Norwegian Getaway – ein spätes Fazit zum neuen Jahr

Zunächst einmal wünschen wir allen Kreuzfahrt-Begeisterten für 2022 nur das Allerbeste – vor allem Gesundheit und Zufriedenheit.

Da diese Reise nun schon so lange zurück liegt und mir schon die nächsten Stories unter den Nägeln brennen, werde ich diesen Bericht hier und jetzt etwas abkürzen. Leider gab es auch Umstände, die mich vom Schreiben abgehalten haben… Doch zurück auf die Getaway: Die drei letzten Tage (auf See, Neapel und Livorno) gibt es jetzt in Schlaglichtern. Der Seetag vergeht mit den üblichen Annehmlichkeiten wie im Flug. Heute haben wir allein zweieinhalb Stunden an der Waterfront gesessen und die untergehende Sonne genossen. Dies ist definitiv unser Lieblingsplatz auf dem Schiff. Nach einem schönen Abendessen im Taste-Restaurant, genießen wir vom Balkon aus die eindrucksvolle, nächtliche Durchfahrt durch die Straße von Messina. Egal, wie oft man sie passiert, es ist immer wieder ein besonderer Moment, wenn man sich seine Position auf der Weltkugel vor Augen führt. Das sind die Kopfkinobilder, für die man auf Kreuzfahrt geht. 

Die nächtliche Straße von Messina mit Betthupferl

Tatsächlich sind wir in Italien dann gar nicht mehr an Land gegangen. Die Statuten sahen vor, dass wir das Schiff nur mit einem Ausflug verlassen durften. Da wir die Ausflüge aber entweder schon kannten, sie uns zu teuer waren oder uns nicht interessierten, haben wir es vorgezogen, einfach das leere Schiff zu genießen. In Neapel entscheiden sich offensichtlich fast alle Europäer genauso, denn die Sonnenplätze an Deck füllen sich schon um 8:30 Uhr in rasanter Geschwindigkeit. So viel zum leeren Schiff ;-). Die Luft wird schon herbstlich kühl, aber in der Sonne ist es immer noch schön warm.

Guten Morgen Neapel

Etwas Sport, Faulenzen, ein wenig Arbeiten… und dann noch auf zum Antigen-Test, den wir zur Ausschiffung in Rom und zur Reiseanmeldung für Deutschland benötigen. Hier in Neapel liegen viele Schiffe, einige auch arbeitslos, wie zum Beispiel die Marella Explorer. Sie erinnert uns an ihre Schwester – heute Explorer II und früher die Celebrity Century, unser allzeit Lieblingsschiff. Es ist wirklich ein Trauerspiel, dass diese wunderbaren Schiffe von der Meeresbühne verschwinden…

In Memoriam Celebrity Century

Heute verzögert sich die Abfahrt fast um 1 Stunde. Vermutlich hatten wir ein Medical an Bord. Dafür ist die Ausfahrt dann aber umso spektakulärer, denn Captain Luigi, der selbst von der Insel Ischia stammt, steuert die Getaway so galant, dass die Sonne direkt bei Capri rot im Meer versinkt. Schöner hätte man es nicht malen können. Ein echter Moment für die Kreuzfahrtewigkeit.

Wenn bei Capri…

Am nächsten Tag in Livorno geht gefühlt niemand mehr von Bord. Ein paar weit gereiste und wissbegierige Amerikaner treten noch den Weg nach Florenz oder Pisa an, alle anderen bleiben nach einem malerischen Sonnenaufgang einfach an Bord. So ist Kreuzfahren in Zeiten von Covid. Außerdem nähern wir uns dem mitteleuropäischen Herbst, denn der Wind ist schon richtig kühl geworden. Trotzdem ist es allemal besser als zuhause in Hamburg. Also noch reichlich Zeit, die Sonne zu genießen und die Tage auf der Getaway Revue passieren zu lassen.

In der Dämmerung ist es immer schön

Grundsätzlich festzuhalten bleibt: Dieses Schiff ist nach der letzten Renovierung relativ modern und geschmackvoll eingerichtet. Aber irgendwie wirkt es auf uns „merkwürdig“. Es ist im inneren sehr laut. Schon bei normaler Fahrt, vibriert das Bett recht unangenehm. Bei etwas mehr Wind oder Geschwindigkeit klappern die Schranktüren und die Kleiderbügel schwingen quietschend im Schrank. Auch die Toilettenspülungen sind ungewöhnlich geräuschvoll. Wenn über uns niemand abzieht, klingt es, als ob Bauschutt durch eine Röhre direkt in unserer Kabine rauscht. Auch das Platzangebot an der frischen Luft ist ein Thema für sich: Für Normalzahler gibt es einfach zu wenig Liegeflächen – und ruhige Plätzchen sind ganz rar. Suitenbewohner und Zuzahler haben da bessere Optionen. Enttäuscht wird auch, wer an Bord noch einen Minigolfplatz vermutet. Der früher unter dem Klettergarten gelegene Platz wurde beim letzten Werftaufenthalt entfernt und liegt nun brach. Gemütliches Essen an der frischen Luft ist ebenfalls nicht möglich.

Zu viele Bereich an Bord…
… bleiben uns verschlossen

Auf der Habenseite steht für uns die einladende Waterfront sowie die Möglichkeit, in den Freestyle Restaurants zu jeder Zeit in angenehmem Ambiente Essen zu können. Ganz abgesehen davon, dass ein Teenager mit den Rutschen und dem Kletterpark attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten hat. Zwei kleine kuriose Randbemerkungen: Hier haben wir das putzigste Handtuchtier gesehen, das uns je ein Steward gebastelt hat: ein Meerschweinchen. Habt ihr das schon mal irgendwo bekommen? Und auch den Teppich in den Fluren fand ich sehr sinnvoll. An der Schwimmrichtung der kleinen Fische kann man erkennen, wo es zum Bug oder Heck geht. Clever, oder?

Mein Liebling: das Waschlappen-Meerschweinchen

Es bleibt wie es ist: Kreuzfahrten in Covid-Zeiten sind Reisen unter besonderen Bedingungen. Wäre das Schiff voll gewesen oder hätten wir andere Alternativen gehabt, hätten wir die Getaway vermutlich nicht gebucht. Zudem sterben Schiffe, die uns gefallen, ohnehin leider aus. So war es eine gute Option, die zu einem fairen Preis in unsere Herbstferien passte. Nach dem anfänglichen Schock haben wir uns auf die Gegebenheiten eingelassen und das allerbeste aus der Reise gemacht. Zudem hatten wir auch Glück mit dem Wetter, was in den Herbstferien wahrlich nicht selbstverständlich ist. Und für Kreuzfahrt-Begeisterte gilt doch ohnehin: eine Kreuzfahrt mit Widrigkeiten ist immer besser als keine Kreuzfahrt, oder?

Clever: der Teppich zeigt die Richtung an, denn die Fische schwimmen zum Bug

I’ll keep you posted!

Herzlich,

Eure Irmela

P.S.: Diese Reise haben wir Anfang Oktober gemacht. Aus organisatorischen Gründen berichte ich dieses Mal im Rückblick.

7 thoughts on “Norwegian Getaway – ein spätes Fazit zum neuen Jahr”

  1. Moin Irmela!
    Ich wünsche ebenfalls allen erstmal ein frohes neues Jahr!
    Ich denke das , auch wenn die Reise anders verlief, als sonst die Reisen ohne Corona, sie trotzdem ein voller Erfolg war. Allein die Möglichkeit mal aus dem Alltag herauszukommen, tut in diesen Zeiten einfach nur gut. Die meisten die die Möglichkeit hatten eine Kreuzfahrt unternehmen , waren meines Wissens einfach nur froh, wieder auf dem Schiff sein zu dürfen und haben trotz der mehr oder weniger großen Einschränkungen , den Urlaub sehr genossen. Ich habe mich letztens Jahr bei beiden Reisen auf dem Schiff immer sehr sicher gefühlt. Somit würde ich auch zukünftig weiter Reisen auf dem Schiff machen.
    Vielen Dank für deine ganzen Berichte! Und übrigens, solch ein Handtuch-Tier hatte ich auch noch nie gesehen! Ich bin wirklich fasziniert, was alles via Falttechnik und Phantasie zum „ Leben“ erweckt werden kann!
    Liebe Grüße!!! 🙋🏻

  2. Liebe Irmela ,
    wieder einmal herzlichen Dank für diesen tollen Bericht .
    In Anlehnung an Deine Erwähnung der Celebrity Centuri
    kann ich nur alle Schiffe der Solstice Klasse empfehlen.
    (Equinox , Reflection usw. )

    Liebe Grüße
    Bernd

  3. Liebe Kerstin, lieber Bernd,

    vielen Dank für Eure lieben Kommentare. Die Schiffe der Solstice Klasse kennen wir natürlich. Ttrotzdem sind uns die alten Schiffe lieber. Je neuer sie werden, desto fremder – oder besser befremdlicher – werden die Schiffe. Aber vielleicht werde ich einfach nur alt ;-).

    Liebe Grüße,
    Irmela

  4. Danke für den doch ausführlichen Bericht. In Sachen Kreuzschiffe kann ich nur zustimmen. Leider findet man kleinere Schiffe nur noch in der Luxusklasse. Da werden Kreuzfahrten wieder zum Luxus. Schöne Tage in HH.

  5. Hallo Irmela,
    vielen Dank, dass Du Dir wieder so viel Mühe gemacht und uns virtuell auf eure Reise mitgenommen hast :).
    Wir alle müssen uns wohl von den wunderbaren Reisen und den schönen Erlebnissen vor Corona verabschieden. Das Reisen ist ja wieder möglich, nur halt auf eine „besondere Art und Weise“.
    Ich persönliche versuche das beste in dieser Corona Zeit für mich raus zu holen und freue mich auf jeden Urlaubsbericht hier im Blog. Da man im Moment nicht so viel unternehmen kann, ist Dein Reisebericht Balsam für die Seele.So können wir aus dem alltäglichen Wahnsinn ein bisschen endkommen. Hoffendlich bleiben Euch noch viele schöne Erinnerungen erhalten um die Wartezeit bis zu Eure nächtsen Reise zu verkürzen.
    In diesem sinne wünsche ich allen schöne Reisen und ein Gesundes neues Jahr 2022.
    Bleibt Gesund!!
    Liebe Grüße
    Claudia
    PS: Schön das es Euren Blog gibt! Verliert nicht Euren Mut den Blog weiter zu führen, auch wenn es mal ein bisschen ins Stocken gerät.
    🙂 🙂 🙂

  6. Hallo zusammen,

    danke Irmela für deinen Bericht. Ich habe es jetzt auch bis zum letzten Blog geschafft 😉
    Ich wünsche euch allen ein frohes & vor allem gesundes neues Jahr und freue mich auf die Blogs, die noch kommen werden!

    LG Michaela

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