Kreuzfahrtgeflüster – wie genießt Ihr die letzten Stunden an Bord?

Kennt Ihr das Gefühl, wenn man in den letzten verbleibenden Stunden an Bord nochmals alles richtig auskosten und am besten intravenös in sich aufsaugen möchte? Was macht Ihr dann?

Nach 14 Tagen hieß es Abschied nehmen von der Volendam. Immerhin konnten wir in einem unserer Lieblingshäfen aussteigen. Trotzdem fiel uns das Aussteigen ziemlich schwer. Wie angeblich 180 unserer Mitpassagiere hätten wir gerne auch noch die anschließende Reise Richtung Indonesien mitgemacht, aber Arbeit und Schule rufen leider ziemlich laut…
Die letzten zwei Tage unerer Seereise wollten wir das Kreuzfahrtleben nochmals so richtig genießen und haben uns bei unserer letzten Station (Koh Samui) für einen kinderfreundlichen Strandbesuch entschieden. Da wir auf Reede lagen und schon um 15.00 Uhr weiterfahren mussten, sind wir gleich mit dem ersten Tender los und haben den Strand von Mea Nam im Norden der Insel angesteuert.

Der Anblick der Volendam im Sonnenaufgang vom Tender aus gesehen kann einem schon das Herz öffnen 😉

Dieser ca. 4 km lange Beach wird im Reiseführer als einer der Schönsten der Insel gelobt. Tatsächlich sind viele Strände hier bei Flut erstaunlich schmal, aber wir haben noch ausreichend Platz für unser Handtuch gefunden und das Wellenbad an diesem schönen Fleckchen Erde sehr genossen.

Nochmals Sonne tanken für den Hamburger Winter

Der Strand von Mea Nam ist schmal, aber trotzdem schön

Unser letzter Tag an Bord war ein Seetag. Und auch der war – wie seine Vorgänger – einigermaßen unruhig mit viel Wind und ordentlich Motion in the Ocean. Manchmal denke ich, dass das Schicksal uns absichtlich solche Abschlusstage beschert. Vielleicht sollen sie uns als eine Art „natürlicher Rausschmiss“ den Abschied erleichtern? Wir haben uns aber nicht beirren lassen und hatten – als hartgesottene Norddeutsche – das Seaviewdeck teilweise für uns alleine…;-).
Bei dieser Gelegenheit haben wir auch schon mal ein erstes Fazit dieser Kreuzfahrt gezogen. Um es kurz zu machen: hätten wir besseres Wetter gehabt, wäre diese Fahrt absolut genial gewesen! Schiff, Passagiere und Crew waren toll, die Ziele interessant und abwechslungsreich, wenn auch oft leider nur über Shuttles aus Containerhäfen erreichbar – aber das weiß man ja schon, wenn man die Reise bucht. Mein Sohn und ich haben uns auch über die zahlreichen Seetage sehr gefreut – Shuffleboard und Promenadendeck eben …;-))

Tschüss Volendam, wir kommen gerne wieder!

Singapur ist der perfekte Platz um unsere trauernde Kreuzfahrerseele wieder aufzupäppeln. Diese Stadt hat einen so unglaublich hohen Freizeitwert, dass man sich hier wochenlang aufhalten und täglich Neues entdecken kann. Egal ob man Kultur, Natur, Kinderspaß oder Sportangebote sucht: hier gibt es alles. Lange Spaziergänge am Wasser und durch die vielen tollen Parkanlagen, durch Arab Town, China Town und Little India sowie der immer wieder atemberaubende Anblick der Skyline sind mehr als ein Trostpflaster für das Ende einer denkwürdigen Seereise. Wenn ich zuhause bin, kann ich noch neue Tipps in unseren Hafenbeitrag zu Singapur einstellen. Aber hier zunächst noch ein paar Eindrücke aus einer meiner Lieblingsstädte:

Ein letzter Blick von der Volendam auf die City von Singapur (von Cruise Bay aus)

Die Sultan Moschee in Arab Town

Und wenn dann…

… die Sonne untergeht, …

… wird es noch besser!

Vielen Dank Euch allen, die Ihr mich begleitet und meinen Bericht so nett kommentiert habt. Leider war es dieses Mal ziemlich schwer von unterwegs zu berichten, da die Netzverbindung vom Schiff aus sehr schlecht war. Bei der nächsten Reise wird es hoffentlich wieder besser. Allerdings habe ich noch keine Ahnung, wann das sein wird… Das sind zwar denkbar schlechte Voraussetzungen, um sich möglichst schnell von der drohenden Post Cruise Depression zu erholen, aber die Reise hat mich zum Glück ja Demut gelehrt… ;-).
In diesem Sinne:
I’ll keep you posted.

Herzlich,

Eure Irmela

 

 

12 thoughts on “Kreuzfahrtgeflüster – wie genießt Ihr die letzten Stunden an Bord?”

  1. Moin Irmela!
    Vielen Dank für deine tollen Berichte und die vielen schönen Fotos. Gerade Singapur passte jetzt gut, da durch Verrückt nach Meer , gerade der Beitrag kam, wo Christian wieder am Bord ging. Es kam sehr viel zu sehen bei der Sendung und Singapur muss eine geniale Stadt sein. Hoffentlich komme ich da auch mal hin!
    Die letzten Tage und Stunden auf dem Schiff oder auch an einem anderen Urlaubsort, versuche ich so gut es geht, weg zu ignorieren. Das An- und Abreisen, vor allem wenn es sehr lange dauert, mag ich nicht besonders gerne und bin immer froh, wenn ich den Zielort endlich erreicht habe. An solch einem Tag genieße ich es dann ganz besonders, vielleicht nochmal einen extra Kaffee auf dem Sonnendeck, Blick aufs Meer und Horizont und versuche alles in mich einzusaugen. Geht die Reise endgültig los, freue ich mich eigentlich immer wieder auf zu Hause und habe auch immer im Hinterkopf, das war nicht die letzte Reise! Irgendwie folgt immer eine! ?
    Dir wünsche ich herzlich willkommen zurück in Hamburg!
    Und allen hier ein schönes Wochenende!
    Ganz liebe Grüße, Tschüss, Kerstin ??
    P.s beim letzten Beitrag hier im Blog ( den von Christian) und im Forum habe ich gestern einen
    Hinweis auf die NDR Mediathek gegeben. Dort gibt es zur Zeit eine schöne Rubrik rund um Seefahrt. Der Beitrag aus dem Bereich nordstory : Die Orkanfahrt der U31 ist wirklich sehr interessant und sehenswert . Wer Langeweile oder Lust hat, sollte sich den Beitrag mal anschauen.

    1. Hallo Kerstin,

      da hatten wir beide zur gleichen Zeit die gleichen Gedanken;-)
      Danke für den Mediathek-Tipp!
      In Hannover gibt es übrigens am 08.02.18 die 11. Cruise Job + Hotel Career Lounge statt. U. a. sind von den Reedereien auch AIDA und Phoenix via Sea Chefs mit dabei. Da kannst Du Dich ja mal informieren, wie es mit einem Job an Bord so ist – falls es mit der Praktikantenstelle nicht klappt;-)

      Liebe Grüße
      vom hochwassergeplagten Rhein – fühle mich fast wie auf hoher See auf meinem Weg zur Arbeit;-) Ulla: Haltet das doch mal in Bingen etwas auf;-)
      Helga E.-D.

      1. Hallo Helga da ich nicht mehr in Bingen wohne , kann ich das Hochwasser nicht anhalten , ich versuche es aber ein Stückchen weiter südlicher, zwischen Worms und Frankenthal, aber der Deich ist auch gefüllt Oberkante Unterlippe. Und auf den Feldern sickert das Wasser nicht mehr ab , die Bauern sind am meckern. Also „willkommen „Wasser, wir lieben es ja so , aber die Flusskreuzfahrtschiffe haben ein Problem mit den Brücken.

  2. Auch von mir ein herzliches willkommen zurück im z.Zeit wunderschönen Deutschland, ich glaube wir sind alle sonnenhungrig. Da Du und die Familie ordentlich Sonne getankt habt , könnt Ihr vielleicht etwas abgeben? ??? Kerstin erwähnte es schon in vnm hat uns Christian schöne Eindrücke vermittelt. Der Arme hockt jetzt auch in der grauen Suppe in der Pfalz, aber da muss er nun durch ? Sohnemann wird nun auch viel vom wackeligen Schiff seinen Freunden erzählen können. Tschau, Tschau Ulla

  3. Hallo Irmela,
    jetzt im neuen Jahr geht es mit „VnM“ weiter und gleich mit dem Wechsel von der MS Artania auf die MS Albatros mit Start in Singapur und dort ging endlich der hier schon lang ersehnte 2. Offizier auch an Bord;-) Übrigens mit einem schönen Rückblick zum Seekadetten Christian!
    Deine – und auch die seinerzeitigen von Christian hier – schönen Eindrücke von Singapur konnten wir gerade in den letzten Tagen gut nachvollziehen, einfach traumhaft!
    Was macht man in den letzten Stunden einer Kreuzfahrt? Ich liebe es, wenn am Ende noch einmal ein Seetag ist, damit man von den vielen Eindrücken ein wenig herunterfahren bzw.
    sie besser auf der „inneren Festplatte abspeichern“ kann. Für mich geht das am besten auf den Außendecks mit Blick über das weite Meer (wie bei Dir auf dem Bild), gerne mit einem guten Glas Wein und dann die Seele noch einmal auf die Reise schicken – mit Dankbarkeit für das Erlebte und mit dem guten Vorsatz, das dies bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein sollte. Mich erfüllt das mit Zufriedenheit nach dem Motto: Nicht traurig sein, dass es vorbei ist, sondern dankbar, dass es gewesen ist…
    Eine gute Heimreise und vor allem wieder gutes Eingewöhnen in den Alltag – evtl. hilft „VnM“ ein wenig dabei, außerdem musst Du ja auch verfolgen, was Christian auf seiner Reise so alles erlebt hat, während Du hier immer die Stellung gehalten hast;-)

    Herzliche Grüße
    Helga E.-D.

  4. Danke für den schönen Bericht und die schönen Bilder. Sehr spannend zu sehen und mal schauen, wahrscheinlich komme ich da auch noch mal hin, den Mann zieht es dahin.

    Wir kreuzfahren ja bisher immer mit Aida. Den letzten Tag einer Reise versuchen wir auch immer gut zu füllen und zu ignorieren, was natürlich nicht leicht ist. Zum einen gibt es schon einen Tag vorher den Zettel mit den Abschiedsmodalitäten. Da überlegt man dann eben schon am letzten vollen Tag, ob man die Koffer pünktlich packt, improvisiert und abends vor die Tür stellt. Und der Abreisetag ist eigentlich immer sehr ungemütlich und vom Familiengefühl vorher bleibt nicht viel. Das muß von der Logistik natürlich so sein, die neuen Passagiere warten schon und ich selber habe ja vielleicht auch davon profitiert. Am Ende ist es so, wie mit jedem Landurlaub den wir machen: Wenn ich abreisen muß (vor allem beim Landurlaub manchmal auch möchte, weil es einfach an der Zeit ist, so schön der Urlaub auch war), will ich schnell heim.

    Einen gewissen Blues gibt es bei uns auch immer. Das Gefühl während so einer Reise ist schön und gefällt uns. Und im ersten Moment vermißt man in der Regel doch die Buffets. Auch wenn das Essen daheim ganz sicher nicht schlecht ist, ein Buffet bietet natürlich eine tolle Vielfalt, die man daheim nicht nachmachen kann.

    Der Mann und ich überlegen übrigens, in Zukunft, wenn wir eine Kreuzfahrt verlängern wollen, den Landteil nach vorne zu legen. Entspannt aufs Schiff gehen macht eh Spaß und der oben genannte Kater ist meistens bei dem Übergang Kreuzfahrt zu Landurlaub etwas größer als wenn man heimfährt.

  5. PS Irmela:
    Als Prophylaxe oder erste Hilfe-Maßnahme gegen Deine drohende PCD solltest Du den Post über die Themen- bzw. Strickkreuzfahrt lesen;-) Nein, es war kein Restalkohol von Silvester mehr am Werke, es scheint neben der alljährlichen Erkältungsepidemie wieder der „Virus“ in unserer „Selbsthilfegruppe“ hier ausgebrochen zu sein – evtl. getriggert durch „Traumschiff“ und „VnM.“ Bin gespannt, was für Ideen Du noch einbringst?! Jedenfalls steht das Schlemmen hier an vorderster Stelle, hat Kapitän Hansen doch recht, als er in einem Interview in der bz mal sagte, dass es Unterschiede bei den Nationalitäten der Passagiere gibt: Bei den Deutschen sei das gute Essen ein wichtiges Kriterium!
    Viele Grüße

  6. Hallo Irmela,
    dann habt Ihr Euren kleinen Ausflug auf die andere Seite der Erde ja gut überstanden.
    Das Wetter war ja nicht immer wie bestellt, aber Ihr hattet einen Kapitän der damit gut umgegangen ist.
    Das lahme Internet kenne ich auch von der Artania.

    In den letzten Stunden an Bord wollte ich eigentlich nur eine kleine kleine Kurskorrektur von 180 Grad
    vom Kapitän.

    Über die nächste Keuzfahrt brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Christian plant da schon heftig
    an den Themenkreuzfahrten. Und er wird für Dich sicher einen noch größeren Rabatt aushandeln als für
    uns.?

    Derzeit müsste ich für eine Kreuzfahrt nicht nicht weit fahren. Am Niederrhein bei Voerde ist Platz genug.

    Schöne Grüße
    Bernd

    1. Hallo Bernd,

      bei uns am Mittelrhein sieht es ähnlich aus, Fahrverbot für die Schiffe, manche haben angelegt, andere liegen auf Reede, allerdings sollen die Pegel langsam fallen, hoffentlich.

      Hallo Irmela,
      mittlerweile seid ihr hoffentlich wieder daheim, jetzt müsst ihr euch erholen;-)
      Am letzten Tag schau ich u. a. erst einmal nach, ob wir ein evtl. Getränkepaket aufgebraucht habe, nicht auszudenken, wenn man da etwas nicht genutzt hätte;-) Außerdem schlage ich am letzten (meistens Seetag) noch einmal richtig bei der Kaffeestunde zu, jetzt ist es auch egal, jetzt darf auch noch einmal richtig Sahne auf den Kuchen! Oder wie auf der AIDA prima musste es dann auf den letzten Drücker doch noch das selbst kreierte Magnum-Eis im Store sein, wozu man nie Zeit hatte. Dann wird zwischen Kaffeestunde und Abschiedsdinner soweit der Koffer gepackt bis auf die Gala-Garderobe, die am Abend noch gebraucht wird, damit es nachts vor 2 Uhr ruckzuck geht mit dem vor die Tür stellen. Nach dieser Strapaze brauche ich ein Bier auf dem Außendeck und dabei überlegt man, ob man ins Bordreisebüro gehen soll und fragen, ob die Kabine evtl. für die nächste Reise noch frei ist. Und dann muss man sich noch von so vielen neuen Bekannten verabschieden, die man auf der Reise kennengelernt oder auch wieder getroffen hat. Die Uhr läuft dann irgendwie immer schneller und plötzlich ist´s vorbei.
      Aber wenn man nur noch auf Kreuzfahrt wäre, hätte man nichts mehr worauf man hin fiebert und zu Hause ist es auch schön, irgendeine Arbeit ruft schon!
      Gruß
      Peter
      .

  7. Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure guten Wünsche und Eure sehr interessanten Vorschläge, was ich gegen meine PCD machen kann. Und ja: die News zur Weltstrickkreuzfahrt hatte ich eingestellt und habe mich beim Lesen selbst schon königlich amüsiert. Ich hätte gerne mal eine Yoga-Kreuzfahrt…
    Immerhin scheint in Hamburg heute die Sonne, und das macht das Eingewöhnen deutlich leichter. Ich hoffe, bei euch lacht auch der Himmel!

    LG vom Schreibtisch,
    Irmela

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