Nieuw Statendam – ein Mehrgenerationenschiff?

Ein Sonntag Morgen in Rom ist für mich magisch. Wenn die Stadt noch im Frühnebel liegt, und die Glocken läuten, ist alles ganz friedlich und wie verzaubert…

Ein toller Moment. Wir sind trotzdem leicht aufgeregt, denn heute geht es an Bord eines neuen Schiffes. Die Nieuw Statendam ist in der Flotte von Holland America für uns noch ein Neuling. Und noch dazu reisen wir dieses Mal mit einer Kreuzfahrt-Novizin: wir begleiten meine Schwiegermutter auf ihrer ersten Hochsee-Kreuzfahrt. Für alle Beteiligten ein aufregendes Unterfangen. Wir – drei Generationen inkl. Teenager – wollen sehen, ob das Versprechen von Holland America, eine Mehrgenerationen-Reederei zu sein, wirklich zutrifft.

Die Einschiffung hat vor allem online stattgefunden – wenn auch bei Europäern nicht alles so geklappt hat, wie es sollte. Und die E-Mail-Flut der Reederei im Vorfeld war beachtlich. Aber jetzt sind wir ja hier. Wir haben eine Einschiffungszeit von 14.00 Uhr zugeteilt bekommen, sind aber trotzdem schon um 12.00 in Civitavecchia. Neugier und Vorfreude sind einfach zu groß. Im Terminal ist es tatsächlich auch nicht voll und binnen weniger Minuten sind wir an Bord. Ein wunderbares Gefühl.

Typisch HAL: der Teppich im Fahrstuhl ersetzt den Kalender

Wir waren schon auf einigen HAL Schiffen: Noordam, Zuiderdam, Nieuw Amsterdam und Voldendam, aber dieses Schiff und die ganze Schiffsklasse sind für uns neu. Es ist recht modern und sehr ansprechend eingerichtet, aber vom ersten Eindruck auch relativ eng. Vor allem unsere Kabine kommt uns sehr klein vor. Wenn das Bett für unseren Sohn ausgezogen ist, erreicht man kaum noch den Balkon. Das hatten wir so noch nie. Dafür ist unser Balkon schön groß. Das ist allerdings kein Zufall, denn hier auf der vierten Etage sind die Balkone doppelt so tief wie alle anderen. Da wir zwei benachbarte Kabinen bewohnen, können wir die Balkonabtrennung öffnen und haben eine geniale maritime Familien-Terrasse. Großartig!

Unsere Kabine ohne ausgezogenes drittes Bett

Das Auslaufen verzögert sich leider um eine Stunde auf 17:00 Uhr. Nicht so schlimm. Wir packen in Ruhe aus – wobei der Schrankplatz ok ist – und erledigen unseren Drill. Wie dieser Tage üblich, besteht er aus den Elementen VISIT (Musterstation besuchen und Bordkarte scannen lassen), WATCH (Sicherheitsvideo auf der Kabine schauen) und LISTEN (der Ansage des Kapitäns zuhören).  Um 17:00 Uhr heißt es dann endlich Leinen  los für unsere erste Kreuzfahrt als Dreigenerationen-Team. Wir sind allerbester Stimmung und verabschieden uns mit einem köstlichen Getränk von Civitavecchia – leider ohne Auslaufmusik.

Leinen los!

Nach alter Väter Sitte wollen wir heute Abend auch gleich draußen essen. Das Wetter ist schließlich warm und einladend. Auf der Nieuw Statendam ist dies allerdings nicht ganz so charmant, weil sich der Außenbereich des Lido-Restaurants unter einem Dach und direkt neben dem Pool befindet. Wenn abends noch geplanscht wird, möchte man dort nicht unbedingt sein Abendessen einnehmen. Viel schlimmer ist allerdings, dass das Buffet Restaurant um Punkt 20:00 Uhr schließt. Danach gibt es nichts mehr, auch kein Dessert. Das mag für den Amerikaner ja passend sein, aber für uns ist es deutlich zu früh. Jeder Italiener hätte bei diesem Zeitgefüge wahrscheinlich eine große Meuterei angezettelt…

Auf eine gute Reise!

Wir vermuten, dass diese Uhrzeit Corona geschuldet ist. Denn das Schiff ist mit insgesamt 1.300 Passagieren nur zur Hälfte gefüllt und daher vermutlich auch nur mit der Hälfte an Crew ausgestattet. Das merkt man an einigen Ecken ganz deutlich. Als wir heute Abend noch in die Ocean Bar gehen, warten wir ewig Bedienung, dabei ist in der Bar gar nichts los. Aber immerhin ist das Ambiente schön und auf unserem Balkon zum Schlummertrunk ist es dann erst recht wunderbar. Trotz kleiner Schönheitsfehler war dies ein gelungener Einschiffungstag. Als neu formierte Reisegruppe haben wir uns sehr gut geschlagen und erste Freundschaft mit dem Schiff geschlossen. Mit dem Meer sind wir sowieso per Du – und nicht nur, weil es uns sanft in den Schlaf wiegt.

Morgen sind wir in Neapel. Kein leichtes Ziel für einen ersten Landgang unserer Kreuzfahrt-Novizin…

I’ll keep you posted.

Herzlichst,

Eure Irmela

P.S. Diese Kreuzfahrt haben wir Ende Mai gemacht und berichten jetzt im Rückblick.

2 thoughts on “Nieuw Statendam – ein Mehrgenerationenschiff?”

  1. Hallo Irmela,

    da bin ich ja mal auf die Tour gespannt. Zumal für unsere Übernächste Tour, die wir so ins Auge gefasst haben ein HAL Schiff in der engeren Auswahl ist 😉

  2. Moin Irmela!
    Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie eure Reise weiter geht! Ich hatte ja schon vorher Fotos in den sozialen Medien gesehen und freu mich schon auf deine Berichterstattung. Vom ersten Eindruck hört es sich ganz positiv an!
    Liebe Grüße und allen einen schönen Sonntag!
    Tschüss! 🙋🏻

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