Time to Remember – Mexikanische Riviera mit der Nowegian Star

Ein Jahr nach unserer ersten Kreuzfahrt wurden wir zum Wiederholunsgstäter. Und dieses Mal fielen die Prüfungen noch härter aus…

Nachdem unsere erste Schiffsreise ja ein echter Test mit eher belanglosen Zielen und Hurricane-Garnitur war, wollten wir nun endlich Neuland mit dem Schiff entdecken. Da ich großen Respekt vor Ländern habe, denen schlechte Einflüsse auf den Magen-Darm-Trakt nachgesagt werden (so zum Beispiel Ägypten oder Mexiko), schien es mir eine sehr gute und vor allem sichere Idee, Mexiko vom Schiff aus zu erobern. Ob das so clever war, sollte sich zeigen…

Die Norwegian Star anno 2007

Ganz neue Ziele ja, eine neue Reederei nein! Daher buchten wir uns im Oktober 2007 für acht Nächte auf dem Schwesterschiff der Dawn, der Nowegian Star, ein. Die Route führte von Los Angeles (Long Beach) über Acapulco, Ixtapa und Puerto Vallerta nach Cabo San Lucas und zurück. Alle Ziele waren für uns komplett neu. Ganz besonders gespannt waren wir aber auf den Abstecher nach Cabo San Lucas, weil wir immer schon mal Urlaub in Baja California machen wollten.

LA wir kommen!

Die Vorfreude war riesig und das Abenteuer begann beim Vorprogramm im für uns unbekannten Los Angeles. Wir hatten bis dato zwar die Westküste der USA von Santa Barbara bis Vancouver (Kanada) bereist, aber LA war noch ein weißer Fleck. Anders als das wunderbare San Francisco hat uns LA allerdings wenig begeistert. Zu aufgesetzt, zu groß und zu amerikanisch… So war die Freude groß, als wir in Long Beach an Bord gehen und die Norwegian Star kennenlernen durften. Damals war sie zwar keine Kopie der Dawn, aber wir fanden uns gleich gut zurecht und fühlten uns zuhause.

Immer wieder schön…

Bei der Abfahrt in Long Beach zeigte sich der Himmel wolkenverhangen. Das hatten wir uns anders vorgestellt. War das vielleicht schon eine Warnung? Doch die Stimmung blieb gut, denn die beiden ersten Seetage bis nach Acapulco boten sonnige Erholung pur.

Schon damals war der Sundowner Programm 😉

Auch unser Tag in Acapulco ist mir in toller Einnerung geblieben. Damals war Acapulco zwar schon auf dem absteigenden Ast, aber für Kreuzfahrer war es nicht gefährlich und viele Schiffe kamen noch hier her. Stilecht ging es mit einem alten Käfer („weißt du noch, damals hatten unsere Eltern auch einen ;-)“ ging es zu den Klippenspringern und anschließend an den langen Strand. Peinlich genau achtete ich darauf, an Land nichts zu essen und zu trinken – lediglich das Wasser, das ich vom Schiff mitgenommen hatte, fand Zugang zu meinem Körper. Ich hielt die Magen-Darm-Vieren also auf Abstand…

Sehr touristisch, aber eindrucksvoll…
… die Klippenspringer von Acapulco

So dachte ich, bis ich in der Nacht furchtbar zu spucken begann… ;-(. Rund 12 Stunden hat es mich richtig hingehauen und ich habe mich selbst in Quarantäre begeben (ich merke gerade, welch‘ aktuelle Themen dieser Urlaub aufwirft ;-)). Der nächste Tag war also gelaufen. Und tatsächlich habe ich auch nichts verpasst, denn in Ixtapa, einem angeblich schönen Badort mit gleichnamiger Ferieninseln, hat es den ganzen Tag so geschüttet, das man von dem auf Rede liegenden Schiff nicht mal das Land richtig sehen konnte.

Der Strand von Acapulco

Am nächsten Tag in Puerto Vallarta wer ich aber wieder fit und wir konnten gemeinsam von Bord gehen. Das Wetter dort war allerdings auch eher mäßig und unsere Stimmung irgendwie ein bisschen angeschlagen. Zum Glück hatten wir aber noch das Highlight Cabo San Lucas vor uns. Auf dem Weg dorthin ereilte unser Schiff in der Nacht aber ein Notruf. Der „vessel in distress alarm“ erfordert es, dass die Schiffe, die sich am nächsten am Notfallort befinden, zur Hilfe eilen oder sich zumdest dazu in der Nähe bereithalten, bis sie von einer höheren Instanz wie der Küstenwache davon entbunden werden. Das macht natürlich Sinn und ist für jeden Seefahrer beruhigend zu wissen. Schade nur, dass wir uns solange bereithalten mussten, bis keine Zeit mehr blieb, um Cabo San Lucas anzusteuern.

Im Vorbeifahren werfen wir einen stürmischen…
.. .Blick auf Baja California

Statt Baja California zu erkunden, fuhren wir also mit Fullspeed wieder nordwärts an der wunderbaren Küste entlang. Zudem war mittlerweile ein ordentlicher Sturm aufgezogen, der auch den Aufenthalt an Deck und das Genießen des Anblicks wirklich beschwerlich machte. OK, dachten wir, dann freuen wir uns eben auf unser Nachprogramm in San Diego, einer Stadt, die auch seit langem auf unserem Wunschzettel stand. Doch dort wurden wir von den Auswirkungen der schweren südkalifornischen Waldbrände empfangen, die dort im Oktober 2007 tobten. Die Luft in der sonst wegen ihrer tollen Farben bekannten Stadt, war zum Teil wirklich unangenehm…

In San Diego genießen wir trotz leichter Ruchwolken noch einen schönen Sonnenuntergang

Irgendwie hatten wir uns diese Reise etwas anders vorgestellt. Keines der damaligen Ziele haben wir seitdem je wieder in Angriff genommen – vielleicht aus Aberglaube? Dabei hat uns insbesondere San Diego gut gefallen, und auch Baja California steht noch auf unserer Wunschliste. Eigentlich könnte man meinen, dass wir nach dieser Erfahrung die Finger von Schiffen gelassen hätten, doch weit gefehlt… 😉

Nun interessiert mich aber, wohin Eure zweite Kreuzfahrt ging und ob Ihr es etwas besser angetroffen habt? Welche Erinnerung ist Euch daran noch ganz präsent? Und wie sind Eure Erfahrungen mit Mexiko und dem fiesen Virus dort…?

Habt ein schönes Wochnende!

Herzlich aus Hamburg,

Eure Irmela

12 thoughts on “Time to Remember – Mexikanische Riviera mit der Nowegian Star”

  1. Hallo Irmela,
    unsere zweite Kreuzfahrt ging (nach der ersten mit AIDAvita Karibik) mit der Grandeur of the Seas durchs westliche Mittelmeer. Erste Besonderheit war, dass wir 1/2 Std. nach Ablegen in Palma aufgrund eines medizinischen Notfalles wieder zurück mussten. Auf der Weiterreise hatten wir in der Nacht von Malaga bis Gibraltar sehr starken Nebel, da war uns extrem mulmig. Das ständige ertönen des Schiffshorns erinnerte uns an die Piratenfilme, wo die Schiffe orientierungslos über die Meere schippern. Bei dieser Reise haben wir gemerkt, dass wir wohl eher Kreuzfahrer mit internationalem Publikum sind und die Atmosphäre mit Service am Platz beim Dinner genießen.
    Übrigens hatten wir bei einem 1-wöchigen Aufenthalt in Mexiko keinerlei Essensunverträglichkeiten und das obwohl unser Sohn (ihn besuchten wir in Guanajuato während seines Studiums) uns überall hinschleppte, wo es gute Tacos gab…im Anschluss an diese Woche haben wir natürlich eine Kreuzfahrt gemacht…Galveston lag einfach zu günstig auf unserem Zwischenstopp Houston;-)
    Viele Grüße
    Sonja

  2. Hallo Irmela!
    Oh ha! Was für eine Reise!!! Ich hoffe ja immer das der Kelch MD und oder sehr unruhige See an mir vorüber geht. Bei mir waren es allerdings noch nicht so viele Reisen und meine zweite führte mich ins wunderschöne Norwegen ??! Mit der AidaBella fuhren wir von Kiel in den Eidfjord, Alesund, Andalsnes , Molde , Bergen und zurück nach Kiel . Eine gute Reise für Ersttäter in Sachen Kreuzfahrt. Und auch mein erster Blogbeitrag! Ihr errinnert euch: wir sollten dem blauen Strich in Kiel folgen und standen vor dem völlig falschen Schiff ? – wer Lust hat, kann diese Reise gerne nochmal im Blog nachlesen unter der Rubrik „Gastblogger“, Aida . Das war im Juli 2018.
    Ganz liebe Grüße, Kerstin ???

  3. Schockverliebt ins wunderschöne Norwegen ??! Sicher ist, ich muss da nochmal wieder hin und sehr gerne wieder mit dem Schiff. Nur dort hat man die Möglichkeit, die Schönheit der Fjorde einigermaßen zu begreifen!!!

  4. Selbst im regnerischen Bergen rissen die dunklen Wolken auf und die Sonne kam heraus! Kein Tropfen Regen hat uns an dem Tag erwischt! Der geführte Stadtrundgang führte uns durch den Stadtpark. Was noch fehlt auf der Liste : mit der Standseilbahn hoch auf den Hausberg von Bergen! Der Ausblick wunderschön- ein guter Grund wiederzukommen!!!

  5. Einfach mal abgedrückt und hinterher entsteht solch ein Foto- entstanden bei der Ausfahrt von Åndalsnes Richtung Molde

  6. P.s. aber um deine Frage zu beantworten: leider war ich noch nie in diesem Teil der Erde ! Vielleicht kommt das noch ?!?

  7. Hallo zusammen,
    wenn man so will, wäre meine erste „Kreuzfahrt“ die Fahrt über die Kieler Förde. Die Fördedampfer fahren schließlich auch immer vom West – aufs Ostufer und umgekehrt 😉
    Irgendwann reichte uns das aber nicht mehr und wir testeten die Fähren. Also meine erste längere Schiffsreise ging von Hamburg nach Harwich. Das war 1996, ich war 14, totaler Kelly Fan und meine Cousine & ich haben gefühlt den ganzen Abend I can’t help myself zum besten gegeben. Ich glaube unsere Mütter waren ziemlich bedient… Wir mussten damals allerdings über das Autodeck an Bord gehen, weil die Gangway defekt war. Das ist natürlich nichts in Vergleich zu einem Hurricane bei der ersten Fahrt 😉 Dies war bisher mein einziger Besuch in London… Ach, wie ich diese Fährlinie vermisse. London steht auf meiner to do Liste weiterhin weit oben, dann aber leider mit dem Flieger…
    Da der Virus eigentlich in die Wiege gelegt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis es weiter ging. Wenn man so will, war unsere Zweite Fahrt 1998 oder 99 mit der Stena von Kiel nach Göteborg. Übrigens, die Stena fährt aktuell immer noch und nimmt auch Passagiere mit, während die Color Line (Kerstin, die blaue Linie, du erinnerst dich ja noch lebhaft 😉 )ihren Betrieb, bis auf die Frachtlinie eingestellt hat und DFDS auch nur noch LKW befördert.
    2000 ging es dann mit der Color Line nach Oslo. Wie wunderbar. Allerdings hat es in Oslo so geschüttet, das wir nicht viel von unserer Übernachtung hatten. Wir haben uns allerdings auch von Schiff auf dem Weg zum Hotel so verfranzt, dass wir keinen Weg mehr gefunden haben. Sind dann mit dem Taxi gefahren, das quasi nur einmal um die Ecke gefahren ist. Wir sind scheinbar die ganze Zeit im Kreis um das Hotel gelaufen 😉
    Seitdem fahren wir regelmäßig mit unserer Haus & Hof Fähren. Wir waren echt enttäuscht, als wir für dieses Jahr keine Luft für eine Fahrt gefunden hatten. Ich weiß nicht, ob dies so eine Art Vorhersehung war?
    Unsere erste „Richtige“ Kreuzfahrt war 2011 mit der Trollfjord. Aber auch hier ging es bereits ab Kiel mit der Color Line los. Von Oslo nach Bergen mit der Bergenbahn und dann auf „unser“ Schiff. Ich kann mich auch nicht damit abfinden, dass es ab nächstem Jahr nicht mehr Trollfjord, sondern Maud heißt *grummel* Man kann es trotz dann Exeditionskreuzfahrtschiff doch bei dem gleichen Namen lassen… (betrifft auch die Midnatsol & die Finnmarken). Bis auf das Wetter, war es eine wundervolle Fahrt mit vielen Gänsehaut-Momenten. Der größte davon war sicherlich, als wir im Hurtigrutenmuseum auf der alten Finnmarken waren. Mit diesem Schiff sind meine Großeltern die Tour gefahren. Man hat sich vorgestellt, wie sie an Deck gelaufen sind, oder im Restaurant gegessen haben…
    Die zweite Kreuzfahrt war mit der Mein Schiff 4 von Kiel nach Norwegen. Auch hier hatten wir, wie bei unserer Fahrt mit der Trollfjord, das typische Bergen – Wetter 😉 Ob ich Bergen jemals trocken erleben werde? Das beeindruckenste war hier die Fahrt durch den Geirangerfjord… Einfach unvergesslich.
    Ich hoffe, das wir alle gesund bleiben, die Kriese überstehen und dann wieder in See stechen können…
    LG Michaela

  8. Hallo Michaela,

    vielen Dank für Deine Infos und Deine interessanten Ausführungen. Mit den Schiffsnamen ist das so eine Sache… Wir sind ja alle Gewöhnungstiere ;-).

    Und ja, hoffentlich gibt es bald mal ein kleines Licht am Ende des Tunnels!

    LG Irmela

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