Weihrauch und Piraten – so abwechslungsreich kann Kreuzfahren sein

Letzten Samstag hieß es endgültig bye, bye Oman. Nach einem letzten Stopp in Salalah, der Heimat des Weihrauchs, nahmen wir Kurs auf das Piratengebiet am Horn von Afrika…

Salalah ist schon ein spezielles Pflaster. Angeblich gedeiht Weihrauch-Harz hier besser als anderswo auf der Welt, wovon man sich bei Ausflügen ins Hinterland sowie auf den diversen tollen Souks fast an jeder Stelle überzeugen kann… Wenn man es denn an Land schafft, was mir leider nicht geglückt ist. Dafür konnte ich von der Nock aus das Auslaufen bei einem tollen Sonnenuntergang genießen ;-). Und unsere Passagiere haben sich vom Oman mit einer arabischen Nacht verabschiedet. Hier gab es typisch arabisches Essen, Musik und Getränke.

Unser Sicherheitsoffizier und ich verabschieden das Lotsenboot von der Nock aus…

… und genießen dabei den grandiosen Sonnenuntergang 😉

High Risk Area
An Bord mussten wir uns dann aber schon auf die bevorstehenden vier Seetage vorbereiten. Und die haben es in sich! Auf dem Weg ins Mittelmeer steht MS ALBATROS nämlich vor Ägypten und dem Suez Kanal mit der Meerenge Bab al Mandab und dem Golf von Aden eine so genannte High Risk Area für Piraten bevor. Diese Zone erstreckt sich von der VAE und Somalia durch die Meerenge bis durch den Golf von Aden.

Während sich die Gäste auf den arabischen Abend freuen können, sorgen wir hinter den Kulissen für die Sicherheit an Bord

Besondere Vorkehrungen
Alle Schiffe, die diese Region passieren, müssen besondere Sicherheitsmaßnahmen treffen. Wir haben Feuerlöschschläuche ausgelegt, um uns im Notfall mit Wasser verteidigen zu können, extra Wachen und Vorsichtsmaßnahmen installiert und auch die Passagiere informiert, wie sie sich im Angriffsfall verhalten sollen.
Piraten - Abwehr

Zur Abwehr von Piraten werden an Deck Feuerlöschschläuche angebracht

Zudem gibt es im Golf von Aden einen so genannten Transit Korridor, also ein bestimmtes Gebiet, in dem man den Golf angemeldet passiert. Dabei werden Schiffe die ganze Zeit über von den Marineeinheiten überwacht.  Wir haben ca. 24 Stunden für die Passage gebraucht. Während dieser Zeit muss man regelmäßig die zuständigen Streitkräfte, also die Miltär-Verbände, die die Sicherheit der Region im Auge haben, kontaktieren und melden, ob an Bord alles ok ist.
Operation ENDURING FREEDOM
Aktuell wird das Gebiet von der Operation ATALANTA überwacht. Vorgänger dieser Operation war die Operation ENDURING FREEDOM. Während meiner Marinezeit war ich an dieser Operation auch zwei Mal beteiligt und kenne daher das Verfahren auch von der anderen Seite. Dieses Wissen und der aktuelle Bezug zu unserer Route waren dann auch ein guter Aufhänger für einen Vortrag über meine Zeit bei der Marine, den ich am Sonntag gehalten habe.
Ich bin sicher, wir werden die Passage ohne ernsthafte Zwischenfälle meistern, aber ich vermute, dass sich trotzdem etwas Berichtenswertes ereignen wird 🙂
Ich halte Euch auf dem Laufenden…

 

Ein herzliches AHOI,

Euer Christian

 

 

 

 

12 thoughts on “Weihrauch und Piraten – so abwechslungsreich kann Kreuzfahren sein”

  1. Hallo Christian! Das Thema mit der Sicherheit an Bord und Piratenüberfällen war ja schon des öfteren in den letzten Staffeln. Zum Glück scheint bisher euch nichts nennenswertes passiert zu sein und wart immer gut vorbereitet. Aber gibt es diese Überfälle/ oder versuchte? Bisher hört man bei Kreuzfahrtschiffen darüber in den Medien eher nichts . Kannst du was aus deiner Erfahrung bei Marine oder auch Kollegen , darüber berichten?!?
    Ich wünsche dir und deine Kollegen eine friedliche Weiterfahrt. Ganz liebe Grüße, diesmal vom Lister Hafen, wo die Sonne heute tüchtig scheint! Tschüss, Kerstin ??

    1. Hallo Kerstin,

      also Piraten werden sich schwer tun, ein Kreuzfahrtschiff mit so vielen Leuten an Bord zu ueberfallen.
      Es sind eher die kleinen langsamen Tanker die dicht unter der Kueste fahren auf die es die Piraten abgesehen haben.

      LG Christian

  2. Wie soll man sich den als Passagier im Notfall verhalten?

    Es gab sogar mal eine Homepage auf der aktuelle Überfälle verzeichnet waren, finde sie aber nicht mehr. Sogar vor St. Lucia in der Karibik ist das Thema Piraterie noch aktuell.

    1. Liebe Mascha,

      als Passagier soll man sich vor seiner Kabine im Gang einfinden und dort warten, bis weitere Informationen von der Bruecke kommen.
      Das hat den Grund, dass bei einem Beschuss des Schiffes die Passagiere so weit wie moeglich von der Bordwand entfernt sind auf die geschossen wird.
      Auf den Aussendekcs darf sich dann niemand mehr aufhalten.

      LG Christian

  3. Lieber Christian,

    danke für Deine tollen Berichte. Ich freue mich jeden Tag drauf! Und auch auf meine bevorstehende Kreuzfahrt. Lange hast Du nichts vom Kapitän berichtet. Ich hoffe, es ist alles ok?

    Liebe Grüße
    Marion

  4. Hallo Christian.

    Vielen herzlichen Dank für den tollen Bericht. Supi, daß Ihr gut durchgekommen seid u. nix passiert ist.:)
    Ich freue mich schon auf den nächsten tollen Bericht von Dir und wir sehen uns am 13.4. Bin schon gespannt.:)
    Bist Du auch auf der Albatros Marion ?

    LG Uta.

  5. Hallo Christian,
    dann wünsche ich Euch allen ein gutes Durchkommen! Ist ja glatt ein wenig Abenteuerurlaub – aber diese Crew meistert auch das.
    Herzliche Grüße vom sonnigen Rhein
    Helga E.-D.

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