Teil 8 – Lissabon/Portugal

Dieses Thema enthält 4 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Helga E.-D. vor 3 Tagen, 1 Stunde.

  • Autor
    Beiträge
  • #23383 Antwort

    Helga E.-D.

    Lissabon – für uns war es nach einigen Jahren ein Wiedersehen mit der größten und zugleich auch Hauptstadt Portugals. Eine der Städte, die man, wie ich finde, unbedingt mit einem Schiff zum ersten Mal „betreten“ sollte – die Einfahrt auf dem Tejo, das Unterfahren der „Ponte 25 de Abril“ (die drittgrößte Hängebrücke der Welt) und steuerbord die nicht zu übersehende „Cristo Rei Statue.“

    Lagen wir bei unserem letzten Besuch Lissabons in der Nähe des „Torre de Belém“ und des „Hieronymus-Klosters“, hatten wir dieses Mal den Liegeplatz „Cruise Terminal Santa Apolonia“ zugewiesen bekommen – perfekt für unseren geplanten Landgang durch die „Alfama“ – die Altstadt Lissabons. Wir brauchten einfach nur die Straße zu überqueren und das Abenteuer konnte beginnen – bekanntlich ist Lissabon auf sieben Hügeln gebaut und demzufolge hieß es auch heute wieder: Über steile und unebene Wege durch teils malerische Gassen, aber auch an vielen Gebäuden vorbei, die leer stehen und verfallen.

    Am Vormittag war es in der Altstadt fast menschenleer und bei mittlerweile 28 Grad war es in den kleinen Gassen angenehm kühl. Immer wieder sahen wir an vielen Gebäuden wunderschöne „Azulejos“ (es gibt auch ein eigenes Museum für diese Kacheln in Lissabon). Auf dem Weg zum „Castelo de São Jorge“ rumpelten die legendäre alte Straßenbahn Nr. 28E und viele Tuk-Tuks über das alte Kopfsteinpflaster die Straßen hinauf und hinunter, teils sah dies schon recht abenteuerlich aus.

    Die Aussichtspunkte in Lissabon, die Miradouros, geben immer wieder einen traumhaften Blick auf die Unterstadt bis hin zur Oberstadt frei.

    Eine Besonderheit Lissabons, „Ginjinha“ – ein süßer Sauerkirschlikör, der aus kleinen Holzfässchen in Waffel- oder auch in Schokobecher gefüllt und getrunken wird, musste natürlich probiert werden. Auch der „Pastel de Bacalhau“ (Stockfisch-Pasteten, die eigentlich gar nicht so sehr nach Stockfisch schmeckten) und vor allem ein „Bica“ (Kaffee in Espressogröße) mit „Pastéis de Belem“ (so nennt sich das angebliche Original aus dem Hieronymuskloster) oder die „Nata del Lisboa“ (angeblich „nur“ die Kopie) – egal, diese Vanilletörtchen mit Puderzucker und Zimt sind einfach ein Muss, am besten noch lauwarm genossen…

    Vorbei an der „Catedral Sé Patriacal“ und der Kirche mit Kloster „São Vicente de Fora“ ging es wieder steil hinab in die Unterstadt „Baixa“, die eigentliche Stadt Lissabons mit vielen renommierten Geschäften und Restaurants.

    Über den von den Einheimischen genannten Platz „Rossio“ mit seinem Reiterdenkmal und den wunderschönen Bodenfliesen, gelangten wir zum bekannten und dem „Selfie-Platz“ schlechthin „Elevador de Santa Justa“ (vor über 100 Jahren übrigens noch mit Dampf betrieben), vor dem es unendlich lange Warteschlangen gibt.

    Außer diesem Aufzug gibt es noch weitere, die die „Baixa“ mit der Oberstadt „Chiado“ und ihren 8 m Höhenunterschied verbinden. Was für ein Unterschied zur ruhigen „Alfama“ – es wimmelte nur vor Menschen und dabei war keine Hochsaison mehr. An den Kreuzfahrern lag es dieses Mal nicht alleine, außer uns lag nur die kleine „AIDAvita“ und die „Britannia“ von P&O mit uns im Hafen. Lissabon ist sehr angesagt, sehr viele Reisegruppen, Wochenend- und Tagestouristen erzeugen einen absoluten „Übertourismus“, so wird die Stadt auch mittlerweile in einem Zug mit Venedig, Dubrovnik und Barcelona genannt, die man nicht unbedingt bzw. nicht zur Hochsaison besuchen sollte.

    Da wir die Oberstadt „Chiado“, den „Torre de Belem“ und auch das „Hieronymus-Kloster“ von früher her kannten und diese Sehenswürdigkeiten eine gute Strecke auch noch von unserem Liegeplatz entfernt lagen, genossen wir noch einmal einen leicht gekühlten weißen Portwein in einer der unzähligen Bars und Straßencafés, bummelten durch die „Rua Augusta“ durch den Triumphbogen „Arco da Rua Augusta“ und den großen Platz „Praça da Comercio.“ Bei traumhaftem Wetter setzten wir uns ans Ufer des Tejo und ließen die Eindrücke des Tages Revue passieren und die Seele und Füße baumeln.

    Es war schön, Lissabon wiederzusehen, leider ist nach unserer Meinung mittlerweile auch hier viel Flair verloren gegangen durch den „Übertourismus“ – ehrlich gesagt, uns hatte Porto einen Tag zuvor wesentlich besser gefallen! Aber bitte nicht weitersagen… 😉
    Ein kurzer Weg entlang am Flussufer führte uns zurück zu unserem „Zuhause“, von wo aus wir später das einzigartige Auslaufen auf dem Tejo genießen konnten – das hatte schon etwas, auch die Crew hält es da nicht unter Deck! Obrigada Lisboa – ob wir uns wiedersehen werden, steht in den Sternen…

    Das Abendprogramm in der Atlantic Show Lounge an Bord der MS Artania mit dem Thema „Latin Emotions“ passte wunderbar zum Ausklang dieses schönen Tages. Und nun standen uns zwei Seetage bevor, wobei wir alle hofften, dass sich Poseidon/Neptun von der gemäßigten Seite zeigen würden, hatte es Tage zuvor rund um die Azoren heftigste Unwetter mit Sturm gegeben.
    Le Havre/Frankreich sollte unser nächster und auch vorletzter Hafen sein…

  • #23421 Antwort

    Claudia Dörl

    Hallo Helga, schön das du Zeit gefunden hast und uns wieder mit einem tollen Bericht und wunderschönen Fotos den Tag versüßt hast.
    Das mit dem Muster im Pflaster kenne ich auch von Rhodos und muss sagen, ich finde es richtig klasse.
    Schade, dass eure Reise schon fast vorbei ist, freue mich aber schon auf deinem nächsten Bericht.
    Wünsche allen einen guten Start in die Woche.
    Herliche Grüße
    Claudia

  • #23425 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Helga!
    Wieder ein schöner Bericht und diesemal habe ich bei Lissabon auch gut aufgepasst und mir den einen oder anderen Knoten ins Taschentuch gemacht. Es sind wieder tolle Fotos dabei und die wahnsinnig schönen Kacheln kenne ich auch von meinem Stop in Madeira. Bei dem Kaffee musste ich kurz nachdenken. Das größere Glas auf deienm Fotos erinnert mich stark an den Kaffee, den wir auf La Palma bekommen hatten. Es hatte ganz kurz aus Kübeln geschüttet und war dort die Spezialität schlechthin. Allerdings hatte er auch warmen Eierlikör in sich. Kennst du das auch? War übrigens sehr lecker und tat nach dem Guss sehr gut.
    Auf Le Havre bin ich natürlich ganz gespannt!!! Ist tatsächlich schon wieder ein halbes Jahr her, das ich dort war- kommt mir momentan viel kürzer vor.
    Vielen Dank fürs Schreiben und ich hoffe, der Adventssonntag musste dort nicht allzu sehr leiden!
    Wünsche euch allen eine schöne Adventszeit!
    Ganz liebe Grüße, Kerstin

  • #23558 Antwort

    Klaus Brokmann

    Moin Helga,

    Danke für Deinen tollen, intensiven Bericht zur einer der – wie ich finde – schönsten Städte Europas!
    Ich war letztes Jahr Weihnachten zum ersten Mal dort und total begeistert!
    Deine Fotos haben vielen Erinnerungen geweckt 🙂

    BTW: noch 17 Tage bis zur AIDAnova 🙂 🙂

    LG Klaus

  • #23633 Antwort

    Helga E.-D.

    Vielen Dank für Euer Feedback! Lissabon ist schon eine besondere Stadt, einmalig eben das Einlaufen mit einem Schiff. Vielleicht lag es an den doch ruhigeren Orten, die wir davor angelaufen waren, aber die großen Menschenmengen an den „Hot Spots“ waren schon enorm. Grundsätzlich nervig diese „Selfie-Jäger“, nicht nur mal ein Foto, nein, da wird ewig in verschiedenen Posen wie bei einem Fotoshooting „geschossen“, was das Zeug hält…
    Wir haben bei unserem Besuch in der Hauptstadt Portugals halt leider auch einen starken Verfall gesehen, nur wenige Straßen/Gassen von den Haupteinkaufsstraßen und -plätzen sieht man Häuser, die eher an „soziale Brennpunkte“ erinnern. Wenn man die alten Viertel retten will, die einst sehr idyllisch waren, dann muss hier schnellstens investiert werden. Und hoffentlich gibt es dann auch entsprechenden Wohnraum für die Einheimischen – „Touristenstädte“ gibt es genug, die möchte ich auf meinen Reisen nicht wirklich sehen, insbesondere nicht, um dort eine Foto zu machen.

    Habt alle einen schönen und vor allem ruhigen zweiten Advent
    Helga E.-D.

Antwort auf: Teil 8 – Lissabon/Portugal
Deine Information: