MS Amadea nicht als "Traumschiff" unterwegs?

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    • #8316 Antworten
      Helga E.-D.
      Gast

      Gestern im NDR, in der Sendung „Markt“: Horror-Urlaub auf dem Traumschiff. Eine Passagierin erkrankt und wird ohne Pass in Saudi-Arabien ausgesetzt. Was sagt der Veranstalter dazu?

      http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/Horror-Urlaub-auf-dem-Traumschiff,markt11554.html

      Man ist halt auf dem Meer, man hat kein Krankenhaus nebenan, das bordeigene Hospital kann nur bedingt helfen und behandeln und der Arzt muss eine Entscheidung treffen – ob sie letztlich richtig ist, wird man sehen. Aber was, wenn er nicht gehandelt hätte und für die Patientin wäre es zu spät gewesen? Ärzte sind auch nur Menschen…

    • #8396 Antworten
      Henry
      Gast

      Das scheint schon ein besonderer Fall zu sein. Grundsätzlich sehe ich das auch so, daß der Schiffsarzt autonom arbeitet (und auch abrechnet), und wenn er eine Diagnose stellt, die ein Ausschiffen nach sich zieht, dann wird sich kein Schiffsreiseveranstalter dagegen stellen, egal wo auf der Welt man sich gerade befindet. Es sieht auch alles recht gut organisiert aus.
      Es stellt sich die Frage nach der Diagnose, bzw deren Richtigkeit. Schiffs- oder Bordärzte gibt es auf der Welt nun mal in einer riesigen „Bandbreite“, und es fällt auf, daß es sich teils um Herren (sorry, natürlich auch Damen) im Rentenalter handelt, d h Ärzte, welche Ihre Tätigkeit an Land aus Altersgründen aufgegeben haben. Die frühere Fachrichtung reicht hier zB vom Allgemeinmediziner bis zum Viszeralchirurgen, vom Internisten bis zum Orthopäden. Ja, es gibt eine spezielle „Zusatzausbildung für Schiffsärzte“, ich bin nicht sicher, ob diese Pflicht ist. Sicher wird jeder Arzt an Bord im Rahmen seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten diagnostizieren, aber ob die Diagnose in jedem Fall ganz korrekt ist, bezweifle ich schon. Ich selbst hatte an Bord mit einem schmerzhaften Wirbel ein Problem, die Schiffsärztin war auf Sicherheit bedacht und machte wg Verdachts, es könne etwas mit dem Herzen sein, ein EKG und nahm Blut, Ergebnis negativ, aber im Bereich des betroffenen Wirbels fand sich überhaupt nichts! Zu Hause wurde das Wirbelproblem vom Hausarzt direkt erkannt und in null-komma-nichts behoben.
      Leider sind an Land wie auf See nicht richtige Diagnosen niemals auszuschließen, und Sicherheit geht vor. Das scheint man hier beachtet zu haben. Begleitung an Land kann man nicht leisten. Geld ist vom Veranstalter sicher nicht zu erwarten, dafür gibt es keinerlei Grundlage, da helfen nur (hier) die Reiseabbruchversicherung für nicht verbrauchte Leistungen (Tage) an Bord, sowie eine Krankenversicherung (als Reise- oder auch als private Vollversicherung), wobei eine Reisekosten-Rücktritts- und –abbruchversicherung ab bestimmten Lebensaltern nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind. Auf die Rücktransportkosten (zB Ambulanzflug) sollte man achten.
      Und übrigens:
      das gibt es nicht nur auf dem Traumschiff,
      ein Schiffsarzt ist auch für die Besatzung da,
      es gibt tragischere Fälle, über die man nicht redet.
      Life is risky!

    • #8397 Antworten
      Henry
      Gast

      in Ergänzung meines vorherigen Posts: die sog. „Ausbildung zum Schiffsarzt“ ist weder gesetzlich vorgeschrieben noch einheitlich. Das jeweilige Recht ist im sog. Flaggenstaat geregelt. Ohne näher zu recherchieren: wenn ich mir die „Flaggen“ der KF-Schiffs so anschaue…
      wir alle hoffen, nicht auf See wirklich zu erkranken, so wie wir alle hoffen, daß nie ein Seenotfall eintritt.

    • #8399 Antworten
      Peter
      Gast

      Meines Wissens gibt es nach dem Konkurs der Deilmann-Reederei kein einziges Kreuzfahrtschiff mehr unter deutscher Flagge, also gilt, wie Henry oben richtigerweise schreibt, das Recht des Flaggenstaates. Welcher Druck und Bedingungen bei Krankheit der Crew besteht, haben wir ja hier schon einmal von unserem Keymaster erfahren. Was z. B. auf den anderen Schiffen so passiert, die für uns alle die Waren über die Weltmeere so selbstverständlich transportieren, möchte ich mir erst gar nicht vorstellen.
      Krank werden können natürlich auch jüngere Passagiere, aber ich (auch schon im Rentenalter) wundere mich oft über den Mut mancher hoch betagter Passagiere, die überaus lange Reisen mit oft auch stundenlanger Fluganreise in Länder mit für uns Mitteleuropäer belastende oder ungewohnte Klimazonen unternehmen, von nicht oder nur eingeschränkt vorhandenen Hygienebedingungen mal ganz abgesehen. Es sei ihnen von Herzen gegönnt, das Risiko muss ein jeder selber abwägen und tragen, aber man sollte sich bewusst sein, dass ein Kreuzfahrtschiff nun mal viel Wasser um sich herum hat und es u. U. lange dauern kann, bis ein Krankenhaus oder ein Spezialist erreicht werden kann. Auf die Gesundheit!

    • #8423 Antworten
      Mathias
      Gast

      Hallo zusammen,

      da es sich hier sozusagen um „mein“ Thema handelt, möchte ich mich erstmals zu Wort melden:

      Meines Wissens sind die qualitativen Anforderungen für Ärzte und Pflegektäfte auf den Schiffen der deutschen Veranstalter recht hoch. Unabhängig von der eigentlichen Fachdisziplin müssen Erfahrungen in der Intensiv- und Notfallmedizin nachgewiesen werden. Abgesehen davon ist es sicher eine besondere Spezies Arzt, welche sich für den Dienst auf Schiffen interessiert. Die mir Bekannten zumindest, fanden den Hauch von „Halbgott in Weiß“ und die drei Streifen auf der Schulter auch nicht unattraktiv.

      Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit im Rettungsdienst habe ich so manche Fehldiagnose erlebt, die aufgrund der Rahmenbedingungen und der eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten „draußen“ zustande kam. Meistens -wie auch im hier angesprochenen Fall- zum Wohle des Patienten. Das sollte sich die Dame aus dem Beitrag vielleicht mal überlegen. Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer…

      Grüße aus Berlin
      Mathias

    • #8430 Antworten
      Henry
      Gast

      Mathias, ich gebe Dir Recht: bei diagnostizierter Lungenentzündung ist „Alarmstufe rot“ angesagt, die Folgen auf einem Schiff wären ggf katastrophal. Stellt sich die Frage, wie gut diagnostiziert wird resp wie gut der einzelne Arzt (die einzelne Ärztin) das an Bord kann. Wegen der notwendigen Bandbreite an Wissen un Können – man denke z B an die Verletzungen insbes. bei der Crew) ist das schwierig. Idel ist sicher bei entsprechender Schiffsgröße eine orthopädisch-chirurgischer und eine internistischer Ausrichtung / Qualifikation. Die Praxis sieht manchmal anders aus.
      Ich hätte mir (s.o.) einen Dr Winnie Koller (VnM) damals gewünscht, der hätte mir helfen können.

    • #8457 Antworten
      Steffi
      Gast

      Was ich bei der ganzen Sache nicht verstanden habe, lt. Bericht wurde die Dame ja ohne
      Pass ausgeschifft. Wieso den das? Die Antwort darauf würde mich interessieren. Denn unabhängig davon, ob die Diagnose jetzt richtig oder falsch war, irgendwann muss sie ja auch das fremde Land wieder verlassen und dazu benötigt man nun mal gültige Papier. Dadurch ergeben sich in meinen Augen zusätzliche Probleme, die so nicht sein müssten. Wer kümmert sich eigentlich an Bord bei Patienten um solche bürokratische Dinge? Ist wohl grad bei Alleinreisenden problematisch.

    • #8459 Antworten
      Henry
      Gast

      üblicher Weise kümmert sich der Kreudfahrt-Direktor, d h er kümmert sich und veranlasst alles; die Pässe befinden sich im Rezeptionsbereich, oberster Chef ist m W der/die Oberzahlmeister/in. Ohne Pass an Land geht eigentlic gar nicht.

    • #31703 Antworten
      Brianhaund
      Gast

      Hallo René die beigefügte Nachricht ist eine generisch Fehlermeldung, welche die eigentliche unterdrückt, damit der Fehler bzw die Ursache nicht nach außen sichtbar ist. Um die Ursache anzeigen zu lassen müsstest du in der Web.config Datei den Wert für CustomError auf Off, bzw remoteOnly stellen, wenn du direkt mit den host den shop aufrufst. <customErrors mode=Off /> Danach einfach nocheinmal den Fehler reproduzieren, kopieren, und danach wieder customErrors auf On stellen. Beste Grüße

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