Norwegian Getway – Katakolon, oder was davon übrigblieb

Als wir morgens aufwachen, sehen wir gerade noch, wie die Getaway von der Pier in Katakolon abdreht…

Nach diversen Versuchen wurde das Anlegen abgebrochen. Angeblich sei der Wind zu stark. Man wolle sich daher schon jetzt auf dem Weg nach Santorin machen, heißt es. Wir sind nicht wirklich traurig, denn die Wettervorhersage für Katakolon war alles andere als rosig. Vielleicht schaffen wir es sogar auf diese Weise das Sturmtief endgültig abzuschütteln.

Die kurzfristige Planänderung beschert uns also einen weiteren Seetag. Fast wie gestern, nur dass wir wirklich auf See sind und dass das Wetter heute einen Aufenthalt an Deck zulässt. Wir können also wieder draußen Sport treiben und die Annehmlichkeiten einer Schiffsreise genießen. Unser Sohn ist mittlerweile nicht nur mit der Rutschen-Crew befreundet, sondern auch Stammkunde im Kletterpark. Irgendwie liegt es in der Luft, dass mein Mann und ich nicht mehr lange vor diesen beiden „Attraktionen“ würden drücken können. Heute sind wir fällig.

Der Tag startet sonnig und mit Sport

Zum Glück opfert mein Mann sich in Sachen Rutsche. Die sich um sich selbst drehende „Peitsche“, die man auch als Rennen rutschen kann, sieht harmlos aus, ist es aber nicht. Sie wird nach unten immer schneller und ist nichts für labile Nackenwirbel. Die beiden Free-fall-Rutschen sehen noch nicht einmal harmlos aus… Dort steht man – falls gewünscht auch als Rennen – senkrecht mit dem Rücken an der Rutschenwand, bevor eine Stimme zu zählen beginnt: Three, two, one… dann klappt einem buchstäblich der Boden unter den Füßen weg und es geht im freien Fall auf die erste Kurve zu… Nichts für schwache Nerven. Und für mich schon mal gar nichts, denn auf Schürfwunden, Wasser im Ohr und zerschundene Bikinis kann ich gut verzichten.

Schleudertrauma in der Peitsche…
… oder Schrecksekunden im freien Fall?

Stattdessen wage ich mich mit unserem Sohn in den Sky Trail Kletterpark. Irgendwie hat mich die Planke, der Ausleger, der über das Schiff hinauf auf’s Wasser ragt, schon auf anderen Schiffen fasziniert. Heute ist sie mein hehres Ziel. Aber, als ich komplett gesichert den Kletterpark erklimme und bei voller Fahrt und reichlich Sturm über das Mittelmeer blicke, habe ich doch ziemlich weiche Knie. Ich war noch nie klettern, und das bekomme ich jetzt zu spüren. Eigentlich ist das alles ganz harmlos, denn man hängt ja buchstäblich sicher „in den Seilen“. Aber so weit bin ich heute noch nicht und zittere mich stattdessen, begleitet vom guten Zureden meines Sohnes, zunächst von Plattform zu Plattform. Die Planke wurde jetzt wegen des Sturms gesperrt. Einerseits schade, aber ich hätte mich heute sowieso nicht getraut. Dafür macht mir die kurze Zipline, die die beiden Teile des Parks miteinander verbindet, mächtig Spaß. Erleichtert und ein ganz bisschen stolz trete ich den Abstieg an, während unser Sohn weiter seine Runden im Sky Trail dreht. Kurz zur Info für alle, die auf der Getaway den auf vielen Plänen ausgewisenen Minigolfplatz erwarten: dieser wurde leider auch zu unserer Überraschung entfernt und die Fläche unter dem Kletterpark bleibt momentan leer.

Ziplining im Kletterpark
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Ich muss ja zugeben, dass diese Aktivitäten heute eine hübsche Abswechslung sind. Ich wäre sonst wahrscheinlich in meinem Leben nie Klettern gegangen. Und für unseren Sohn sind Rutsche und Sky Trail die Higjhlights der gesamten Reise. Dennoch würde ich auch weiterhin Schiffe bevorzugen, die auch wie Schiffe aussehen und bei denen der Weg und die Ziele und nicht die Attraktionen an Bord im Mittelpunkt stehen.

Und hier sind die Regeln

An dieser Stelle wird es Zeit, mal ein paar Worte zu unseren Mitreisenden zu schreiben. Das Passagier-Potpourri ist sehr bunt: Wie schon gesagt handelt es sich zumeist um Paare, darunter auch zahlreiche Senioren. Letztere kommen oft aus Skandinavien, Deutschland oder den Niederlanden. Natürlich sind vor allem Amerikaner an Bord, ebenso Kanadier und Asiaten. Was uns überrascht ist die große Anzahl Südamerikaner. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was hier bei Zumba- oder Salsa-Line-Dance-Einlagen am Pool abgeht. Das ist wirklich beachtlich und für mich in dieser Form auf einem AIDA- oder Mein Schiff beim besten Willen nicht vorstellbar ;-). Diese internationalen Schiffe haben für uns ihren ganz eigenen Reiz. So fühlt man sich auch auf See immer wie im Ausland und nicht wie bei einem heimischen Brauhaus, Fischrestaurant oder Kaffeeröster…

Unser Sohn zwei Tage zuvor erstmals auf der Planke

Heute Abend streben wir schon wieder ins Taste-Restaurant. Es hat uns bisher einfach immer gut gefallen. Aber morgen wollen wir mal etwas anderes probieren. Laut ursprünglichem Plan sollen wir um 11.00 Uhr in Sanotorin ankommen. Eigentlich hätten wir gedacht, dass die Ankunft wegen des Hafenausfalls vorverlegt würde, aber davon wurde heute nichts mitgeteilt, und auch das morgige Tagesprogramm avisiert eine Ankunft wie geplant. Also genießen wir noch ein Betthupferl auf dem Balkon und freuen uns auf ein schönes Einlaufen in Santorin.

I’ll keep you posted!

Herzlich,

Eure Irmela

P.S.: Diese Reise haben wir Anfang Oktober gemacht. Aus organisatorischen Gründen berichte ich dieses Mal im Rückblick.

2 thoughts on “Norwegian Getway – Katakolon, oder was davon übrigblieb”

  1. Moin Irmela!
    Gleich vorweg, mit der Rutsche die in den freien Fall geht, wäre ich auch nicht gerutscht 🙈 die andere , nun ja, vielleicht auch nicht und einen Kletterpark habe ich auch noch nie ausprobiert, obwohl ich keine Höhenangst habe. Das sie deinem Sohn so gut gefällt, kann ich allerdings gut nachvollziehen 😉. Ich schaue diesbezüglich auch lieber zu. Aber immerhin hat das Wetter dort besser mitgespielt!!
    Auf die nächste Station bin ich sehr gespannt und hoffe das es mit einem Ausflug geklappt hat! Von Santorin habe ich bisher nur Gutes gehört und traumhafte Bilder gesehen. Selbst war ich leider noch nicht da!
    Liebe Grüße aus dem sehr sehr stürmischen Hannover!
    Tschüss, Kerstin 🙋🏻

  2. Bei diesen Rutschen würde mich auch das Herz stehen bleiben, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Wenn überhaupt Deckentertainment würde ich lediglich das Schiff mit der Eisbahn, die abends zum Autoscooter wird bevorzugen.

    Auf einem Schiff brauche ich lediglich trockene warme Planken und ein windstilles Plätzchen. In Ermangelung von Planken geht natürlich auch eine zusammengerollte Spring an Deck.

    Wenn Euer Sohn so einen Spaß am klettern und der Seefahrt hat, dann könnt Ihr ihn ja bald auf einen Großsegler lassen, auf dem er mitarbeiten muss. Dann kann er hoch ins Rigg und ganz außen auf die Rahen, das entspricht der Planke. Kannst ja mal in den Törnplan der Alexander von Humbold II reinschauen. In den Sommerferien finden immer die Races statt, mal im Norden, mal im Süden. Da dürfen ausschließlich Jugendliche mitfahren. Nur mal so für die Zukunft. Aber die ist ja bekanntlich schneller da, als Euch lieb ist. 🙂
    Das unten ist zwar die alte Alex aber das Rigg ist fast das gleiche. Schiffseigener Klettergarten.

    Ziplines finde ich super. Hab ich auf Antiqua kennengelernt. Da fällt einem auch erstmal die Kinnlade runter wenn es über eine ganze Schlucht geht, aber man gewöhnt sich dran und wird tatsächlich süchtig danach. Ich hatte die Zipline im Tzitzikama Nationalpark in Südafrika im Januar 22 auf meinem Plan. Wird aber ja wieder nix nächstes Jahr. Blöde Mu(h)tanten!

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