Folgeerkrankung von Verrückt nach Meer: Meine erste Frachtschiffreise ..

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Kerstin Krückeberg vor 1 Jahr, 4 Monate.

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    Bernd_vom_TV

     

    Hallo zusammen,
    wenn hier im Blog der Begriff „Frachtschiffreise“ auftaucht kommen Rückfragen zu den Hintergründen. Deshalb stelle ich hier schon mal vorab einige Grundinformationen zu dem Thema ein. Ab Mitte Mai 2018 werde ich dann an dieser Stelle von meiner Reise berichten.

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    Infiziert durch die bekannte TV-Serie „Verrückt nach Meer“ hatte ich mit meiner Frau Mitte 2017 eine Kreuzfahrt auf der Artania gemacht. Bei den Reisevorbereitungen habe ich mich dann im Netz beim Blog „christianbaumann.net“ verfangen. Da wurde ich heftig umarmt und nicht mehr freigelassen. Eine Einladung von Christian zum ersten Gastblog auf seiner Seite konnte ich nicht ausschlagen. Die Reise sowie der Blog haben Spuren hinterlassen. Die nächsten Reisen wurden direkt gebucht: Herbst 2018 Flusskreuzfahrt auf der Donau und 2019 mit Artania nach Norwegen.

    Es ist Herbst 2017 geworden und ab Dezember wird die 7.Staffel von VnM ausgestrahlt.
    Somit reichen die „Medikamente“ bis Frühjahr 2018. Die Zeit bis Herbst muss also noch überbrückt werden. Aber womit? Bei der Recherche stoße ich auf den Begriff „Frachtschiffreise“ und beginne mit der Suche nach Infos. Letztendlich habe ich eine 10-tägige Reise auf einem Containerschiff in den Ostseeraum für Mai 2018 gebucht.
    Aber klären wir doch zunächst mal:

    Was ist eine Frachtschiffreise?
    Wo ist der Unterschied zur klassischen Kreuzfahrt?

    Man fährt auf einem Frachtschiff, also einem Arbeitsschiff und nicht auf einem Kreuzfahrtschiff.
    Frachtschiffreisen sind wie Kreuzfahrten weltweit möglich. Sie werden nicht im „normalen“ Reisebüro angeboten sondern nur bei einigen wenigen spezialisierten Reisebüros. (siehe die Liste hinten)

    Bei einer Frachtschiffreise steht die Fracht im Vordergrund. Als Passagier ist man Kassenfüller und als „zweitrangige Fracht“ willkommen. Man muss sich den Erfordernissen der Fracht unterordnen.

    Das fängt schon mit dem Reisebeginn an. Komplettpakete mit Anreise gibt es nicht. Der Passagier organisiert seine Anreise selbst. Der Grund liegt im nicht genau planbaren Abfahrtsdatum. Ist die Vorreise kürzer oder länger? Gibt es kurzfristig Änderungen bei der Ladung? Deshalb gibt es bei der Buchung nur ein Richtdatum. Wenn das Reisedatum näher kommt informiert das Reisebüro die Passagiere über die aktuelle Planung. Die Liegeplätze und somit die Einstiegsstelle können sich auch kurzfristig noch ändern. Mein Frachter hat z.B. regelmäßig 2-3 verschiedene Ladestellen im Hamburger Hafen. Der Gast hat üblicherweise einige Zeit vor dem Boarding telefonischen Kontakt mit dem Kapitän und wird entsprechend informiert.

    Auch bei den Zielen ist keine exakte Planung möglich. In den Buchungsunterlagen steht eine Liste mit den möglichen bzw. typischen Häfen. Bei meiner Reise sind dies Riga, Tallin, Helsinki, Kotka, Rauma, Klaipeda, Norrköping, Stockholm, Gävle, NOK, Bremerhaven und Hamburg. Das Schiff, die Vera Rambow, fährt nur diese Routen. Entsprechend der Fracht werden 3-4 Häfen angelaufen die erst kurz vor der Reise bekannt sind. Die Anzahl der tatsächlichen Reisetage ist deshalb auch etwas variabel.

    Der Frachtschiffpassagier muss also sehr flexibel sein. Das ist in unserer fest getakteten Welt schon ein kleines Abenteuer.

    Die Kosten für eine Frachtschiffreise liegen in der Größenordnung von etwa 100€ pro Tag und Person inkl. Verpflegung. In der Regel bieten die Schiffe Platz für 3-6 Gäste. Die Kabinengröße dürfte bei etwa 10-20m² liegen, ich habe aber noch keine genauen Angaben gefunden. Der Gast hält seine Kabine (hier Kammer genannt) selber sauber. Bettwäsche Handtücher usw. werden gestellt. Arbeiten auf dem Schiff um den Reisepreis zu sparen ist heute aus versicherungstechnischen Gründen nicht mehr möglich.

    Als Frachtschiffpassagier wird man auf der Besatzungsliste geführt. Dadurch ist der Reisende kein Tourist mehr und wird zum „Profi“. Die Hintergründe kenne ich noch nicht, das kläre ich an Bord. Es besteht immer Reisepasspflicht. In einigen Ländern ist auch ein Visum notwendig. Für Russland sogar wenn man dort nicht von Bord geht.

    Abendgarderobe ist auch nicht nötig, es ist ja ein Arbeitschiff.

    Wertgegenstände wie Fotoapparat, Handy, Laptop sowie Alkohol sollen im Zollformblatt Nr. 0330 – „Vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung im Reiseverkehr“ für die Wiedereinreise nach Deutschland deklariert werden. Hier gibt es das Formblatt
    http://www.formulare-bfinv.de/ffw/form/display.do?%24context=5362903CCB4EA23755C4

    Wer sich über Frachtschiffreisen informieren will findet in den folgenden Links entsprechende Anlaufpunkte:
    Allgemeine Infos und Reiseberichte
    http://www.meine-frachtschiffreisen.de/ (Das ist „Kreuzfahrt-Begeistert“ für Frachtschiffe)
    http://www.arur.de/reiseinfos/seereisen/frachtschiffe/
    https://www.reisen-auf-frachtschiffen.de/
    Reiseanbieter:
    https://frachtschiffreisen-pfeiffer.de/ (hier habe ich gebucht)
    https://www.zylmann.de/frachtschiff-touristik.html?no_cache=1
    http://www.frachtschiffreisen-rostock.de/
    http://www.frachtschiff-reisen.net/
    http://www.baltic-reisebuero.de/frachtschiffreisen/was-sind-frachtschiffreisen.html
    http://www.frachtschiffreisen-rostock.de/
    http://www.nsb-reisebuero.de/de/

    Viel Spaß
    Bernd

  • #9714 Antwort

    Petra Baptist

    Hallo Bernd,
    das liest sich mega interessant. Ein Bekannter von uns hat dies auch schon öfter mal auf dem Rhein gemacht und war jedes Mal total begeistert.
    Meins wäre es jetzt nicht. Aber ist bestimmt ne tolle Erfahrung.
    Bin schon gespannt, was du dann zu erzählen hast.
    Liebe Grüße,
    Petra

  • #9716 Antwort

    Helga E.-D.

    Hallo Bernd,

    Danke für Deinen sehr informativen Beitrag! Ich bin auch total gespannt, was Du zu berichten hast – das hört sich wirklich nach einem kleinen Abenteuer an.

    Liebe Grüße
    Helga E.-D.

  • #9771 Antwort

    Irmela Tölke
    Keymaster

    Hallo Bernd,

    vielen Dank für Deine ausführlichen Informationen. Das ist ja eine Wissenschaft für sich. Wie gut, dass Du das mal für uns testest ;-). Schade, dass es noch bis Mai dauert, bis Du mehr berichten kannst. Bin sehr gespannt…

    LG Irmela

  • #10104 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Bernd,
    da ich meinstens über das I-Phone die Berichte lese, stoße ich leider erst jetzt auf deinen Bereich in Sachen Frachtschiff. Wir haben bei uns in der Filiale eine Kundin, die nach jahrelanger immer nur „Normaler Kreutzfahrt“ jetzt regelmäßig mit dem Frachtschiff ihre Reisen tätigt. Sie war gerade jetzt für 5 Wochen unterwegs. Der Preis ist günstiger, als eine herkömmliche Reise per Schiff. Sie erzählt, von der Nähe zu der Crew, die manchmal als alleine , als Frau an Bord, auch etwas abendteuerlich sein kann. Bisher verlief es jeodch alles gut und positiv. Manchmal gab es Verständigungsschwierigekeiten, wenn der Mix aus Deutsch, Russisch und Englisch bestand und man behalf sich mit „Händen und Füßen“. Sie macht dann die Ausflüge dann natürlich in Eigenregie und bereitet dann diese vor Ort und an den Seetagen vor. Diesmal hatte sie ihr eigenes Fahrrad mit an Bord. Sie hat erwähnt, das diese Art zu Reisen ursprünglicher ist und eine enorme Ruhe und Ausstrahlung haben. Bin also gespannt, was du erzählen wirst!!
    Liebe Grüße, Kerstin

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