Pacific Explorer ­– Willis Island, ein Schildbürgerstreich?

Habt Ihr schon mal von Willis Island gehört? Wir auch nicht – bis wir diese Reise buchten…

Als wir uns für diese Kreuzfahrt entschieden, war uns schon klar, dass sie keine kulturellen Highlights oder ganz besondere Neuheiten für uns bereithalten würde. Aktionen rund um das Great Barrier Reef schienen uns nach dem etwas kinderunfreundlichen Vorprogramm ein super Kompromiss. Kreuzfahrt gepaart mit „Wassersport“ kommt ja bei Kids immer gut an. Damals schon fragten wir uns natürlich, was man auf Willis Island wohl würde machen können. Der Plan sah für den Tag vor Ort „scenic cruising“ vor. Das machte uns stutzig. Warum würde es keinen Landgang geben? Ist die Insel vielleicht geschützt, so dass man das Naturwunder nur vom Schiff aus ansehen darf?

Scenic Cruising: Passagiere warten auf den Anblick von Willis Island

Nach etwas Recherche im Internet waren wir schlauer: Die Insel gehört zum Coral Sea Islands Territory, einem Außengebiet von Australien, das sich jenseits des Great Barrier Reef rund 450 km östlich von Cairns befindet. Als südlichste der Inseln beherbergt Willis Island eine Wetterstation, die für Australien relevante Wetterdaten sammelt und auswertet. Unter anderem werden von hier aus Zyklone beobachtet, die über den Pazifik ziehen. Sehr plausible Gerüchte besagen, die schlauen Planer von P&O hätten diesen Stopp nur eingebaut, damit sie auf dieser Tour an Bord zollfreie Waren verkaufen können. Ohne den Abstecher in diese Sonderzone hätte das Schiff australisches Territorium nämlich gar nicht verlassen. Wir fuhren quasi nach Helgoland. Clever, die Jungs und Mädels bei P&O…

Wir hatten diesen Tag also von vornherein als Seetag verbucht. Der Abstecher auf den offenen Pazifik brachte dann auch ordentlich Wellen und eine kräftige Brise mit sich. Spucktüten wurden ausgehängt und wir daran erinnert, dass unsere Reisen ja immer eher stürmisch-wackelig enden. Dabei hatten wir doch noch vier Tage…

Ganz schön windig heute, aber da kommt Willis Island in Sicht

Kurz vor Mittag erreichten wir dann Willis Island, und das Erstaunen war nicht schlecht: Da lag nun dieses winzige Inselchen, das von nur drei Personen bewohnt ist. Zwei Meteorologen und ein Techniker (der dafür sorgt, dass vor Ort alles funktioniert) sind hier jeweils für sechs Monate stationiert, um Daten zu sammeln und an das Festland und andere Wetterstationen zu übermitteln. Im April kam die aktuelle Crew, Ende September wird sie wieder ausgetauscht. Eine Meteorologin referierte dann live per Funk über das PA-System zum Leben und Arbeiten auf Willis Island, während die Pacific Explorer langsam an der Insel vorüberglitt. Eigentlich sollte auch der Anker kurz geworfen werden (bestimmt ein rechtliches Erfordernis für den zollfreien Verkauf ;-), aber davon haben wir nichts mitbekommen.

So sieht die Insel in Gänze aus. Ganz malerisch, oder?
Was mein Zoom hergibt: die Unterkunft auf Willis Island

Unter’m Strich war diese Begegnung schon ganz eindrucksvoll. Man muss sich nur mal vorstellen, was es bedeutet, zu dritt für sechs Monate mitten auf dieser entlegenen Insel im Pazifik zu sein? Aber dafür so einen Wahnsinns-Umweg zu fahren macht wirtschaftlich wohl nur aus den oben genannten Gründen Sinn.

Wie pflügen durch die aufgewühlte Korallensee

Den Rest des stürmischen Tages pflügte die Pacific Explorer durch die aufgewühlte Korallensee. Dabei hatten wir am schönen Heck des Schiffes nicht viel mehr Sorgen als die Frage, wann uns der Schatten des Masts wohl ereilen würde ;-).

Unser nächstes und leider schon letztes Ziel: Moreton Island. I’ll keep you posted!

Herzlichst,

Eure Irmela

4 thoughts on “Pacific Explorer ­– Willis Island, ein Schildbürgerstreich?”

  1. Hallo Irmela!
    Das ist total interessant mit der kleinen Insel und ihren drei Bewohnern. Aber nur zu dritt für mehrere Monate, na Respekt, für mich wäre das nichts! Aber tolle Fotos sind das! Demnach habt ihr an dem Tag kein „Power-Shopping“ betrieben und lieber ganz gemütlich entspannt! Der Ausblick von der Liege, super!
    Wie schade, das jetzt doch so langsam das Ende der Reise kommt. Aber bis dahin, bitte in vollen Zügen genießen!
    Ganz liebe Grüße!
    Tschüss, Kerstin 🙋🏻

  2. Wusste gar nicht dass mein Kollege mit Vornamen Willi eine eigene Insel hat, dass hat er uns wohl verschwiegen 🙂

    Es gibt in der Karibik noch eine wesentlich kleinere Insel mit einem sehr kleinen Häuschen drauf, da wohnt nur 1 Mann drauf.

  3. Liebe Irmela,
    wer kann von solch einer „Aussicht“ schon berichten 😉 Das werdet ihr sicherlich auch nie vergessen…
    Da war doch gestern erst, als ihr ans andere Ende der Welt aufgebrochen seid, das kann doch jetzt nicht schon wieder fast vorbei sein! Genießt die Stunden, die Euch bleiben und „verpackt“ sie gut für immer.
    Viele Grüße
    Helga E.-D.

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