Reedereien reduzieren Passagierkapazität im Mittelmeer

Für das Jahr 2017 erwarten die Anrainer des Mittelmeers weniger und kleinere Schiffe und damit weniger Passagiere als in der jüngsten Vergangenheit. Das prognostiziert die italienischen Beratungsgesellschaft Risposte Turismo. Das Unternehmen hat eine Studie aufgelegt, die die geplanten Fahrten für 2017 mit denen der Vergangenheit vergleicht. Danach soll der Anteil an Kreuzfahrtpassagieren im Mittelmeer gemessen an der weltweiten Passagierkapazität auf ein Zehnjahrestief sinken. Nur noch 15,5 %  der Passagierkapaziät bewegt sich dieses Jahr im Mittelmeer (im Vergleich zu 18,3 % im Vorjahr und 16,4 % in 2007). Damit liegt die Region aber immer noch an Platz zwei der populärsten Kreuzfahrtreviere hinter der Karibik (35,6%) und den europäischen Häfen außerhalb des Mittelmeers (11,5 %).
Barcelona wächst
Die Gründe für diesen Rückgang seien laut Risposte Turismo vielfältig. Unter anderem zögen Reedereien Schiffe ab, weil sie in der Karibik oder der Ostsee mehr Nachfrage erwarten. Zudem spiele auch die Angst vor Terror sowie die eingeschränkte Auswahl an Zielen eine Rolle. Insbesondere erwähnt die Studie die drei aktuell so genannten „No-go-Zonen“, zu denen sie die Türkei, Tunesien und Ägypten zählt. Es gäbe aber auch durchaus Häfen, die einen Passagierzuwachs verzeichnen werden. Barcelona, als klassischer Einschiffungshafen, erwartet dieses Jahr mehr als 800 Schiffe (Vorjahr: 758).

2 thoughts on “Reedereien reduzieren Passagierkapazität im Mittelmeer”

  1. Einerseits dürfte es so mancher in den Haupturlaubszeiten völlig von Touristen übervölkerten Destination gut tun, wenn sich die Straßen und Sehenswürdigkeiten etwas lichten, auf der anderen Seite sind alle auf die Einnahmen angewiesen. Massentourismus, Angst vor Terror, auch bei den Flügen dorthin, von den Reedereien/Veranstaltern zumeist völlig überteuerte Flugan- und abreisen (ca. 300 – 350 € für Hin- und Rückflug!), dazu in der Vergangenheit oft noch unzählige Streiks bei gew. Airlines und der DB oder auch ausgefallene bzw. um Stunden verspätete Flüge, weil ein „Depp“ mal wieder seinen Koffer im Flughafen irgendwo „vergessen“ hat, dürften wohl so manchen Passagier abgehalten haben. Eigeninitiierte und evtl. günstigere Flüge waren aus den o. g. Gründen auch teils sehr problematisch und mit einer zusätzl. Hotelübernachtung im Vorfeld kommt man dann leicht auf den hohen Preis des Reeders/Veranstalters, vor allem in den Hauptreisezeiten. Ich vermisse zudem mehr Vielfältigkeit – alle laufen die gleichen Häfen an, die man irgendwann schon alle 2 – 3 mal gesehen hat. Warum z. B. immer Le Havre, äußerst selten auch mal Brest… Selbst die deutsche Ost- und Nordsee bietet viel Sehenswertes: Warnemünde, Wismar, Stralsund oder so manche schöne Nordsee-Insel. Lasst uns doch mal zu neuen Ufern aufbrechen und somit auch den anderen etwas vom großen Kuchen abgeben!
    Helga E.-D.

  2. Ich habe auch das „Luxusproblem“, interessante und neue Routen in Europa, insbes. im Mittelmeer zu finden. Das Problem mit neuen Anlaufhäfen dürfte aber auch in den immer größer werdenden Kreuzfahrtschiffen liegen – so mancher Hafen wird dafür wahrscheinlich nicht ausgerichtet sein. Die bekannten Häfen sind durch das regelmäßige wöchentliche Anlaufen in der Hauptsaison von den großen Reedereien und entsprechender Passagieranzahl besetzt, so dass die Phönix-Schiffe entweder nur im zeitigen Frühjahr oder ab Ende Oktober/November und Dezember dort einlaufen. Gerade in den späten Herbst- und Wintermonaten ist es zwar schön leer in den Gassen, aber das typ. Sonne-Mittelmeer-Feeling an Bord und in den Straßencafés fehlt halt, auch ist öfter mit unruhiger See zu rechnen. Ins Mittelmeer verreise ich am liebsten zwischen Mai und September.

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