann am liebsten auch noch von Leuten, die noch nie einen Fuß auf ein Kreuzfahrtschiff oder speziell auf ein bestimmtes gesetzt haben – aber die wissen genau Bescheid;-) Hoffentlich bleiben diejenigen an Land…

  • #9197 Antwort

    Bernd_vom_TV

    Hallo Peter,
    habe Deinen schönen Bericht erst eben entdeckt. Da hat Du eine interessante
    Erfahrung gemacht. Wie lange hat denn die Reise gedauert?
    Es ist immer wichtig wenn man sich selber eine Meinung bildet.

    Vielen Dank für die schönen Einblicke
    Bernd

  • #9222 Antwort

    Peter

    Hallo Bernd,

    die „Metropolenroute“ dauert 7 Tage, die gleiche Route wird ab dem Frühjahr vom Schwesternschiff AIDAperla durchgeführt.
    Ich habe die Berichte einzeln für jeden Hafen gemacht, damit nicht jeder alles lesen muss, sondern nur das was ihn interessiert. Den Anfang mit der Einschiffung in Hamburg findest Du, falls Du Lust und Interesse hast, bereits auf Seite 2, dann folgt Southampton bzw. der Besuch in Winchester, Le Havre und Zeebrügge mit Brügge.

    Gruß
    Peter

  • #9224 Antwort

    Bernd_vom_TV

    Hallo Peter,
    jetzt hab ich es verstanden. Dann hast Du also einen „gestückelten Gastblog“ geschrieben.
    Ich denke Christian wird den Gastblogbereich noch ausbauen und dann
    sieht man die Berichtr auch im Zusammenhang.

    Schöne Grüße
    Bernd

    P.S. keine Lust auf eine Frachtschiffreise im Mai? Noch ist was frei

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