Teil 4 – Bordeaux/Frankreich

Dieses Thema enthält 2 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Helga E.-D. vor 1 Woche, 4 Tagen.

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    Helga E.-D.

    Unser letzter Stopp in Frankreich – Bienvenue à Bordeaux! Wir waren am Morgen vom Meer in die Garonne eingelaufen – die Stadt liegt ca. 45 km vom Atlantik entfernt. Wie schön war es, während des Frühstücks mit der „Grand Lady“ dahinzugleiten und die Landschaft zu genießen!

    Wir hatten nicht nur das große Glück, ein „Overnight“ in Bordeaux zu haben, wir hatten auch mit dem Liegeplatz „Quai Louis XVII“ in der Nähe des „Place de la Bourse“ und des „Miroir d´Eau“ (auch die „schönste Pfütze der Welt“ genannt: Ein 2 cm hoher Wasserspiegel, der auf einer um 7 Stufen erhöhten Granitdelle liegt, unter der ein Brunnenmechanismus mannshohen Sprühnebel aufsteigen lässt – übrigens der bevorzugte Platz in Bordeaux für Selfies!) bekommen.

    Vor uns lag das Wahrzeichen der Stadt, die Brücke „Pont de Pierre“, wir brauchten nur die Straße zu überqueren, durch das mittelalterliche Stadttor „Porte Cailhu“ zu gehen und waren schon mitten in der Altstadt, deren großer Teil seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

    Mit 376 denkmalgeschützten Monumenten liegt Bordeaux nur knapp hinter Paris und ich finde, es ist überall ein Hauch der Hauptstadt zu spüren oder wie Victor Hugo sagte: „Nehmt Versailles, mischt etwas Antwerpen hinzu und ihr habt Bordeaux.“

    Die Quais waren schon am Morgen gut besucht, Fußgänger, Biker, Skateboarder, Segways, – alles, was sich irgendwie vorwärts bewegen kann, war unterwegs und das für unser Gefühl recht forsch. Aber es passierte nichts, alle waren rücksichtsvoll, niemand regte sich auf, keiner beschimpfte den anderen, wenn es auch ein recht flinkes Durcheinander war, war es doch ein Harmonisches.

    Es war ein schöner Sonn(en)tag und nur wenige Meter von unserem Liegeplatz entfernt fand zusätzlich zu dem Angebot in der Markthalle am „Quai des Chartrons“ auch ein „Freiluft“-Markt mit einer unglaublich großen Anzahl von Ständen von 9 – 16 Uhr statt, der in jedem Reiseführer ausdrücklich erwähnt wird und den man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte. Hier wurde von den Einheimischen für das Diner zu Hause eingekauft oder an Ort und Stelle geschlemmt. Wir konnten natürlich auch nicht widerstehen, wenn das Frühstück auch noch nicht so lange her war;-) Und ein Gläschen kühlen Wein zu den frischesten Muscheln, die wir je gegessen hatten, musste sein – immerhin befanden wir uns in einer der bekanntesten Weinanbaugebiete der Welt.

    Als Dessert quasi mussten natürlich auch die berühmten „Canelés de Bordeaux“ – kleine guglhupfartige Kuchen mit einer karamellisierten Kruste, innen drin weich, luftig und cremig, Rum und Vanille sind das sog. i-Tüpfelchen des Geschmacks – gekostet werden und die Empfehlung heißt: Unbedingt probieren!!!

    Genug geschlemmt – „gearbeitet“ = Bordeaux weiter entdecken wollten wir ja schließlich auch. Eine historische Altstadt mit der Kathedrale San André, dem beeindruckenden Grand Théatre, vielen Museen und wiederum so vielen verträumten Gassen. Bordeaux bietet aber auch eine moderne Einkaufsmeile mit allen weltbekannten „großen“ Edelmarken sowie eine Filiale des berühmten Pariser Kaufhauses „Galeries Lafayette.“

    Sagt man eigentlich „gut behütet“ – wir empfanden uns in Frankreich „gut beschirmt“ 😉

    Alle „Bordelais“ schienen unterwegs zu sein, die Restaurants füllten sich zu Mittag hin zusehends, wobei sich bekanntlich das Mittagessen in Frankreich Stunden hinziehen kann. Auch hier wieder ein Flair, das man sehen, hören und riechen muss!!!

    Bei unserem Rundgang durch die Stadt entdeckten wir auf den Pflastersteinen am Boden eingelassene goldene Muscheln, die wir als Hinweis auf eine Stätte für Pilger auf dem „Camino“ erkannten und folgten dem gekennzeichneten Weg und richtig, wir standen vor der Pilger-Herberge in Bordeaux. Die ehrenamtlich tätigen Damen dort luden uns herzlich herein – es war schon eine besondere Atmosphäre in diesem Haus und wir waren dankbar für diesen Einblick und die Informationen, denn den Jakobsweg werden wir in unserem Leben mit Sicherheit nicht mehr laufen.

    Andere Passagiere hatten Ausflüge nach Saint-Émilion, den weltberühmten Winzerort, oder ins Weinanbaugebiet Medoc oder zur „Dune du Pyla“ mit einer Austernprobe gebucht und nach und nach kamen alle nach einem interessanten und genussreichen Tag wieder zurück an Bord. Für einige ging es nach dem Abendessen zu einer Lichterfahrt durch das wunderschöne Bordeaux, wir nutzten das „Overnight“, um noch einmal einen Spaziergang durch die abendlich beleuchtete Stadt zu machen und beschlossen diesen schönen Tag und angenehm warmen Abend draußen in einer Bar mit einem hervorragenden Bordeaux. Überall saßen die Menschen noch drinnen und draußen, schlemmten, tranken ihren Wein und wir fragten uns, ob sie alle am nächsten Tag, einem Montag, wohl frei hätten, denn nach 23 Uhr war immer noch alles gut gefüllt. Nein, hatten sie nicht, erzählte uns ein Einheimischer. Aber vor 9:30/10:00 Uhr würde kein Geschäft geöffnet und in keinem Büro gearbeitet, auch die Kinder gehen später in die Schule – eine Begebenheit, die uns auch in den kommenden Häfen in Spanien und Portugal begegnen sollte.

    Jeder schöne Tag geht einmal zu Ende und so fielen wir zufrieden – und dieses Mal ohne Seegang – in unsere Koje.

    Um 08:30 Uhr am nächsten Morgen verabschiedete sich die „Grand Lady“ von Bordeaux und wir glitten genau so gemütlich auf der Garonne wieder aus der Stadt, wie wir hineingekommen waren. Etwas später wieder auf offener See gab es noch ein kleines Spektakel – der Lotse wurde per Helikopter von Bord geholt, diese Attraktion ließ sich wohl kaum jemand entgehen!

    Der sich anschließende Seetag war eine gute Gelegenheit, nach all dem Entdecken und Erleben einmal wieder zu relaxen, Sportangebote zu nutzen oder was auch immer das Tagesprogramm so anbot: Um 11 Uhr stand ein Jazz-Frühschoppen an, am Nachmittag fuhr das Pâtisserie-Team an Bord eine „Süße Verführung“ auf: U. a. „Tarte au Chocolat“, „Cake au citron“ oder auch die leckere „Tarte Tatin.“ Den Abend ließen wir bei „Filmmusik – Hollywood & Co.“ und später wieder bei unserem Duo „Laura & Zsolt“ mit einem Gin-Tonic ausklingen – dazwischen gab es allerdings noch den allabendlichen „Late Night Snack“ 😉

    Unsere „Grand Lady“ befand sich, währenddessen wir schliefen, auf dem Weg nach Spanien mit Zielhafen Getxo (gesprochen: Getscho), von wo aus wir den Transfer-Bus nach Bilbao gebucht hatten – auf diese Stadt waren wir auch sehr gespannt! Ihr vielleicht auch?

  • #22915 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Helga!
    Wie gemein, beim Lesen lief mir die ganze Zeit das Wasser im Mund zusammen. Und: na klar, schon wieder eine Stadt auf meiner To-Do-Liste. Ich hätte ganz genau, genauso diesen Ausflug unternommen. Und was für ein schöner Tag!!!!!!! 😊
    Spannend: die Frage, wie die mediterranen Länder, ihren Tagesablauf bestreiten. Ich hatte mich auch schon immer gefragt, wie sie so entspannt lange abends in den Cafés und Bars sitzen können und wann sie wohl wieder zur Arbeit gehen würden. So manches würde wohl uns Deutschen wohl auch ganz gut tun 😉.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die nächste Destination, die sagt mir ehrlich gesagt leider gar nichts- und ich ahne es, sie wird wohl dann auch auf meiner To-Do-Liste stehen ?!?
    Tschüß und ganz liebe Grüße,
    Kerstin 💁🏻

  • #22916 Antwort

    Helga E.-D.

    Hallo Kerstin,

    vielen Dank für Deinen Kommentar! „Schlemmerreise“ hätte tatsächlich auch als Überschrift für diese Reise gelten können 😉
    Ohne etwas vorweg zu nehmen, ich glaube, dass Deine To-Do-Liste tatsächlich noch länger wird beim nächsten Hafen – wir waren wirklich begeistert und auch froh, einmal ganz andere Orte zu sehen, als die üblichen und oftmals überlaufenen „Must-haves.“ Übrigens hatte ich von Getxo auch noch nie etwas gehört, geschweige denn wo es liegt 😉

    Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!
    Viele Grüße
    Helga E.-D.

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