Vergessene Häfen – welche Ziele vermisst Ihr auf aktuellen Routen?

Die Kreuzfahrtbranche wächst und verändert sich. Während es immer mehr Schiffe gibt, scheint bei den Häfen die Auswahl in manchen Regionen zu schrumpfen….

Die aktuelle News zum Passagierschwund im Hafen von Haifa (Titelfoto) brachte uns zum Nachdenken. Vor vier, fünf Jahren stellte sich die Kreuzfahrtkarte im Mittelmeer noch ganz anders dar. In 2011 haben wir eine tolle Reise durch das östliche Mittelmeer gemacht. Die Ziele waren damals u.a. Haifa, Ashdod, Istanbul und Kusadasi. Der Ausflug nach Jerusalem war ein ganz besonderes Erlebnis und ist uns bis heute unvergessen. Auch der Overnight in Istanbul hat uns nachhaltig beeindruckt und würde uns durchaus nochmals reizen.

Die Klagemauer in Jerusalem hinterlässt bei jedem Besucher einen bleibenden Eindruck

Die Gassen der Stadt sind voller Geschichte…

…und die Bauwerke natürlich auch

Aufgrund hinlänglich bekannter politischer und sicherheitstechnischer Faktoren sind diese Häfen fast vollständig von den aktuellen Routen großer Schiffe verschwunden. Tolle Reisen ins „Holy Land“, Städtetrips nach Istanbul, Fahrten auf dem Schwarzen Meer und Ausflüge nach Ephesus sind mit dem Schiff momentan kaum machbar.

So einen tollen Sonnenuntergang kann man erleben, wenn man über Nacht in Istanbul liegen darf

Einfach beeindruckend: die hängenden Gärten von Haifa (vom Hafen aus gesehen)

Auch die Nordafrikanische Küste liegt vielfach brach. Viele Ziele in Ägypten werden nur noch selten angefahren, Tunesien gar nicht mehr. Und auch in anderen Kontinenten werden Ziele unpopulär. Wegen steigender Kriminalität wird beispielsweise Acapulco momentan von Reedereien gemieden. Aktuell rücken leider auch die Malediven in den Fokus der Beobachtung. Dafür kommen anderswo neue Ziele dazu, die noch vor Jahren als zu gefährlich oder nicht attraktiv galten. So fahren heute fast alle großen Reedereien wieder nach Kuba. Und auch Ziele wie Myanmar, das früher vom Krieg gezeichnet war, können heute bereist werden.

Weltberühmt, aber die Toursiten kommen nicht mehr in Scharen zu den Feldenspringern von Acapulco

Wie erlebt Ihr diese Veränderungen? Welche Ziele habt Ihr in toller Erinnerung und würdet sie – bei anderer Sicherheitslage – gerne nochmals besuchen? Oder habt Ihr in letzter Zeit ein neues Ziel für Euch entdeckt, das es vor ein paar Jahren noch gar nicht auf den Kreuzfahrtkarten gab?
Wir sind gespannt auf Eure Meinung, Fotos und Berichte!

Herzlich,

Eure Irmela

5 thoughts on “Vergessene Häfen – welche Ziele vermisst Ihr auf aktuellen Routen?”

  1. Hallo irmela, das ist eine gute Frage und schwer zu beantworten, im Moment ist es in der Welt ja fast nirgends sicher , viele Deutsche bleiben im Urlaub in Deutschland, dort gibts ja auch schöne Fleckchen , oder wollen diese Länder vielleicht auch nicht die Massen an Menschen, die gleichzeitig das Land „überfallen “ Istanbul und Ephesus usw. schon eine Reise wert. Wir waren vor Jahren mit dem Flieger dort und erkundeten mir einem Mietwagen die Sehenswürdigkeiten. Die Reedereien werden wohl ihre Gründe haben, sie nicht mehr ins Programm genommen zu haben, vielleicht auch zu wenig Interesse, bin gespannt, was die anderen dazu sagen Gruß ins sonnige Hamburg aus der grauen Pfalz

  2. Hallo Irmela,
    die Frage nach der Sicherheitslage ist vermutlich so alt wie der Tourismus selbst. Natürlich ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn die Reedereien bzw. die Veranstalter ein Auge auf die Sicherheitslage haben. Niemand möchte schließlich in einem Kugelhagel landen oder unnötig sein Leben aufs Spiel setzen. Manchmal kommt es mir aber so vor, als ob die Politik bestimmt, wohin die Reise gehen soll. So will mir z.B. nicht recht einleuchten, weshalb einige Ziele an der Schwarzmeerküste gar nicht mehr oder nur noch vereinzelt angefahren werden. Es ist in Mode gekommen, „den Russen“ oder der Einfachheit halber „Putin“ alles in die Schuhe zu schieben. Auch im Umgang mit der Türkei, so scheint es, will man sich alle Türen offen halten und verfolgt keine konsequente Politik. Wohl dem, der schon in Istanbul war. Wir hatten 2015 das Glück, diese großartige Stadt noch vor dem schlimmen Anschlag, erleben zu können, besonders die dreistündige Schifffahrt „Istanbul bei Nacht“ ist uns in bleibender Erinnerung: http://www.reiseberichte-und-meer.de/istanbul.htm Wer schon, vielleicht auch mehrmals, in Israel zu Besuch war, dem kommen diese Diskussionnen mitunter sogar grotesk vor. Bei Licht betrachtet ist Jerusaelm ja ein Pulverfass, das jeden Moment explodieren kann. So waren wir 2010 im Heiligen Land, just an dem Tag da der damilige Vizepräsident der USA, Joe Biden, auch in der Stadt war. Jerusalem glich einer Festung, schwerbewaffnete Soldaten, Polizei, Sicherheitsleute so weit das Auge reichte. Trotzdem ist Costa damals angereist und wir erlebten trotz der genannten Einschränkungen einen tollen Tag. Im vergangenen November waren wir mit MS Amadea erneut in Israel, diesmal war es vergleichsweise ruhig und wir konnten die Ausflüge wieder genießen. Letzten Endes wird es die 100%ige Sicherheitsgarantie nie geben und man muss sich wohl oder übel auf die Einschätzungen der Verantwortlichen verlassen. Aber so lange es noch etwas zu entdecken gibt auf dieser Welt, wird es immer auch Menschen geben, die auf Reisen gehen. Hoffen wir, dass das noch lange so bleibt.

  3. Hallo Irmela!
    Ich meide ehrlich gesagt auch die zur Zeit eher „unruhigen „Gebiete. War vor Jahren auch in Istanbul und habe auch Ephesus besucht. Kulturell sehr interessant und Istanbul eigentlich eine sehr moderne innovative Stadt.
    Vor Jahren wurde eine Reise seitens des Veranstalters aus Sicherheitsgründen storniert und eine Alternative empfohlen. Das war mir damals auch lieber und habe zusätzlich einen Bereich bereist, der vorher nicht so auf meinem „ Zettel „ war.
    Ich denke, bei einer konkreten Reisewarnung sollte man diese auch befolgen. Die Veranstalter können sicherlich gut abschätzen, wie die Lage ist und ziehen zusätzlich wirtschaftliche Aspekte mit ein.
    Liebe Grüße und Tschüss, Kerstin 🙋🏻

  4. Ich habe die „Gnade der frühen Geburt“ wie man so sagt.(geb 1939) So haben wir die unruhigen Länder sehr früh bereist. 1992 waren wir in Ashdod und besuchten Jerusalem und Bethlehem. Mit den Kindern machten wir Badeurlaub in Tunesien 1984 und Ägypten lag auch 1992 „auf dem Weg. Wir konnten die Pyramiden von Gizeh ohne Kalaschnikow besuchen. Acapulco war 1999 schon etwas unruhig. Überhaupt stand bei unseren 71 Kreuzfahrten oft ein Warnhinweis im Tagesprogramm. An Istanbul habe ich sehr bleibende Erinnerung. Wir fuhren mit dem türkischen Schiff „Akdeniz“ von Istanbul. Da gerade Streik war, wurde das Schiff am Auslaufen behindert und lautstark beschimpft.
    Heute würde ich viele Länder im nördlichen Afrika meiden. Ich freue mich z B über Phoenix, die mit den kleinen Schiffen immer wieder andere Häfen ansteuern, so erlebt man auch mal „das dörfliche Norwegen“ oder andere kleine Häfen an Nord- und Ostsee. Urlaub in Deutschland haben wir zur Genüge gemacht und fast alle großen Flüsse bereist.
    Es gibt also genug Alternativen , ich vermisse die angesprochenen „unruhigen“ Ziele nicht.

  5. Istanbul ist sicherlich ein Highlight, was ich gerne noch einmal besuchen würde – aber bei mir ist es weniger die Angst vor Terror, Anschlägen etc., sondern ich habe nur eine Möglichkeit, meiner politischen Meinung Taten folgen zu lassen, in dem ich manches Land meide, auch wenn ich mir bewusst bin, dass gerade die normalen Bürger darunter leiden. Ich kann auch in Ländern, in den unglaubliche Armut herrscht, keinen Urlaub machen, erst recht nicht auf einem Kreuzfahrtschiff.
    Es gibt mittlerweile so viele kleinere Häfen z. B. in Nordeuropa oder Großbritannien, ohne derart viele Touristenströme wie im Mittelmeerraum, die sehenswert und entspannend sind, gerade mit kleineren Schiffen. Ich brauche die vielen „Must have“-Orte nicht, ebenso wie Krisenherde und Verrückte!
    Viele Grüße
    Helga E.-D.

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