Pacific Explorer – ein Schiff für den schnörkellosen Kreuzfahrer

Nach mehr oder minder ausführlichen Berichten über unsere Ausflüge, wird es Zeit, ein kurzes Fazit zur Pacific Explorer als Gastgeberin zu ziehen…

Um das gleich vorweg zu nehmen: Nach den anfänglichen Bedenken und dem etwas rostig-ungepflegten Eindruck von außen, hat uns das Schiff insgesamt doch recht gut gefallen. Bei der Übernahme der Pacific Explorer von Princess 2017 hat P&O offensichtlich die öffentlichen Bereiche des Schiffes komplett überarbeitet. Die Restaurants und Bars sind modern im Stil von P&O gehalten, aber dabei gemütlich und auch für den europäischen Geschmack sehr gefällig eingerichtet und beleuchtet.

Die drei inkludierten Restaurants (Waterfront (internationale Küche), Angelo’s (italienisch) und Dragon Lady (asiatisch) sind allesamt einen Besuch wert. Die Klimaanlage ist allerdings ein Problem, und man sollte immer einen Pulli oder Schal dabei haben. Auch das Buffetrestaurant Pantry ist ansprechend aufgemacht und vom Essen vergleichbar mit den Angeboten anderer internationaler Reedereien, die in Europa buchbar sind. Zu unserem Bedauern hat es am Abend allerdings keinen richtigen Freiluftbereich. Zum Frühstücken stehen draußen jedoch ca. 20 Tische zur Verfügung. Auch die bekannten Themenabende Gala, Gatsby, Bianco und Back to School fanden statt. Sie sind allerding nicht verpflichtend und eher drollig zu beobachten ;-).

Von der Pantry…
… über die Restaurants…
… bis zu den Bars ist hier alles ansprechend eingerichtet

Besonders gut gefallen haben uns die vielen schönen „Fensterbänke“ in den Bars auf Deck 7. Sie laden Passagiere zum Lümmeln, Lesen und Relaxen ein und bieten gleichzeitig einen herrlichen Blick über das Promenadendeck auf’s Meer. Apropos Promenadendeck: Dieses schöne, komplett umlaufende Deck verführt nicht nur zum Walken und Relaxen. Es ist auch das Erste, das ich kenne, auf dem Joggen offiziell erlaubt ist. Daumen hoch von meiner Seite ;-).

auf diesen Fensterbänken nimmt man gerne Platz 😉
Auf dem Promenadendeck kann mal nicht nur spazieren…
… sondern auch Joggen 😉

Weiterer wichtiger Pluspunkt aus unserer Sicht: Es gibt zahlreiche Außenflächen, auf denen man sich abseits des allgemeinen Schiffstrubels auch mit Kindern (!) in Ruhe aufhalten kann. Je nach See-, Wind- und Wetterlage kann man sowohl am Heck des Schiffes als auch im vorderen Bereich über mehrere Etagen wunderbar entspannen, während am mittleren Hauptpool (mit großem Bildschirm) die Party tobt. Das scheint ja mittlerweile leider auf den meisten Schiffen Standard zu sein. Am Bug des Schiffes gibt es mit der „Sanctuary“ einen schönen abgetrennten Bereich für Schattenliebhaber. Erwachsene können es sich am Heck in der „Oasis“ gut gehen lassen.

Ob im Lawnclub, …
… auf der darüberliegenden Terrasse oder…
… in der Oasis am Heck: am Heck gibt es viele schöne Plätze
Und auch vorne kann man in der Sanctuary…
… oder an den Seiten relaxen

Auch Action-Freunde kommen auf ihre Kosten. An Bord der Pacific Explorer befinden sich die beiden „größten Wasserrutschen auf einem Kreuzfahrtschiff in Australien“ (was immer das auch heißen soll ;-))- Unserem Sohn haben sie auf jeden Fall sehr gefallen. Zudem kann man, wie bei P&O üblich, u.a. eine Zipline nutzen, über die Planke gehen, Laser Tag spielen und Bullenreiten – letztere allerdings nur gegen Aufpreis.

Am Mittelpool ist immer etwas los…
… und die beiden Rutschen sind nicht weit
Die Liegen in der Mitte sind modern und komfortabel

Das sei an dieser Stelle auch mal gesagt: Vieles muss bei P&O zugezahlt werden. Eis, Kuchen, Kaffee, Burger und Co., die nicht zu den Hauptmahlzeiten in den Restaurants serviert werden, kosten extra. Zudem ist der Preis für alkoholische Getränke an Bord recht ordentlich. Man munkelt, keine Reederei ließe sich die Getränkepakete so teuer bezahlen wie P&O Australia. Das günstigste Paket inkl. alkoholischer Getränke liegt bei 79 AUD pro Tag (bei Vorbuchung, sonst 89 AUD), was ca. 49 bzw 59 Euro entspricht. Ein Schelm, wer vermutet, die Australier seien Meister darin, dies auszuschöpfen… 😉

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Wer kein Getränkepaket inkludiert hat, sollte genau überlegen, ob ein Paket überhaupt Sinn macht

Größter Wermutstropfen für uns: Die Kabinen scheinen noch aus der original Bauzeit zu stammen. Bis auf die Fernseher wurde hier seit einigen Jahren nichts mehr renoviert. Auch die Balkone sind generell sehr schmal und in einem nicht so anheimelnden Zustand (hässlicher Fußboden, mäßiges Mobiliar, Farbkleckse und Rost überall…). Der Gesamteindruck des Schiffes leidet ein wenig darunter… Aber das ist alles kein Drama, und so ist das eben manchmal, wenn die Kreuzfahrt vielen verschiedenen Ansprüchen (Zeit, Preis, Destinationen, Familienkonstellation…etc.) genügen muss.

Unsere Kabine war ok, …
… aber etwas in die Jahre gekommen
Auch den Balkon hätte man etwas breiter und charmanter gestalten können

Dafür war das Personal zu jeder Zeit sehr bemüht, freundlich und bei jedem Anliegen umgehend hilfsbereit. Besonders positiv ist uns auch unser britischer Kapitän aufgefallen. In seinen täglichen sehr informativen und unterhaltsamen Ansagen hatte er oft ein lobendes Wort für die Crew (z.B. an anstrengenden Tender-Tagen) und täglich gratulierte er allen Geburtstagskindern der Crew namentlich. Das haben wir so noch nie erlebt.

Die Pacific Explorer in Cairns

Wir würden wieder eine Reise auf der Pacific Explorer (https://www.pocruises.com.au/ships/pacific-explorer) buchen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergäbe. Allen Kreuzfahrt-Begeisterten, die sich vor englischsprachigen Schiffen nicht fürchten, ihren Schwerpunkt auf das „Erlebnis Schiffsreise“ legen und Ozeanien erkunden möchten, können wir dieses Schiff ebenfalls empfehlen. Mit dem einen oder anderen Rostfleck, einer hakenden Schublade oder veraltetem Balkonmobiliar wird man allerdings (vermutlich) leben müssen. Aber, ich weiß nicht, wie es Euch geht, am Ende einer gelungenen Kreuzfahrt vergesse ich die wenigen Unannehmlichkeiten, die es immer mal gibt, ganz schnell und kann es kaum abwarten, wieder an Bord zu gehen.

Herzlichst,

Eure Irmela

P.S.: Herzlichen Dank Ihr Lieben, dass Ihr mich auf unserer Reise begleitet habt. Über Eure vielen teilnahmsvollen Kommentare habe ich mich sehr gefreut ;-). Und vielen Dank auch nochmals an Kerstin und Sonja für Ihre tollen Berichte – unbedingt lesenswert!

3 thoughts on “Pacific Explorer – ein Schiff für den schnörkellosen Kreuzfahrer”

  1. Hallo Irmela!
    Ich finde das Resümee ganz positiv und man sollte immer abwägen, was einem wichtig ist. Für mich wäre der Balkon und Kabine, wenn auch in die Jahre gekommen kein Problem. Anders hätte es ausgesehen, wenn die Hygiene nicht gestimmt hätte. Dann wäre das ein No-Go! Schmutzige Bettwäsche, unsauberes Bad wären Dinge, die ich nicht akzeptieren würde. Rost na gut , durch Christian wissen wir ja, das mit Rost an Schiffen ständig zu kämpfen ist. Vielleicht plant die Gesellschaft ja auch einen baldigen Werfturlaub. Ich finde die positiven Dinge überwiegen und vor allem die tollen einmaligen Ausflüge!

    Es hat total Spaß gemacht hier mitzureisen! Vielen lieben Dank für die tollen Berichte!!!
    Ganz liebe Grüße, Tschüss, Kerstin 🚢❤️😊🙋🏻

  2. Moin Irmela,
    Danke für den schönen Bericht. Das hört sich doch wirklich nach einem sympathischen Schiff an. Die Fensterbänke wären wohl eine meiner Lieblingsplätze. Hat wirklich sehr viel Spaß gemacht mitzureisen.
    Liebe Grüße Jessica

  3. Liebe Irmela,

    wir müssen mit unseren zunehmenden „Fältchen“ ja auch leben und haben trotzdem Spaß am Leben;-)
    Wie Du es beschreibst, kann man mit diesem Schiff trotz kleiner Schönheitsflecken doch gut reisen – mich halten jedenfalls solche Dinge nicht davon ab, mit älteren Schiffen zu reisen, Hauptsache, der Rest stimmt!
    So geht es mir ja mit meinem persönlichen „Traumschiff“ ja auch. Für mich ist immer wichtiger, passt das Schiff mit seinem Konzept zu mir oder besser: Pass ich zu ihm 😉
    Vielen lieben Dank für Deine wie immer interessanten und ehrlichen Ein- und Aussichten – hoffentlich ist die „Depression“ nicht allzu groß im Alltag…

    Viele liebe Grüße
    Helga E.-D.

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