DONAU Total – Das Delta und Ausflug nach Moldawien

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Christiane vor 5 Monate.

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  • #19125 Antwort

    Christiane

    Meine beiden Donaureisen dauerten 15 und 17 Tage. Wenn man nun denkt, der Tag im Donaudelta in der Mitte der Reise liegt und damit das ultimative Bergfest darstellt, dann muss ich dieses Gerücht gleich aus der Welt räumen. Die Talfahrt auf einem Fluß geht natürlich schneller und die Bergfahrt wesentlich länger. Bei der 15-Tages-Reise haben wir Tulcea nach 6 Tagen erreicht, bei der 17-Tages-Reise nach 7 Tagen. Mit der Fidelio haben wir Budapest auf der Talfahrt besucht, mit der Explorer auf der Berg- also auf der Rückfahrt.

    Tulcea könnte eine touristische Attraktion, ein Besuchermagnet sein.. könnte.. nach der Hafenpromenade von Tulcea würden sich so einige andere Anrainerstädte die Finger lecken.
    Wäre da nicht der Charme des muffigen Sozialismus-Erbes direkt in der mitte der Hafenanlage.. ein Riesenplattenbau, der leider das Dornröschen dahinter überwuchert. In der rechten und linken Ecke stehen modernere Hotelkomplexe, der eine mit einer gläsernen, nicht zu kleinen Café-Terrasse direkt zum Hafen und zum Delta-Arm , aber auch den Industrieanlagen am Rande des Hafens.

    Die Promenade ist breit, vergessene Grünflächen dahinter, ein oder zwei Souvenirstände für die Kreuzfahrtschiffe, die nach Tulcea kommen, um ihr Reiseziel endlich zu sehen.. den km 0 .. oder die Vogel- und Tierwelt des Deltas.

    Das Wasser ist ockerbraun, ein kalter Latte macchiato mit Karamell-flavour. . die schöne blaue Donau ist sehr weit weg..

    Heute bleibt keiner der Gäste an Bord. Die Gäste splittet sich in die zwei Ausflüge, entweder mit dem großen Boot in die Kanäle zur Vogelbeobachtung oder mit dem Speedboot zum km 0. Bei meiner ersten Reise entscheide ich mich für die Vogelwelt.

    Es geht erstmal noch recht breit in Tulcea los, bis wir dann zum ersten mal abbiegen in einen der Kanäle.


    Es gibt eine ganze Menge Infos und irgendwann wird es spannend, denn die ersten Reiher-Arten sind zu sehen. Leider brettern immer noch kleine Schnellboote durch die engen Kanäle. Da halten sich natürlich alle Vögel die Ohren zu und verstecken sich. Neben einem kleinen Weiher bleiben wir eine Weile stehen, denn wir beobachten ein paar Pelikane. Hier haben die kleinen Boote ausnahmsweise den Vorteil, denn die fahren in den kleinen Seitenweiher hinein. Das ist schon der besondere Moment des Ausflugs, endlich hört man auch die Geräusche dieser eigenen Welt. Wie gerne wären wir näher dran.


    Die Ausflugsboote bieten ihren Gästen auch eine kleine Getränkeauswahl und kleine Souvenirs an wie eine DVD über die Deltawelt..oder kleine selbst produzierte Schreibkladden und Magnete mit Delta-Motiven..


    Auf meiner zweiten Reise hatten die Gäste der Fidelio leider wirklich Pech am Tag in Tulcea. Kaum bewege ich mich vom kleinen Anleger von der Agentur in Tulcea, Karpaten Tours, wieder zurück zur Fidelio höre ich den ersten heftigen Donner, kurze Zeit später regnet es aus Kübeln, das Gewitter zieht tatsächlich auch Richtung km 0. Der Regen ist natürlich wichtig für die Donau, nur nicht unten kurz vor der Mündung.
    Die Fahrt zum Leuchtturm in Sulina wird dieses mal von einem Katamaran durchgeführt.

    Zusammenfassend kann ich sagen, Tulcea ist so ein kleines Dörnröschen. Diese breite lange Promenade mit kleinen schattigen Parkanlagen hat unglaublich Potenzial . Die Gäste der Schiffe werden vom großen Schiff gleich zu den kleineren Schiffen geschleust, um die organisierten Ausflüge zu machen. Wegen der Niedrigwasser-Situation will der Kapitän auch kurze Zeit nach Beendigung der Ausflüge wieder losfahren, um einfach jede Verzögerung – wenig Wasser, kleine Fahrrinne, geringe Geschwindigkeit – minimieren und so gibt es wenig echte Touristen, die die Wirtschaft in Tulcea nur ein klein wenig ankurbeln würden. Läuft man mal ein paar Meter abseits der ersten Reihe sieht man hübsche Hinterlassenschaften einer besseren Zeit. Hier fehlt es an einem Konzept, das übermächtige Delta für die Stadtentwicklung zu nutzen..wie in vielen anderen Donaustädten weht der Muff des Sozialismus noch zu kräftig..

    Der Ausflug, den ich es absolut wert finde, um noch etwas ausführlicher vorgestellt zu werden, war der Ausflug nach Moldawien auf meiner 2. Reise, die 17 Tage dauerte. Der Ausflug folgt als erstes auf dem Weg vom Delta flussaufwärts und startet in Galati. Auch bei diesem Ausflug haben wir das große Pech, daß an der moldawischen Grenze in Giurgiulesti, die ca. 10 km entfernt von Galati liegt, ein Software-/Technik-Problem das Passieren der Grenze verhinderte und so mussten wir einen Umweg von ca. 50 km zu einem anderen Grenzübergang fahren. Der Agent hatte aber die Busse für eine kürzere Fahrt bestellt, sodaß wir nicht die besten Busse für diesen Ausflug hatten. . das hat sich am Ende dann noch gerächt..

    Es gab dann an dem Grenzübergang noch einiges an Wartezeit, die fast alle für einen Toilettenbesuch nutzten. Hier war noch etwas merkwürdig, daß plötzlich eine Toilettenfrau auftauchte, die eine kleine Gebühr kassieren wollte – in rumänischen Lei – nachdem schon einige andere vorher ohne diese Gebühr dort eingekehrt waren.. aber 3 Busse mit deutschen Gästen waren wohl einfach zu verlockend. Auf der moldawischen Seite war natürlich auch die Straßenbeschaffenheit nicht mehr die beste, so wurden wir schon ein wenig durchgeschaukelt.

    Der Empfang im Dorf Valeni und am Dorfmuseum „Casa Parinteasca“ entschädigte uns aber für die lange Fahrt. Die Damen des Dorfes begrüßten uns mit Wein und Brot mit Salz und mit einer großen Herzlichkeit.

    Nach kurzem Umschauen startet eine Folklorevorführung in einer offenen, aber recht komfortablen Holzbühne, in dem die Frauen des Dorfes in Gesängen und kleinen gespielten Szenen den Alltag und die Rollenverteilung der Menschen im Dorf nahebrachten. Unser wundervoller Guide Mihay hat den Übersetzer gegeben.

    Nach der Vorführung werden wir zu einem Buffet nebenan eingeladen, was uns wohl alle überrascht hat.. eine lange Tafel mit regionalen Köstlichkeiten erwartet uns, weiterhin kann jeder an den Marktständen mit Fellen, Häkeldeckchen und selbstgemachten Leckereien.

    Leider hieß es dann gleich nach dem Festmahl Abschied nehmen von Valeni und von moldawien. Zurück in Galati hatte einer unserer 3 Busse noch eine technische Panne und ein anderer Bus musste die Gäste aus diesem defekten Bus abholen. Glücklicherweise ist das unweit des Anlegers in Galati passiert.Dann hieß es wieder Leinen los und der Rückweg die Donau hoch wurde fortgesetzt..

    An dieser Stelle möchte ich noch auf die ZDF-Doku über eine lange Donau-Kreuzfahrt hinweisen. Die zweiteilige Doku im Rahmen der ZDF-Reportag am Sonntag abend um 18 Uhr lief schon im Februar.
    hier der link zum ersten Teil der Doku
    https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-reportage/abenteuer-donaukreuzfahrt-108.html

    und hier der zweite Teil
    https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-reportage/abenteuer-donaukreuzfahrt-110.html
    Ich habe ja in der Wachau das Stift Göttweig besucht, in der Doku bekommt Ihr Info s aus dem Stift Melk. Außerdem könnt Ihr hier den Ausflug in die Puszta begleiten und es gbit ein Wiedersehen mit dem schönen Novi Sad in Serbien oder mit König Decebal im Eisernen Tor. Gerade eben hab ich nochmal reingeschaut und unsere Guide-Dame aus Lepenski Vir, dem Informationszentrum im Eisernen Tor in einer Szene von Belgrad wiedererkannt.

    Ihr lieben Leser meines Donau-Reiseberichtes. Ich beende hiermit meine Reihe über die Donau-Reise und bereite mich auf mein neues Abenteuer vor.. in 10 Tagen fliege ich nach Lissabon, um dort am 20. März einen neuen Job zu starten.
    Über meinen Alltag in Lissabon und über alle kleinen und größeren Touren werde ich in einem neuen Blog schreiben.. bei Interesse schaut doch gerne mal bei https://www.facebook.com/tourism.cultures vorbei, dort findet ihr dann bald Details zum Lissabon-Blog..

    Euch allen ein tolles Reisejahr !!

    Herzlichst
    Christiane

  • #19127 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Christiane !
    Vielen Dank für den schönen Bericht- sehr anschaulich geschrieben und man kann sich gut in die Donau-Landschaft einfinden. Ich auch schon gespannt auf die Fotos, die noch eingesetzt werden. In den Bericht schaue ich bestimmt mal hinein.Vielen Dank für den Link!
    Für deine berufliche Zukunkt wünsche ich dir alles Gute! Das wird bestimmt spannend und aufregend! Tschüß, Kerstin 💁🏻

    • #19261 Antwort

      Christiane

      hallo Ihr lieben Leser,

      Danke Euch für Eure lieben Worte, aber auch Danke für die gegensätzlichen Erfahrungen..
      @Andreas, Deine Meinung über die Doku teile ich schon in weiten Zügen.. Der Fokus lag Mir zu sehr auf den Gästen, nicht auf das, was es draußen zu erleben gab.. z.B. Lepenski Vir, die ca. 6000 Jahre alte Siedlung im oberen Eisernen Tor oder das Weindorf Kalocsa in Ungarn.

      ich bin gut in Lissabon gelandet, genieße die schon warmen Tage und bin gespannt auf den Alltag hier..

      Es freut mich, daß Ihr Euch weitere Berichte von mir wünscht.. da kommt sicher mal das ein oder andere, was dann aber nicht mehr sooo kreuzfahrt-kompatibel sein könnte..

      Boa Noite aus Lissabon.

      Christiane

  • #19128 Antwort

    Ulla Schneider

    Hallo Christiane, schöne Informationen von der Donaufahrt,die ich auch gemacht habe. Für Deinen neuen Start in Lissabon viel Glück, vielleicht informierst Du uns von dort auch. Grüsse. Ulla

  • #19131 Antwort

    Claudia Dörl

    Hallo Christiane,
    Danke für deinen tollen Bericht, da hast du ja ganz schön was erlebt.
    Wünsche dir für deine berufliche Zukunft alles gute und freue mich auf einen neuen Bericht von dir. Liebe Grüße
    Claudia

  • #19132 Antwort

    Andreas Berger

    Liebe Mitleser,
    ich habe diese ZDF-Doku schon gesehen, versprecht Euch nicht zu viel davon. Die Kriegserinnerungen eines Rentners in Melk waren für diese Doku schon grenzwertig. Von Tulcea habe ich einen völlig anderen Eindruck, allerdings schien bei uns damals die Sonne. Nette Promenade, kleine Geschäfte, historische Lokomotive und auch jenseits der Hauptstraße war etwas zu entdecken. Vermutlich aufgrund des Wasserstandes konnte man nicht ins Donaudelta fahren, aber die dann erfolgten Ausflüge auf Minibooten stundenlang ins Delta zu fahren, waren keine Reklame für eine Kreuzfahrt ins Delta. Normalerweise fährt jedes Schiff bis ins Schwarze Meer und dreht dort, ob man sich seitens der Reederei damit einen Gefallen getan hat, bezweifele ich. Dann hätte man noch ein anderes Mal dort drehen sollen. Einige Orte wurden m.E. auch nur gestreift bzw. ausgelassen. Irgendwie war diese Doku für mich nicht rund.

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