Teil I: MSC Preziosa – Schiff und Bordleben

Dieses Thema enthält 7 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Irmela Tölke vor 3 Wochen, 1 Tag.

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  • #17185 Antwort

    Ricardo
    Nach einer Norwegenfahrt und einer großen Mittelmeer-Tour mit MS Albatros haben wir uns in diesem Herbst für eine Kreuzfahrt auf einem MSC-Schiff entschieden. Einerseits waren natürlich die Preise verlockend, andererseits fand sich bei Phoenix-Reisen im Zeitraum der deutschen Herbstferien (unser 15-jähriger Sohn sollte dabei sein) keine passende Reise. Zudem hatten wir immer wieder gehört, dass es auf den großen MSC-Schiffen durchaus viele Vorteile gibt, z.B. hinsichtlich der Unterhaltung, gerade wenn man mit Jugendlichen unterwegs ist.
    Unsere Reise startete am 29.9.2018 in Genua. Die Anreise dorthin erfolgte mit dem Bus, den MSC regelmäßig zu einem akzeptablen Preis zur Verfügung stellt. Dazu später mehr.
    Da lag sie nun, die MSC Preziosa – neben ihrem Schwesterschiff – in ihrer ganzen Größe und Pracht. Etwas mulmig wurde uns schon, als wir uns vorstellten, welche Menschenmassen auf diesem riesigen Schiff unterwegs sein werden. Aber nein, wir wollten unvoreingenommen und objektiv sein.

    MSC Preziosa und MSC Divina im Hafen von Genua

    Einschiffung und Restaurants
    Die Einschiffung verlief recht problemlos und zügig. Sicher, wir waren zunächst etwas verwirrt angesichts der Vielzahl der Menschen und der Anweisungen, die wir durch die Check-in-Mitarbeiter erhielten. Hält man sich jedoch strikt daran und fragt nicht nach, läuft es doch ganz gut. Unsere Kabine sollte ab 14.30 Uhr zur Verfügung stehen. Da wir bereits gegen 11 Uhr abgefertigt waren, bot sich ein Spaziergang durch Genuas Hafengegend an. Dachten wir. Leider sollten wir jedoch die zum Verlassen des Schiffes unerlässlichen Bordkarten (bei MSC heißen diese „Cruisecard“) erst auf der Kabine vorfinden, somit war ein Verlassen des Schiffes nicht möglich. Also machten wir das, was man häufig macht, wenn man nicht weiter weiß: Essen. Die Kreuzfahrt startete eigentlich erst um 18 Uhr, die Bordeinrichtungen und Restaurants konnten wir jedoch sofort ab Einschiffung kostenlos nutzen, das ist großzügig.
    Das Buffetrestaurant (hier gibt es ca. 20 Std. täglich etwas zu essen) liegt bei der Preziosa im hinteren Teil auf Deck 14. Da es nahezu rundherum verglast ist, hat man einen tollen Ausblick auf die Häfen bzw. das Meer. Unser erster Eindruck konnte diese Tatsache jedoch kaum würdigen. Es war so voll und laut, dass wir schon etwas geschockt waren. So hatten wir es nicht erwartet, wenn uns auch bewusst war, dass natürlich bei 3600 Passagieren nicht so ruhig zugehen kann, wie wir es bisher kannten. Wir fanden keine Sitzplatz, drehten unsere Runden und stellten uns schließlich an eine Stehtheke, um etwas zu essen. Naja, gut. Vielleicht war die Situation der Ein- und Ausschiffung geschuldet, vielleicht würde es besser.
    Wurde es aber nicht. Da das Schiff, so erfuhren wir, vollständig ausgebucht und dementsprechend belegt war, war es während der gesamten Reise immer schwierig, einen Sitzplatz für drei Personen zu finden. Wir mussten immer suchen und mehrere Runden durch das Restaurant drehen, um dann ggf. einen Platz zu finden, irgendeinen, von Fensterplätzen ganz zu schweigen.
    Das Essensangebot war aber recht gut. Natürlich muss man bei einem Buffet Abstriche machen, da die Speisen einige Zeit erwärmt gehalten werden müssen und dies einem Fischfilet oder einem Omelett eben nicht gut bekommt. Aber es wurde häufig nachgelegt und die Auswahl war auch völlig ausreichend. Sehr gut war z.B. die immer angebotene Pizza, wie auch insgesamt die Pasta- und Risottogerichte von erstaunlicher Qualität waren, eben eine italienisch geprägtes Schiff…
    Leider für uns ein absolutes No-Go: Das Geschirr. Im Buffetrestaurant kann man seine Speisen hauptsächlich nicht auf Teller, sondern auf ovale Plastik-Platten auftun, die gestapelt und noch feucht von der Reinigung auf ihre Benutzung warten. Das ist nicht lecker! Schlimmer sind noch die Tassen für Tee oder Kaffee. Auch diese sind feucht, verschmiert, fleckig und kaffeearomatisiert. Für Teetrinker ein Graus. Aber das negative Highlight unserer Buffetrestaurant-Erfahrungen war das Kredenzen des bestellten Rosè-Weines in zerkratzen, nassen und abgenutzten Plastik-Weinkelchen. Nein – das geht nicht! Schon gar nicht zum Preis von 5 Euro pro Glas.

    Weinglas Buffetrestaurant
    Naja, der erste Eindruck ging wohl daneben. Ein (eigentlich nicht gestatteter) Blick in die offen stehende Kabine ergab, dass die Bordkarten bereits auf dem Tisch lagen und somit der Rundgang durch Genuas Hafenviertel zumindest aus unserer Sicht möglich war, prima. Das Wetter war ja auch traumhaft. Problematisch zeigte sich dann aber, das Schiff tatsächlich zu verlassen. Die gefundenen Eingänge waren eben nur als solche benutzbar und streng kontrolliert. Nachfragen nach einem Ausgang führten beim Personal zu Verwirrung, wahrscheinlich war so etwas nicht eingeplant. Nach mehreren Versuchen und gefühlten Kilometern im Schiffsbauch fand sich ein Türchen und wir waren wieder an Land (wir hatten tatsächlich immer wieder den Eindruck, irgendwie eingesperrt zu sein).
    Am Abend dann die obligatorische Sicherheitsübung. Diese wurde wahrscheinlich nach den international geltenden Vorschriften durchgeführt, verlief jedoch insgesamt ziemlich chaotisch. Vielleicht lag das auch daran, dass die Erklärungen, z.B. zum Anlegen der Schwimmweste, immer in 5 Sprachen erfolgten, was zu einer gewissen Unkonzentriertheit bei den Gästen führte. Wirklich vorbereitet fühlten wir uns nach dieser Übung jedenfalls nicht.
    Bei Reisen auf den MSC-Schiffen kann man das Abendessen entweder im Buffetrestaurant einnehmen, was wir aus den genannten Gründen lieber vermieden, oder man bekommt einen Tisch in einem der Hauptrestaurants (Golden Lobster und Arabeske) zugewiesen. Die Restaurants werden abends in zwei Tischzeiten bespielt, 18 Uhr und 20.30 Uhr. Wir fanden beide Zeiten ungünstig, haben uns aber für die erste Tischzeit entschieden. Die Restaurants sind sehr hochwertig und geschmackvoll eingerichtet. Leider war auch hier wieder ein Lärmpegel vorhanden, der Tischgespräche nahezu unmöglich machte. Zudem sind die Möbel so eng gestellt, dass man kaum sitzen kann, da von hinten der Nachbar bereits drückt. Schade, da an sich das Potential für ein angenehmes und schmackhaftes Abendessen vorhanden wäre. Die Speisen waren abwechslungsreich, vielfältig und von guter bis sehr guter Qualität. Da gibt es eigentlich keine Gründe für Kritik. Auch Geschirr und Gläser waren ohne Grund zur Beanstandung.
    Die Zeit zur Einnahme des Abendessens (4-5 Gänge) ist leider etwas kurz bemessen. Durch dezentes Erhöhen der Helligkeit wird einem angezeigt, dass man zum Ende kommen sollte, da die Tische für die nächste Tischzeit neu eingedeckt werden müssen. Das ist etwas störend, wurde an unserem Tisch aber als nachvollziehbar und eher als Running-Gag empfunden.
    Unterhaltung
    Die abendlichen Veranstaltungen im Platinum-Theater, dessen Größe wirklich beeindruckend ist, waren stets von hoher Qualität und Professionalität. Auch die Anzahl der Bars ist sicher der Größe des Schiffes angemessen. Es fand sich immer ein Platz. Die Qualität der Kaffeegetränke war sehr gut, die der alkoholfreien Cocktails leider nicht. Zu süß und viel zu viel Crash-Eis. Wenn man diese dann noch in den Bars im Buffet- oder Poolbereich bestellt hatte, wurden sie -wie alle Getränke dort- in unappetitlichen Plastikbechern serviert.
    Der Poolbereich war immer sehr überfüllt, Liegen praktisch nicht zu erhaschen. Dazu wurden beinahe ständig Shows und Animationsaktionen durchgeführt, die den Lärm natürlich noch verstärkten. Gegen zusätzliche erhebliche Gebühren stehen auf dem Sonnendeck (18) weitere Liegen bereit. Dort war während unserer Reise aber eher wenig los. Die Spielmöglichkeiten waren vielfältig und selten überfüllt, viele aber nur gegen Extra-Entgelt zu benutzen.
    Leider gibt es auf der MSC Preziosa auch keine Möglichkeit für einen Ausblick nach vorn, da den gesammten oberen Bugbereich der „MSC Yachtclub“ als exclusiver Mitgliederbereich einnimmt.

    Kaum Sicht nach vorn
    Rezeption und Organisation
    An der Rezeption ist Schlangestehen kaum zu umgehen. Häufig, z.B. am Einschiffungstag, gab es allerdings mehrere Servicemitarbeiter, die Gäste mit Problemen bereits im Loungebereich abfingen und die Anliegen aufnahmen. Das war sehr angenehm. Leider nur nicht wirkungsvoll. Die von uns erbetenen Maßnahmen wurden nur teilweise umgesetzt. Ein erneuter Gang zur Rezeption in den folgenden Tagen war somit notwendig. Zudem waren Aussagen der Rezeptionsmitarbeiter mehrmals widersprüchlich, wirkliche Kompetenz strahlten sie nicht aus.
    Ausflüge
    Den gleichen Eindruck hatten wir bei der Ausflugsberatung. Auch hier wurden unsere Fragen, z.B. nach der geplanten Abfahrtszeit des Ausflugsbusses, nach inkludierten Sehenswürdigkeiten u.ä., nicht kompetent beraten.
    Im Vergleich mit unseren vorherigen Reisen waren die angebotenen Ausflüge relativ teuer. Völlig überteuert waren allerdings die durch MSC angebotenen Hafen-Shuttle. In Barcelona stellt der Hafen einen Shuttleservice zum Preis von 3 Euro zur Verfügung, MSC wollte 7 Euro. In Marseille ist das Shuttle sogar kostenfrei (das ist auch gut so, weil der Kreuzfahrthafen ca. 8 km vom Stadtzentrum entfernt liegt), MSC bot einen Shuttle-Service für knapp 16 Euro p.P. an! Grundsätzlich ist dagegen ja nichts einzuwenden. Im Rahmen einer fairen Gästebetreuung wäre aber ein Hinweis auf kostengünstigere Alternativen sicher zu erwarten. So erschien es zumindest uns als (versuchte) Abzocke.
    Leider ist auch die Organisation beim Verlassen und Rückkehren auf das Schiff ziemlich mangelhaft. Häufig gab es nur eine Luke und dann auch nur einen Schalter zum Überprüfen der Bordkarten. Bei so vielen Gästen steht man dann schon einmal eine Stunde in der prallen Sonne. Dies ließe sich sicher recht einfach besser lösen. Das dafür nötige Personal schien jedenfalls ausreichend vorhanden zu sein.

    Einchecken Casablanca
    Angebote, Bordguthaben, Kostenkontrolle
    Im Lauf der Tage erschien uns die Reise immer mehr, eine Art „schwimmende Werbeverkaufsveranstaltung“ zu sein. Ständig wurden – eigentlich von der ersten bis zur letzten Minute – Getränkepakete, Wellness-Pakete, Fotos, Uhren, Schmuck, Kleidung, Parfüm … offeriert. Selbst die Durchsagen waren selten wirklich informativ, sondern erinnerten an besonders günstige Angebote. Natürlich konnte man diese Angebote ignorieren, genervt hat es trotzdem. (Dagegen war der Spaziergang durch Casablancas alte Medina nahezu entspannend. Und das will schon etwas heißen.)
    Bezahlt wird alles auf dem Schiff mit der Cruisecard. Um diese nutzen zu können, muss vorher ein Guthaben aufgeladen werden. Dies geschieht an Terminals, die im Schiff herumstehen. Nicht verbrauchtes Guthaben wird am Ende der Reise erstattet. Die Kostenkontrolle erfolgt über die in den Kabinen vorhandenen interaktiven TV-Geräte. Wenn – anders als bei uns – die Fernbedienung funktioniert. Andere der angebotenen interaktiven Möglichkeiten, z.B. Ausflugsbuchungen oder Restaurantkarten waren nur Werbung, Interaktivität war nicht zu erkennen.
    Bestandteil unseres Reisepaketes war ein All-inklusive-Getränkepaket. Es war bereits inkludiert, gebucht hätten wir es zum Preis von 21 bzw. 26 Euro pro Tag und Person sicher nicht. Das ist aber Geschmackssache. Jedenfalls war auf diese Weise das Thema Getränkepreise vom Tisch. Andernfalls hätte es dazu sicher noch genug Kritikpunkte gegeben, z.B. das Nachfüllen von noch halb gefüllten Gläsern bei voller Berechnung etc. Nie ganz eindeutig war, was nun in Reise und Getränkepaket inkludiert war und was nicht. Z.B. ist die Pizza gratis, der Kabinenservice (bei unserer Kabinenkategorie) auch, die Pizza auf die Kabine liefern zu lassen, aber nicht. Das ist insgesamt verwirrend und führt nach unserer Meinung sicher häufig zu Extrakosten, die der Veranstalter zumindest nicht zu vermeiden sucht.
    Bus-An- und Abreise
    Die von MSC angebotenen Busan- und rückreisen sind preislich kaum zu schlagen. Dafür muss man dann aber auch in Kauf nehmen, 13 bzw. 15 Stunden im Bus zu sitzen, zur Zwischenübernachtung (falls es eine gibt) in einem Hotel in Norditalien am Rande eines Industriegebietes um 21 Uhr abgeladen zu werden und ein wirklich sehr italienisches Frühstück mit 200 anderen MSC-Reisenden in einem Saal einzunehmen.
    Fazit
    Die Angebote von MSC sind eine Möglichkeit, auch mit kleinerem Geldbeutel eine Kreuzfahrt auf einem modernen Schiff mit allen erforderlichen Annehmlichkeiten durchzuführen. Man wird in einer schönen Kabine, vielleicht mit Balkon, untergebracht, bekommt genügend zu essen und zu trinken und jede Menge Unterhaltung geboten. Und man kommt sicher von Hafen zu Hafen.
    Wenn man allerdings eher die klassische Kreuzfahrt liebt und Wert darauf legt, eine echte Schiffsreise zu unternehmen und dabei über Ziele und Besonderheiten der gegenwärtigen Position oder Ausblicke informiert zu werden, wenn man Hafeneinfahrten vom Bug des Schiffes miterleben, das Verschwinden einer Insel achtern mit einem Sundowner gemütlich genießen, in ruhiger und gepflegter Atmosphäre speisen und nicht andauernd das Gefühl haben will, nur Objekt der Wertschöpfung zu sein, sollte man vielleicht lieber eine andere Alternative wählen.
  • #17188 Antwort

    Klaus Brokmann

    Hallo Ricardo,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen und ehrlichen MSC-Bericht!

    Ein ganze Reihe der von Dir genannten Kritikpunkte (das Geschirr im Buffetrestaurant, die mehrsprachigen Erklärungen/Durchsagen, die Enge und der Lärm im Bedienrestaurant, kaum Sicht nach vorn) kann ich nach meinen zwei MSC-Versuchen (mit der Armonia und Musica) voll unterschreiben, und sie werden mich auch künftig davon abhalten, MSC zu buchen!!

    Ebenso haben mich die von Dir angesprochenen „schwimmende Werbeverkaufsveranstaltungen“ genervt. An Seetagen war dadurch meist sogar da halbe Pooldeck belegt. Ich hatte allerdings mehrere Mitreisende, die dies als „tolles italienisches Flair“ empfanden, da man doch jederzeit shoppen konnte …
    Ich kam mir eher vor wie auf einem Flohmarkt!

    VG Klaus

  • #17196 Antwort

    Kerstin Krückeberg

    Hallo Ricardo!
    Vielen Dank für den ehrlichen Bericht. Ich muss sagen, ich wäre schon etwas enttäuscht, wenn ich deine Erlebnisse gehabt hätte. Ich fand es gab doch einige Kritikpunkte, die mich wirklich sehr gestört hätten. Mein Fazit nach diesen Bericht, Urlaubern mit etwas schmaleren Geldbeuteln dann doch eher Aida und Mein Schiff zu empfehlen, oder 😊 Rat bei Christian suchen! 😉
    Aber ich finde es gut, mal einen nicht ganz so positiven Bericht hier zu lesen, um daraus sein persönliches Fazit ziehen zu können. Sicherlich gibt es auch Leute, die das beschriebene, nicht so stört und trotzdem mit dem Schiff fahren würden.
    Liebe Grüße, Kerstin 💁🏻

  • #17215 Antwort

    Helga E.-D.

    Hallo Ricardo,

    vielen Dank für Deinen sachlichen Bericht! Leider bestätigen mir Deine Erfahrungen mein Vorurteil, da ich die MSC-Schiffe nur aus dem TV und aus verschiedenen Häfen liegend „kenne.“ Deine Kritikpunkte werden mich wohl weiterhin davon abhalten, diese zu testen. Klaus hat dies für die Musica und Armonia bestätigt. Allerdings finden sich bei anderen Reedereien/Veranstaltern auch auf deren Schiffe Unterschiede, AIDA vita/aura etc. ist nicht AIDA prima/nova, Phoenix Albatros ist nicht MS Artania/Amadea etc.
    Ich denke, bei dieser Vielzahl an Schiffen auf dem Markt, muss man sehr sorgfältig das „Kleingedruckte“ lesen, sich vor allem klar machen, was man selber als wichtig empfindet und sich insbesondere als Neuling, aber auch für Repeater, die mal etwas Neues ausprobieren wollen, in seinem auf Kreuzfahrten spezialisierten Reisebüro beraten lassen. Ich bekomme immer Beklemmungen, wenn mir Leute von ihrem „Superschnäppchen“ beim Discounter um die Ecke auf einem „Dampfer voller italienischem/amerikanischem Flair“ erzählen. Dank Irmela wissen wir ja, dass es auch da große Unterschiede gibt und die bekommt man eben doch eher nicht als „Superangebot.“

    Schlechte Erfahrungen haben auch ihr Gutes – man weiß jetzt, was man zukünftig nicht mehr will! Da die nächste Cruise bestimmt kommt – viel Glück dabei! Und danke nochmals für diesen objektiven Bericht.

  • #17232 Antwort

    Irmela Tölke
    Keymaster

    Hallo Ricardo,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen und sehr interessanten Bericht, der viele Kritikpunkte enthält, die vermutlich leider eine Folge der steigenden Kreuzfahrt-Begeisterung sind.

    Meine erste und bisher einzige Fahrt mit MSC liegt neun Jahre zurück, damals auf der ganz neuen Splendida. Ich habe also keine aktuellen Erfahrungen mit MSC. Grundsätzlich kommen mir aber einige Sachen sehr bekannt vor, da man sie zum Teil auch bei anderen internationalen Reedereien antrifft: Plastikgeschirr in den Außenbereichen (das scheint sicherheitsbedingt international Vorschrift zu sein?), mehrsprachige Ansagen, Verkaufsveranstaltungen und Animation, überfüllte Liegeflächen und Buffetrestaurants, chaotische Drills…

    Ich persönlich finde es ebenfalls unschön, auf Zweiklassenschiffen zu fahren und als Bewohner einer „normalen“ Kabine von bestimmten, meist den schönsten, Bereichen ausgeschlossen zu sein. Leider kommt das ja immer mehr in Mode. So rüstet zum Beispiel aktuell auch Celebrity einige ihrer Schiffe in diesem Sinne um, was ich persönich sehr schade finde.

    Grundsätzlich fürchte ich, dass viele große und für den „Massenmarkt“ angebotene Schiffe mehr oder weniger unter ähnlichen Schwachpunkten leiden. Daher hat Helga sicher Recht, wenn sie sagt: „Man muss wissen, was man möchte und sich informieren. Ich würde dem noch hinzufügen, dass man das dann mit dem persönlichen Budget, der Familiensituation und der zeitlichen Flexibilität in Einklang bringen muss – genauso wie du es beschreibst.

    Wenn man als Familie mit einem begrenzten Budget und mit einer Limitierung auf die Ferienzeit eine Kreuzfahrt machen möchte, muss man wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle Abstriche machen – oder sich mit Dingen, die nicht so angenehm sind, arrangieren. Für uns sind dann die Schiffreise und die angefahreren Ziele wichtiger als z.B. die Fülle im Buffetrestaurant. Dann gehen wir eben vor oder nach den Stoßzeiten essen und versuchen unsere persönlichen Nischen jenseits des „Karnevals“ an Bord zu finden. Aber natürlich wäre es einfacher und schöner, wenn alles nach unseren Wünschen wäre. Aber die Reederei müssten wir uns wohl selbst backen… 😉

    Würdest Du denn nochmals MSC fahren? In jedem Fall bin ich sehr gespannt auf Deinen weiteren Bericht.

    Herzlich und ein schönes Wochenende,
    Irmela

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 3 Tagen von  Irmela Tölke.
  • #17242 Antwort

    Helga E.-D.

    Hallo Irmela,

    natürlich ganz wichtig – was kann man sich leisten in Sachen Kreuzfahrt, das „normale“ Leben muss ja auch noch bedient werden. Bei Familien mit Kindern gibt es ohne Zweifel noch mehr Einschränkungen, als bei uns, aber leider geht auch hier nicht alles so, wie man sich das manchmal wünschen würde. Für uns ist dann auch wichtig, dass es letztlich ein guter Kompromiss wird, mit den ein oder anderen Abstrichen und auch „Repeater-Tricks“ wird es dann doch am Ende eine Traumreise.
    Bei AIDA ist es auch in den Außenbereichen üblich, dass es Plastikgläser gibt, die natürlich nicht schön aussehen, aber aus Sicherheitsgründen leider wohl nötig sind.

    Viele Grüße

    Helga E.-D.

  • #17247 Antwort

    Michaela

    Hallo Ricardo,

    danke für deinen Bericht. Meine Oma (85 Jahre) war letztes Jahr mit der MSC Splendida unterwegs und hat ganz ähnliches über Lärm & Verkaufsveranstaltungen berichtet. Sie sagte nur einmal und nie wieder. Ihre Freundin hatte sie zu der Tour überredet. Nicht das sie ansich nicht gerne mit dem Schiff unterwegs ist 😉
    Für mich wäre es nichts und dein Bericht hat mich da nur bestätigt.

    VG Michaela

    • #17249 Antwort

      Irmela Tölke
      Keymaster

      Hallo Helga,

      Repeater-Tricks ist ein gutes (Stich-)Wort ;-)!

      Mit ihrer Hilfe kann man aus so mancher mäßigen eine gute Kreuzfahrt machen. Dazu werden wir mal einen Post machen. Mal sehen, wer bereit ist, seine Tricks preiszugeben…

      Sonnige Grüße!

      • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen von  Irmela Tölke.
Antwort auf: Teil I: MSC Preziosa – Schiff und Bordleben
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