Fjorde, Schäreninseln und schmucke Küstenorte ART219 – Teil 3

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Jessica Tüxen vor 2 Monate.

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  • #20386 Antwort

    Helga E.-D.

    Bergen

    Bei noch leicht bewölktem Himmel liefen wir in Bergen ein – angeblich die regenreichste Stadt Europas, aber Kapitän Hansen versprach uns für diesen Tag Sonne pur – er als Norweger musste es ja wissen und er sollte Recht behalten 😉

    Bergen hatten wir vor ca. 10 Jahren das letzte Mal besucht – auch bei Sonnenschein – und hatten es als ein eher ruhiges Städtchen in Erinnerung, wir waren überrascht von der jetzigen Größe, dem Verkehr und auch der großen Touristenmenge so früh in der Jahreszeit. Außer uns lagen nur ein Kreuzfahrtschiff von „CMV“ (ich glaube, es war die „Magellan“) und ein kleineres Expeditionsschiff im Hafen – ich wollte lieber nicht wissen, wie dies zur Hochsaison mit vielen großen Kreuzfahrtschiffen hier aussehen würde …

    Vorbei an dem Altstadtviertel „Bryggen“ mit seinen bunten Häusern ging es am Morgen als erstes zur Floyenbahn-Station in der Nähe des Fischmarktes und das war eine sehr gute Entscheidung, war doch die Warteschlange am Ticket-Schalter zu diesem Zeitpunkt noch gut überschaubar (was auf der Rückfahrt völlig anders war!!!).
    Mit der Bahn ging es hinauf auf den Hausberg „Floyen“, von dem aus man eine schöne Aussicht auf die Stadt hat (im Hintergrund ist auch die MS Artania zu sehen). Es ist aber auch ein beliebtes Wandergebiet, selbst Kindergarten- und Schulklassen nutzen den Hausberg für ihre Aktivitäten. Die Kinder kletterten dort auf dem Gebirge herum wie die Gemsen, die Lehrer und Begleitpersonen waren dabei völlig relaxt – bei uns in Deutschland gebe es aus unserer schulischen Erfahrung „große versicherungstechnische Probleme“ und somit ein Verbot für solche Aktivitäten.

    Da mit der Zeit immer mehr Menschen auf den „Floyen“ hinauf kamen, entschieden wir uns dafür, lieber wieder herunter in die Stadt zu fahren und besuchten den bekannten „Fischmarkt.“ Dort kann man nicht nur frischen Fisch und Meerestiere kaufen, sondern auch gut essen – die hohen Preise sind allerdings nicht gerade attraktiv für uns. An manchen Ständen kann man auch Walfisch probieren, allerdings verzichteten wir aufgrund unserer persönlichen Einstellung zum Walfang diesbezüglich lieber darauf.

    Wir schlenderten lieber gemütlich durch verwinkelte Altstadtgässchen, in die es kaum Touristen verschlug, in Richtung „Byparken“, der grünen Oase mitten in der Stadt, und durch die belebte Einkaufsstraße an der Pier entlang, wo auch die schöne Bark „Statsraad Lehmkuhl“ lag (leider habe ich kein Foto ohne viele Menschen machen können, da sie kurz darauf zu einem Törn auslief), zurück zum Schiff.
    Wir verlebten einen weiteren schönen Abend an Bord und konnten entspannt später in unsere Kojen fallen – der Kapitän und seine Crew würde uns über Nacht schon gut in den nächsten Hafen – Stavanger – bringen.

    Stavanger

    Nach einem kurzen technischen Stopp um 7 Uhr morgens lagen wir am Mittwoch, 22.05.19, vor Lysebotn, das mittels Tenderboote angelaufen wurde wegen eines Überlandausfluges. Nachdem ich gegen 6 Uhr „aus dem Bett gefallen“ war, da die eingesetzten Tenderboote genau vor unserer Kabine heruntergelassen wurden, drehte ich mich nach dem Beobachten dieser morgendlichen Aktivitäten wegen „trüber Aussichten draußen“ noch einmal gemütlich im Bett um – wir an Bord gebliebenen Passagiere erreichten gegen 12 Uhr Stavanger, das für mich neu und ich deshalb auch sehr gespannt darauf war:

    Wusste ich, dass der Liegeplatz nicht weit vom Ort entfernt sein würde, war ich doch sehr überrascht, dass die „Gamle Stavanger“ (Altstadt) mit den bekannten hübschen Holzhäusern direkt auf der anderen Straßenseite lag. Leider schickte uns Stavanger „flüssigen Sonnenschein“ von oben, was uns aber nicht davon abhielt, zunächst diesen alten Teil der Stadt zu erkunden. Neben gepflegten Häusern war ich von dem üppigen und vor allem gesunden Blumenschmuck begeistert – kämpfte ich zu Hause bereits gegen Schildläuse und anderes Getier an meinen Blumen und Sträuchern an – hier war alles satt grün und bunt. Wie uns später eine Einheimische erklärte, töten die kalten Winter die meisten Schädlinge ab, und im Sommer gebe es ein recht ausgeglichenes Klima mit Wind, Sonne und Regen ohne große Temperatursprünge, was der Vegetation gut tue.

    Stavanger ist aber auch eine moderne und lebendige Einkaufsstadt, nach all der vielen Natur und Beschaulichkeit freute ich mich, wieder mal „mitten im Leben“ zu sein, nur eben skandinavisch ruhig und unaufgeregt. Das Shoppen spart „Frau“ sich allerdings besser, die Preise sind doch sehr hoch in Norwegen, die Materialien und Farben aber dafür auch ganz besonders edel und sportlich-elegant.
    Unter den vielen modernen Einkaufsstraßen fiel uns die „Bunte Gasse“ auf (nein, keine „Reeperbahn“, sondern eine Straße mit modernen und etwas außergewöhnlichen Geschäften).

    Der von einigen Passagieren gebuchte Helikopter-Rundflug musste wegen schlechter Sicht abgesagt werden. Auch der berühmte Preikestolen war bei der Passage am Morgen schon von uns nicht erkennbar, selbst die Felswände waren nur zu erahnen, was aber schon fast mystisch war und mit ein wenig Phantasie Platz für die Geschichten rund um die Trolle, Feen und Elfen ließ. Der Dom, das „Ölsardinen – und Konservenmuseum“ laden zu Besichtigungen ein, wir entschieden uns für den Besuch eines typischen „Arbeiterwohnhauses“ der damaligen Beschäftigten aus den 50er und 60er Jahren, das in unmittelbarer Nähe des o. g. Museum stand. Man kann es sich kaum vorstellen, unter welchen engen Bedingungen mehrköpfige Familien dort lebten.

    Das Wetter besserte sich zeitweise ein wenig, aber nach einem langen Tag waren wir am Ende froh, wieder aufs warme und trockene Schiff zu kommen und verabschiedeten uns von Stavanger, dass trotz des Wetters einen sehr guten Eindruck bei uns hinterließ – wie schön muss dieses Städtchen bei blauem Himmel und Sonne sein.
    Den Abend ließen wir mit einem guten skandinavischen Abendessen, einer unterhaltsamen Show und den schon üblichen Ausklang in der Pacific-Lounge mit netten Gesprächen und Tanz ausklingen.
    Die Artania ist aber ausdrücklich kein „Party-Schiff“, es gab z. B. in Harry´s Bar angenehme und leise Piano-Musik oder in der Casablanca-Bar Jazz- und Bar-Musik des Duos „Chocolate“, überall gibt es ruhige Plätze innen und außen, für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein.

    Und dann lagen sie da urplötzlich auf der Kabine – die Dankeschön-Briefumschläge, Reisebeurteilungen, Abreiseformalitäten, Kofferanhänger für die Rückreise etc. Das konnte nicht sein, wie Kerstin so treffend beschreibt, man hofft, dass der Kapitän sich verfährt 😉 Der letzte Tag sollte uns noch nach Kristiansand bringen und dann ging es schon Kurs Bremerhaven…

  • #20388 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Helga!

    In Bergen hatte ich mich letztes Jahr gleich verliebt und ich muss sagen, es ist immer eine Reise dorthin wert! In der Hochsaison ist es ähnlich gelagert und es ging eigentlich. Unsere Stadtführerin erzählte, das Bergen eine beliebte Shopping-Stadt für die Norweger geworden ist und man fährt gerne dorthin, um alles zu kaufen, wo es anderswo oft nicht möglich ist. Bergen findet diese „Zielgruppe“ übrigens sehr gut und investierte in Laufe der letzten Jahre in Geschäften und Restauration, was den Besuch aktraktiv macht. Die Orte, die du aufgezählt hattest sind mir noch gut in Erinnerung! Bis auf die Bahn- die hatten wir an dem Tag partout nicht geschafft.

    Der Gareinger fehlt leider in meiner Besuchsliste. Ursprünglich auf der damaligen Aida-Reise eingeplant, hat das Aida-Schiff dann doch keine Erlaubnis erhalten, dort einzufahren. Irmela hatte damals einen Artikel hier veröffentlich, das Norwegen nur eine bestimmte Anzahl an Schiffen dort hineinlässt und wir waren leider nicht dabei- allerdings ist der Eidford ebenfalls ein Sahneschnittechen und durchaus eine sehr gute Alternative! Auch Stravanger war ich nicht. Also- ich muss einfach nochmal nach Norwegen hin!

    Der Bericht „ohne Bilder“ (das war auf keinen Fall eine Kritik, oder so !!!!!!!- ihr habt genug um die Ohren !!!!!) war sehr anschaulich und meine Gedanken sind gleich nach Norwegen gereist und außerdem lässt sich dieser Bericht, getrost noch ein weiteres mal lesen 🙂 !!!

    Und: ich finde solche Reisen sind einfach immer zu schnell vorbei!
    Gute Idee: Kreuzfahrt auf Rezept ! In regelmäßiger „Einnahme“ würde sich manches Zipperlein bestimmt auch so kurieren!

    Ich sende liebe Grüße,
    die, den Bericht noch nicht gelesen haben: gute Reise nach Norwegen!
    bis bald und tschüß, Kerstin

  • #20415 Antwort

    Helga E.-D.

    Hallo Kerstin,

    vielen Dank für Deinen Kommentar!
    Schade, dass bei Dir damals der Geirangerfjord ausgefallen ist, aber Du hast Recht, auch der Eidfjord ist wunderschön sowie viele andere Fjorde, in die wir vor vielen Jahren bis hoch hinauf zum Nordkap hineingefahren sind.
    Gerade wenn ich am Bug stehe, denke ich immer wieder, wie will das Schiff weiterfahren, geht doch gar nicht – vorne, Back- und Steuerbord nur Felsen…Deshalb habe ich auch das Bild mit dem türkisen Schornstein der Artania und daneben die Felsen ausgesucht – das war für mich ein Blickwinkel, der mich irgendwie „geflasht“ hat! Ich musste dabei auch an Christian und Kollegen denken, was für ein Gefühl muss das sein, wenn man jetzt oben auf der Brücke steht und dieses Schiff navigiert…
    Ja – Norwegen ist wirklich mehr als eine Reise wert!!!

    Viele Grüße
    Helga E.-D.

  • #20416 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Helga!

    Die Renovierung im Bryggen-Viertel jetzt fertig. Bei uns waren damals viele Häuser noch abgehängt !!! Schon ein Grund mehr, nochmal hinzureisen

  • #20417 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Helga!

    Die Renovierung im Bryggen-Viertel jetzt fertig. Bei uns waren damals viele Häuser noch abgehängt !!! Schon ein Grund mehr, nochmal hinzureisen

  • #20634 Antwort

    Jessica Tüxen

    Moin Helga,

    wie ich bin ich dir dankbar für deinen Bericht über Stavanger. Da mir leider die Zeit fehlte eine große Tour durch die Stadt zu machen. So habe ich euch einfach begleitet bei eurem Streifzug. Was es da schönes zu entdecken gibt. Ja, die Pflanzen ein Traum, ich konnte mich nicht satt sehen. Eine Woche später stand ich vor den Gärten und vor der einen oder anderen Tür 😉 Für den nächsten Besuch in Bergen hast du mir auch schon neue Ideen geliefert.

    Sonnige Grüße Jessi

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