Seebeben – wenn MS ARTANIA grundlos wackelt

Einige von Euch haben gut aufgepasst und im Fernsehen mitbekommen, dass ich schon mal ein Seebeben erlebt habe…

 

Nach unserem Besuch im Erdbebensimulator in Tokio kam die Frage im Blog:

„Stimmt das, dass Du auf MS ARTANIA schon mal ein Seebeben erlebt hast?”

Ja, das stimmt. Es ist schon eine Weile her. Die Grand Lady war in der Ägäis zwischen zwei griechischen Inseln unterwegs. Ich hatte abends Seewache. Alles war ruhig, kein Schiffsverkehr, es schien ein ganz friedlicher Abend auf der Brücke zu werden… Auf einmal wackelt das ganze Schiff als würde jemand an ihm rütteln. Im ersten Moment war die ganze Brückencrew total ratlos. Gibt es ein Problem mit der Maschine, haben wir einen treibenden Container gerammt…? Theorien gab es viele.

Die Ägiäs aus dem Reiseprospekt

Suche nach Schäden

Das Schiff wurde nach Ursachen und Schäden abgesucht. Schließlich müssen wir in solch einer Situation herausfinden, woher die Störung stammt und ob ein Schaden am Schiff entstanden ist. Wir konnten weder Schäden noch eine eindeutige Ursache identifizieren. Irgendwann rief dann ein Besatzungsmitglied auf der Brücke an und berichtete, dass gerade ein Seebeben im Internet gemeldet wurde. Wow! Keiner von uns hatte das je zuvor erlebt, aber jetzt würde ich es sofort wieder erkennen, wenn ich nochmals in ein Beben geraten würde.

Das östliche Mittelmeer – wunderschön, aber auch gefährlich

Seebeben und Tsunamis

Das Problem ist wohl, dass man in Europa keine Seebeben erwartet. Bei meinen Recherchen zum Thema habe ich dann aber gesehen, dass 10 Prozent aller Tsunamis weltweit im Mittelmeer vorkommen – und dabei vor allem in der Ägäis. Der Begriff Tsunami stammt aus dem Japanischen und bedeutet „große Welle im Hafen“. Diese Hafenwellen entstehen durch die plötzliche Verdrängung riesiger Wassermassen. In den meisten Fällen sind Seebeben für die Entstehung von Tsunamis verantwortlich. Letzteres wusste ich, aber nicht, dass man damit auch im Mittelmeer rechnen muss. Solltet Ihr schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder andere außergewöhnliche Naturereignisse an Bord erlebt haben, würde ich mich freuen, davon zu hören. Vielleicht auch ein Thema für unser neues Kreuzfahrtforum?

Ich freue mich auf Eure Kommentare und sende ein herzliches AHOI aus der Pfalz,

Euer Christian

14 thoughts on “Seebeben – wenn MS ARTANIA grundlos wackelt”

  1. Nein , ein Seebeben erlebte ich noch nicht , dann bekäme ich wohl Panik. Aber vor vielen Jahren ein leichtes Erdbeben in der Pfalz, wunderte mich , dass die Stehlampe wackelte?

  2. Hallo Christian Baumann,
    leider war ich noch nie auf hoher See. Kenne das alles nur von den Kreuzfahrtserien die ich sehr gerne verfolge. Gerade ging die letzte Staffel von „Verrückt nach Meer“ zu Ende. Den Besuch im Erdbebensimulator in Tokio habe ich deshalb gesehen. War sehr beeindruckend.
    Aber wie sich ein leichtes Erdbeben anfühlt weiß ich. Das erlebte ich Ende der 80er Jahre am damaligen Arbeitsplatz. Die Blumentöpfe tanzten auf der Fensterbank. Ich dachte, mein Kreislauf spielt wieder einmal verrückt. Doch dann kam ein Kollege reingerannt und berichtete von einem Telefonat mit Stuttgarts Dependance. Wir hatten in Hessen also die Ausläufer erlebt. Ein seltsames Gefühl.
    Alles Gute weiterhin und lieben Gruß.
    Brigitte

  3. Nein, ich zum Glück auch nicht! Es hat damals nur das Geschirr in Schrank in meiner alten Wohnung gewackelt, wenn die Schwerlastzüge durchfuhren. Grundsätzlich finde ich das aber ein ernstes Thema. Die vergangenen Erdbeben in Europa haben viel Schaden und Menschenleben gekostet. Auch der Ehemann vom ersten Pärchen der letzten Staffel, der den Tsunami überstanden hat, zolle ich Respekt.
    Liebe Grüße , Kerstin

  4. Hallo Ulla,
    Äh , nee – da verwechselst du mich, ich wohne im Umland von Hannover- und wir haben eine der Haupttrassen der Deutschen Bahn und zeitweilig wird diese bei Störung der anderen Hauptstrecke genutzt, um die schweren Container- Züge duchzuschicken. Die merkt man wirklich- ein Politikum, was aber noch nicht richtig gelöst ist.
    Okay – aber gegen ein echtes Seebeben ist das natürlich nichts-
    Christian: also scheint sich so ein Beben auch nicht auf dem Wetter – Radar abzuzeichnen. Welche Wetteränderungen kann man gut ablesen? Und : wieviel Karenz gibt es, diese zu umfahren? Oder kann man das dann überhaupt?
    Liebe Grüße, Kerstin

  5. Hallo Christian, wir verfolgen deinen Weg auf den Schiffen mit großen Intresse und hoffen dich ihn der Zukunft als Kapitän sehen zu können..Viel Glück

  6. Habe mal 1993 mit der guten Que 2 einen 2-Tage Sturm auf dem Atlantik “ abgeritten „. Weiß die Sturmstärke nicht mehr, auf jeden Fall ging es laufend up and down. Über den TV in der Kabine konnte man sehen, das jedesmal das Vorschiff komplett eintauchte, das Schiff dadurch abgebremst wurde und wennn der Bug wieder frei kam einen regelrechten Satz nach vorn gemacht hat. Glücklicherweise waren meine Frau und ich seefest, so das wir nicht wie 99 % der anderen Passasiere krank waren. Der 1. Offizier den ich auf die nicht reduzierte Geschwindigkeit ( 28 knot. ) ansprach sagte mir dass das Schiff pünktlich in Southamtan ankommen muss, so bestünde die Möglichkeit, dass die Besatzung wieder mal streikt. Streiken war nur in einem englischen Hafen möglich. Harte Zeiten damals.

    1. Hallo Lothar, hört sich ja nicht gerade toll an , aus diesem Grund mache ich nur Flusskreuzfahrten. Up and down gibt’s da nicht

  7. Hallo Herr Baumann,

    nein, Seebeben habe ich noch nicht erlebt, muss man aber auch nicht haben, oder? Bei einer Fahrt von Bremerhaven nach Lissabon gab der damalige Kapitän der TS Maxim Gorkij (TS für Turbinenschiff habe ich nie wieder gelesen, gibt es so etwas noch?) ziemlich Speed und holte selbst die Stabilisatoren bei stark unruhiger See im Winter durch die Biskaya ein, weil die Ausläufer eines von Amerika über den Atlantik kommenden schweren Sturmes/Unwetters auf uns zu kam und er diesem unbedingt ausweichen wollte. Wir sahen später in nicht so weiter Entfernung eine wohl sog. „Windhose.“ Wir kamen jedenfalls mit stark ausgeprägtem Matrosengang zwei Tage später in Lissabon an 😉
    Bei einer anderen Reise von der Insel Kreta aus in Richtung Schwarzes Meer spürten wir bei herrlichem Sonnenwetter eine starke unruhige See (Dünung), die Hälfte des Schiffs lag seekrank im Bett, und man sagte uns, dass das Schwarze Meer immer wieder unberechenbare Untiefen und daher auch seinen Namen hat. War es Seemannslatein, keine Ahnung. Gut angefühlt hat sich dieses Rollen jedenfalls für mich nicht.

    1. hallo Peter, zum „Turbinenschiff“ Maxim Gorkiy: so was gibt es m E heute nicht mehr (neu), die Maxim ist schlußendlich neben dem Alter eben auch an dem Kraftstoff fressenden Turbinenantrieb „gescheitert“, das war wohl nicht mehr finanzierbar. Der Verbrauch lag x-fach über dem eines „normalen Dieselmotors“. Der große Vorteil: so laufruhig war und ist kein anderer Antrieb.

      1. Ja , leider ist die maxim , kurz bevor wir eine kleine Reise mit ihr machen wollten , verschrottet worden , schade , aber sie war halt ein altes Schiff

  8. Hallo Christian,
    ja zu der Zeit war ich mit meiner besten Freundin auf der Artania und wir saßen gerade nachdem Abendessen draußen an der Phönixbar zum Cocktial trinken.Auf einem Mal gab es ganz komische Geräusche als ob sich etwas in der Schraube verfangen hätte.Und dann das geruckel dazu,aber es wurde ja relativ schnell darüber informiert das es sich um ein Seebeben gehandelt hat.Und wir konnten doch alle an Bord froh sein das nichts schimmeres passiert ist.
    Wir haben unsere Zeit auf der Grand Lady sehr genossen.
    Ja die verrückt nach Meer Staffel ist zu Ende ,aber es gibt ja immer mal wieder Wiederholungen
    Dann einen guten Start auf der weissen Lady im März
    Herzliche Grüße aus dem Rheinland
    Carola

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