Instandhaltung – für Passagiere nicht immer schön

Ein großes Thema auf Kreuzfahrtschiffen ist die Instandhaltung, denn die Arbeiten betreffen nicht nur die Crew, sondern oft auch die Passagiere…

Auf Schiffen wird immer gearbeitet, nicht nur auf der Brücke, in der Küche und in der Maschine, sondern auch an Deck. Ein Schiff ist wie kein anderes Fahrzeug den Elementen ganz besonders ausgesetzt. Deshalb muss die Crew immer hinterher sein, um das Schiff in Schuss zu halten. Gerade das Seewasser setzt vor allem dem Schiffsrumpf und den Außendecks ziemlich zu. Irgendwo an Deck klopft immer jemand Rost, streicht oder bessert Teakholz und Handläufe aus. Ein großes Problem auf Kreuzfahrtschiffen ist die Organisation dieser Instandhaltungsarbeiten. Auf einem Containerschiff kann die Crew Tag und Nacht hämmern, schleifen und sägen. Auf einem Kreuzfahrtschiff sieht das natürlich ganz anders aus, denn dort wollen die Passagiere ihren Urlaub genießen und Ruhe haben.
Deshalb müssen diese Arbeiten immer dann geplant werden, wenn die Passagiere an Land sind, oder zu Zeiten, in denen die Urlauber beispielsweise im Restaurant sitzen. Manchmal lässt es sich nicht ganz vermeiden, dass die Kreuzfahrer etwas von den Instandhaltungsarbeiten mitbekommen. Es kommt leider manchmal vor, dass das Promenadendeck oder andere Teile der Außenbereiche für diese Arbeiten für die Passagiere gesperrt sind. Ihr seht also, an Bord müssen viele Interessen berücksichtigt werden :-).

Promenadendeck geschlossen? Das Teakholz freut sich, der Passagier nicht immer

Um möglichst allen Ansprüchen gerecht zu werden und um das Programm der Gäste so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wird ein ganz genauer Instandhaltungsplan erstellt und mit dem Kreuzfahrtdirektor oder der Reiseleitung abgesprochen. Ich habe mich gestern mit Irmela über ihre Reise unterhalten und dabei sind wir genau auf dieses Thema gekommen:
Irmela: „Natürlich verstehe ich, dass auf einem Schiff immer gearbeitet werden muss. Schließlich wollen wir Passagiere ein funktionsfähiges und schönes Schiff vorfinden – und das hält sich nicht über Nacht und von allein Instand. Dennoch bin ich oft hin und her gerissen, wenn wir selber von Arbeiten betroffen sind. In unserem aktuellen Fall wurde auf der Volendam zwei Tage lang der Fußboden des Lido-Innenbereichs abgeschliffen. Damit waren nicht nur Teile des sehr beliebten Innenpool-Decks gesperrt. Auch der restliche Teil war wegen des Lärms de facto nicht nutzbar. Wir fanden das nicht so tragisch, aber viele andere Passagiere, die auf den Innenpool, die Whirlpools und z.B. auch die Tischtennisplatten verzichten mussten, waren sehr verärgert. Es hagelte Beschwerden… Da fragt man sich schon, ob das sein muss? Vor allem, weil das Schiff erst vor drei Wochen aus dem Dock kam. Ich persönlich finde es z.B. bedauerlich, wenn an Seetagen das Promenadendeck geschlossen ist oder zur Abendessenszeit das Deck des Außenrestaurants geschrubbt wird. Aber wahrscheinlich decken sich da meine Interessen nicht mit denen der Mehrzahl der anderen Passagiere.“

Lautstarke Schleifarbeiten am Lidodeck der Volendam. Nicht alle Passagiere waren begeistert

Wie sieht es bei Euch aus? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Instandhaltungsarbeiten gemacht? Was nervt Euch besonders und wie geht Ihr damit um? Wir haben zu diesem Thema ein Forum eröffnet und möchten gerne mit darüber Euch diskutieren: Instandhaltung – für Passagiere nicht immer schön
Wir freuen uns auf Eure Meinungen und senden ein herzliches Ahoi aus der Pfalz und aus Hamburg,

Eure Christian & Irmela

 

12 thoughts on “Instandhaltung – für Passagiere nicht immer schön”

  1. Moin Christian!
    Ich war immer überrascht von den ständigen Renovierungen auf dem Schiff bei der Sendereihe Verrückt nach Meer. Als Zuschauer findet man das eher interessant, als das es stört. Ist man persönlich betroffen, kann ich mir schon vorstellen, das man auch mal verärgert ist, wenn man das Angebot nicht uneingeschränkt nutzen kann. Ich persönlich finde, es sollte immer gut die Waagschale von Muss gemacht und kann warten genutzt werden. Manchmal lassen sich Reparaturen / Ausbesserungen einfach nicht verschieben , um die nötige Sicherheit oder hohe Folgekosten zu vermeiden. Ob das dann an einem Seetag gemacht werden muss ist dann schon die Frage. Grundsätzlich finde ich es aber toll, das es viele Gewerke auf dem Schiff sind bzw. sich angeeignet wurde und für fast alles immer die nötige Reparatur/Instandhaltung gemacht werden kann. Persönlich Erfahrung auf meiner Kreuzfahrt hatte ich nicht- wenn welche waren, sind Sie mir nicht aufgefallen!
    Ganz liebe Grüße und Tschüss, Kerstin ??

  2. Hallo Christian,
    wäre nicht begeistert, zumal das Schiff, lt. Irmela, gerade aus dem Dock kam. Handläufe streichen ect ist noch ok aber komplette Revovierungen- dann kann ich mir ein Schiff aussuchen welches auf Jungfernfahrt geht. Da weiß ich was mich evtl. erwartet.
    Bin im Febr/März mit mein Schiff 3 unterwegs, vielleicht wird dort dann auch renoviert und geschliffen?
    herzliche Grüße aus dem Harz
    Ela

  3. Sonnigen guten morgen , da ich nur Flusskreuzfahrten gemacht habe , kann ich nur für die kleinen Schiffe meinen Kommentar abgeben. Auch diese Schiffe wurden immer begutachtet und ich sah eigentlich nur dass gestrichen wurde während wir Ausflüge machten Es waren französische Schiffe, die m.E
    Immer top in Schuss waren. Das Sonnendeck war nur gesperrt , wenn wir unter niedrigen Brücken durchführen, und dafür hatte jeder Verständnis. Meckerer gabs auch , aber wegen anderer Sachen.

  4. Bin in sofern betroffen, dass ich selbst mithelfen musste beim Rostkloppen, pönen und Deckschrubben. Von Arbeiten mit Hüsing und austauschen von Webleinen konnte ich mich bisher erfolgreich fernhalten. Das wird sowohl während der Wache als auch in der Freiwache gemacht. Sowohl auf See als auch im Hafen. Aber auf einem Großsegler wie der Alexander von Humboldt ist das ja auch alles anders. Da ist man ja nicht zum Vergnügen sondern zum Arbeiten und manchmal hat man tatsächlich auch Urlaub 🙂
    Ärgerlich fand ich es auf der Dar. Wir waren der letzte Törn auf dem Weg zur Werft und bei wundervollem Wind haben sie schon 2 Tage vor Ende des Törns die Segel abgeschlagen.

  5. Hallo zusammen,
    na das Thema passt ja wunderbar zur VnM-Folge 236 wo Christian erklärt hat das der Ankerbereich jedesmal neu gertrichen wird.

    Klar, die Reparaturen müssen sein. Aber ich denke es ist eine Frage der guten Planung. Ich habe im letzten August auf der Artania keine Reparaturarbeiten gesehen, nur Scheibenreinigung. Mag ja evtl. auch mit dem späteren Werftaufenthalt zusammenhängen.

    Wenn aber kurz nach dem Werftaufenhalt noch der Boden geschliffen wird ist das sicher ein Grund nachzuhaken.

    Nochmal zurück zum Anker. In VnM war ja auch mal vom Reserveanker die Rede.
    Christian, schafft man das mit Bordmitteln den Reservanker einzubauen oder geht das nur im
    Hafen mit einem Kran?

    Schöne Grüße
    Bernd

  6. Hallo war bisher nur auf Aida unterwegs. Da haben wir keine Reparaturarbeiten erlebt.
    Wenn es nicht sein muss braucht man das als Passagier auch nicht. Ist ja Urlaub und nicht ganz billig. Lärm hat man in der Heimat ja genug.
    Grüße Lydia

  7. Wir haben während unserer vielen Kreuzfahrten so etwas wie Irmela noch nie erlebt, weder bei Phoenix, AIDA oder TUI MeinSchiff! Die üblichen Malerarbeiten ja, es wurden auch mal Schäden ausgebessert, aber immer in kürzester Zeit und mit geringstmöglichen Absperrungen. Auch kleinere notwendig gewordene Arbeiten in der Kabine wurden ohne Unannehmlichkeiten umgehend und von uns fast unbemerkt erledigt.
    Nach einem Werftaufenthalt würde ich auch erwarten, dass es keine größeren Reparaturarbeiten und damit entspr. Einschränkungen für den Passagier gibt.
    Aber nörgelnde Passagiere, die sich schon über die täglichen normalen Pinselarbeiten beschweren, trifft man ständig. Selbst auf der neuen AIDAprima wurde über die mangelnde Arbeit der Japaner hergezogen, weil man nach fast einem Jahr schon nachstreichen müsse. Wie Christian es auch beschreibt, da muss man ständig ran und das von Anfang an. Man soll sich doch mal überlegen, wie viele Menschen sich dort fast 365 Tage im Jahr auch im Innenbereich bewegen. Manche vergessen auch, dass sie auf dem Meer sind;-)
    Gruß
    Peter

  8. Mir sind solche Erlebnisse auch bislang erspart geblieben! Ich denke, es hat auch etwas mit der Größe eines Schiffes zu tun – hat man genügend Ausweichmöglichkeiten und Angebote, muss man auch einmal in Kauf nehmen, dass ein Bereich für eine kurze Zeit gesperrt ist. Ist es kleines Schiff mit z. B. einem begrenzten Außendeck-Angebot ist das schon sehr ärgerlich. Einerseits habe ich viel Verständnis dafür, dass manche Arbeiten durchgeführt werden müssen, bei plötzlich auftretenden Schäden sowieso, andererseits habe ich aber auch meine Schmerzgrenze – denn es ist für mich nicht nur ein Sightseeing-, sondern auch mein Erholungsurlaub (und dieser hat ja auch seinen Preis!), in dem ich mein Akku wieder auffüllen muss, nicht zuletzt, um auch meinen Job machen zu können!
    Mir würde schon fast etwas fehlen, wenn ich mal kein Crew-Mitglied an irgendetwas pinseln oder werkeln sehen würde;-) Damit kann ich leben, bei größeren Dingen erwarte ich zumindest eine Aufklärung von Seiten der Schiffsführung, warum das jetzt so gemacht werden muss. Fehlt dies, muss ich davon ausgehen, dass es „Firmenphilosophie“ ist und dann hat die Schiffsführung/Geschäftsleitung die Organisation nicht im Griff und auch etwas nicht verstanden: Zufriedene Kunden/Passagiere bieten mir die beste Werbung – sie kommen wieder und ihre Mundpropaganda ist durch nichts zu ersetzen! Hat die Werftzeit evtl. nicht ausgereicht – dann bitte ich um eine Erklärung und Entschuldigung und vielleicht auch um ein „Trostpflästerchen“, wie immer es auch aussehen mag – aber ich möchte als Gast mit meinen Ansprüchen, die man mir im Hochglanz-Prospekt und im Internet ja verspricht, auch wahrgenommen werden. Ansonsten haben andere Reedereien „auch schöne Töchter!“
    Viele Grüße
    Helga E.-D.

  9. Hallo in die Runde,

    ich sehe schon, dass sich die Begeisterung zu Renovierung an Bord in Grenzen hält.
    Das kann ich sehr gut verstehen! Ich hätte auch keine Lust an Deck zu liegen und Lärm um mich herum zu haben.
    Aber in der Lage war ich ja noch nie 😉

    Viele Grüße
    Christian

  10. Hallo Christian,

    das ändert sich ja bald – für Dich ein absoluter „Blickwechsel.“ Auch als begleitender Reiseleiter wirst Du Erfahrungen und Erlebnisse mit so manchem Passagier machen – die andere Seite kennst Du ja schon – von dem Du dachtest, dass es so etwas nicht gibt;-) Du solltest diese von Anfang an unbedingt schriftlich festhalten und vielleicht eines Tages als Buch veröffentlichen: „Erlebnis Kreuzfahrt – von Steuer- und von Backbord (oder Brücke und Holzdeck) aus gesehen.“ Es könnte ein Bestseller werden;-) Ich finde, dass durch die gewisse Enge eines Schiffes so manche „Besonderheit“ noch stärker zu Tage tritt bzw. wahrgenommen wird – ich komme manchmal aus dem Schmunzeln, aber auch aus dem Staunen bzw. Fassungslosigkeit nicht heraus!
    Viele Grüße
    Helga E.-D.

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