Yangon – Ein ganz besonderer Ausflug

In Yangon haben Roberta und ich einen ganz besonderen Ausflug gemacht. Schon früh am Morgen ging es mit dem Kamerateam los…

Vom Liegeplatz war es ein ganz schönes Stück bis nach Yangon. Deshalb haben wir ein Taxi genommen. Leider standen wir fast zwei Stunden im Stau. Aber danach wurde es dafür umso besser.

Auf dem Markt

In Yangon angekommen sind wir auf einen Stadtteilmarkt gegangen und haben dort allerhand entdeckt. Viele kleine Händler boten unterschiedlichste Dinge an: Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Nüsse, Currypasten… Wie sooft in diesen Ländern sind die hygienischen Verhältnisse mit denen bei uns überhaupt nicht zu vergleichen. Es gibt keinerlei Kühlmöglichkeiten und das Fleisch wird auf dem Boden zerteilt… Trotzdem habe ich Obst und auch frittierten Fisch probiert.

Auf dem Markt wurden Fisch und Fleisch auf dem Boden zerkleinert

Nach dem Marktbesuch sind wir mit einem kleinen Holzboot über den Yangonfluss auf eine kleine Insel gefahren. Die Überfahrt war sehr spannend. Vorbei am Containerhafen haben wir jede Menge anderer Schiffe passiert und auch einige Boote gesehen, die an Land auflagen und offensichtlich schon bessere Tage erlebt haben…

 

Zu Besuch bei einer Familie

Auf der Insel sind wir mit einer Rickscha zu einer Familie gefahren, die hier wohnt. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und zum Essen eingeladen. Die Hütte bestand aus einem einzigen Raum, in dem sich das ganze Leben abspielt. In einer Ecke der Hütte war die Küche, in der uns die Frau ein leckeres Fischcurry, Reis, Suppe und Wasserkresse zubereitet hat. Alle Zutaten werden täglich frisch gekauft und sofort verarbeitet, da es keinen Kühlschrank gibt. Überhaupt leben die Menschen hier sehr bescheiden, ohne die meisten Dinge, die wir als alltäglich ansehen, wie eben ein Kühlschrank. Dabei gehört diese Familie sogar zum Mittelstand in Myanmar. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Menschen aus ärmeren Verhältnissen hier leben…

 

Ein Teil der Familie

Wie schon sooft bei diesen Gelegenheiten, waren alle sehr gastfreundlich. Auch die Nachbarn kamen dazu, und die Hütte war voll. Ich habe zum ersten Mal ein komplettes Essen mit den Fingern gegessen. Das ist hier landestypisch. Dabei sitzt man auf dem Boden um einen kleinen Tisch herum. Wir waren natürlich das Highlight des Tages für die Inselbewohner, und die Kinder sind unseren Rickschas nachgelaufen.

 

Hier wird für uns frisches Fischcurry zubereitet

Bescheiden und glücklich

Im Anschluss sind wir noch zu einer Schiffswerft gefahren und haben uns dort ein altes Fischerboot angesehen, das wieder in Schuss gebracht werden soll. Ehrlich gesagt hatte ich nicht den Eindruck, dass dieses Boot jemals wieder wird schwimmen können. Bei uns würde man so ein Boot gleich verschrotten oder es viel eher in die Werft schicken.

Glaubt Ihr, dass dieses Schiff jemals wieder fahren wird?

Alles in allem mal wieder ein sehr interessanter Tag mit vielen Erkenntnissen. Auch wenn ich mich wiederhole: Wir in Deutschland jammern wirklich auf hohem Niveau und haben Luxusprobleme. Dabei haben wir doch alles, was wir brauchen. Mir kam es fast so vor, als ob die Familie, die wir besucht haben, zufriedener war als die meisten Familien bei uns in Deutschland. Myanmar hat mich sehr beeindruckt. Jetzt sind wir aber schon wieder unterwegs, und ich werde die zwei Seetage nutzen, noch ein bisschen über das Land zu lesen. Unsere nächste Station ist Sri Lanka…

Bis dahin ein herzliches AHOI,

Euer Christian

 

21 thoughts on “Yangon – Ein ganz besonderer Ausflug”

    1. Danke für den interessanten Bericht. Wir waren vor vielen Jahren einmal in Yangon bzw.in Myanmar unterwegs. Auf dem Yangonfluss sind wir aber leider nicht gefahren. besonders auf die Filme freue ich mich heute schon.
      Liebe Grüße

      1. Hallo Helga,

        wir Helgas scheinen wohl stark mit dem „Kreuzfahrt-Virus“ infiziert zu
        sein – sind mittlerweile einige hier unter uns 😉
        Zur besseren Unterscheidung hänge ich jetzt mal ein „E.-D.“ an – ich war nämlich noch nie in Yangon.

        Herzliche Grüße
        Helga E.-D.

  1. Lieber Christian,
    es ist wirklich phantastisch, was Du so erleben kannst. Wenn man diese Ärmlichkeit auf der einen, und die Gastfreundschaft sowie die Freundlichkeit auf der anderen Seite sieht , dann ist es schon unverständlich, warum in dem reichen Europa und auch in Deutschland so viel gemeckert wird. Nicht für umsonst sagt man, daß Reisen bildet und es ist schön, daß Du uns in dieser tollen Form teilhaben läßt. Weiterhin alles Gute und ich freue mich schon wieder auf die nächsten Berichte und Bilder.
    Viele Grüße von Jürgen aus Borsdorf

  2. Hallo Christian!
    Bei dem Boot hätte ich auch so meine Bedenken, obwohl ich mich in diesem Bereich nicht wirklich gut auskenne. Die Menschen vor Ort haben eben keine wirklichen Alternativen und die geldlichen Mittel und müssen das nutzen, was sie haben oder zusätzlich erübrigen können. Das passt auch gut zu deiner Anmerkung mit unseren „Luxus“-Problemen . Ich freue mich , das du mit der total sympathischen Roberta einen schönen Ausflug machen konntest- auch wieder schöne Fotos!
    Liebe Grüße aus dem heute sehr frühlingshaften Ronnenberg! Tschüss Kerstin ??

  3. Hallo Christian,
    wieder eine schöne Erfahrung die Du ohne VnM sicher nie erlebt hättest.
    Danke für den schönen Bericht. Weiterhin viel Spaß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Schöne Grüße
    Bernd

  4. Hallo Christian,
    Ich vergleiche eure Erlebnisse mit unseren Erlebnissen auf Sri Lanka. Dort ist es ähnlich, ein bescheidenes Leben und trotzdem immer freundlich, zumindest bei den Menschen, die wir näher kennengelernt haben. Ich stimme dir zu, wir jammern auf hohem Niveau.
    Weiterhin tolle Erlebnisse und probiert mal den reinen ceylonesischen Tee.

  5. Hi Hi,
    Vielleicht sollte man mal deutsche die immer so viel Meckern mal in solche Länder reisen lassen um zu verstehen das es ihnen in Deutschland sehr gut geht. Ich glaube manchen ist dies nicht bewusst. Ich finde es super das du uns auch die Welt mit deinen Augen erklärst, ich fühle mich dann oft als wäre ich auch da. Großes Lob Mach weiter so.

    Liebe grüße

  6. Hallo Christian,
    heute ist das ja wieder so ein spannender Bericht, und ich bin schon neugierig auf die neue Staffel und was davon im TV gezeigt wird. Ja den meisten Menschen geht es zu gut. Ich glaube auch, dass wenn man nichts anderes kennt und die Familie zusammenhält und man zufrieden lebt, dann ist man auch so glücklich.
    Liebe Grüße

  7. Myanmar ist irgendwie Mittelalter und Jetzt, ich kann mich an ein Erlebnis auf der Rundreise erinnern, da haben Frauen Steine zerkleinert, bis sie für den Straßenbau passten, haben sie dann auf der Straße verteilt und der einzige Mann mit Gummistiefeln – alle anderen hatten Flip Flops an – hat dann mit der Gießkanne Teer darüber gegossen, verrückt. Viele tolle Eindrücke noch?
    Marion Eiselt

  8. Hallo Christian und Kamerateam .Danke das du immer so tolle Reiseberichte schreibst, Dank auch an das Kamerateam Liebe Grüße aus Duisburg und bitte auch einen lieben Gruß an Roberta tolle Frau

  9. Hallo zusammen,

    danke für Eure Meinungen zu diesem doch sehr wichtigen Thema!
    Ich freue mich immer Eure Kommentare zu lesen 🙂

    Viele Grüße von der ALBATROS

    1. Hallo Christian,
      ganz herzlichen Dank für Deine Sichtweise und Einstellung auch “ hinter den Kulissen “ der Hochglanzbroschüren. Ich weiß genau wovon Du sprichst. Vor gut 20 Jahren habe ich in Ostafrika im Hochland mit Familien zusammen gelebt. Es gab keinen Strom, kein fließendes Wasser und natürlich auch noch
      kein Handy. Aber es waren Zeiten, die mich mit geprägt haben und ich sehr vieles aus meinem gewohnten Leben eigentlich gar nicht mehr als elementar und wichtig angesehen habe. Es hat mir nie an etwas gefehlt, auf das ich nicht hätte verzichten können. Ich jedenfalls bin meinem Schicksal immer wieder dankbar, dass ich es mir leisten kann überhaupt Reisen oder auch Kreuzfahrten zu unternehmen. Daher würde ich auch niemals das Personal auf dem Schiff “ springen “ lassen, weil die Grapefruit beim Morgenbuffet nur in Scheiben geschnitten und nicht filetiert ist. ??
      Bleib so wie Du bist mit offenen Augen die Welt zu betrachten.
      Viele Grüße
      Katharina

      1. Hallo Katharina,
        eine super Einstellung – hätte diese doch so manch anderer Passagier…
        Man sollte weder an Land noch an Bord sein Gegenüber als „Dienstbote“ behandeln.
        Und dass wir jeden Morgen einigermaßen gesund aufwachen, das ist keine Selbstverständlichkeit, ebenso wie Frieden und das tägl. Sattessen und Wasser – warum lächeln wir also so selten???

        LG
        Helga E.-D.

        1. Liebe Katharina! Liebe Helga E.-D. Man hätte es nicht besser ausdrücken können und sprecht mir aus der Seele! ?Vielen Dank!
          Ganz liebe Grüße, Kerstin ??

  10. Lieber Christian,

    ich gehe jetzt auch mal zum Du über – irgendwie sitzen wir ja alle in einem Boot;-)
    Unter Bergsteigern ist das ja auch üblich…
    Danke für diesen tiefgehenden Bericht und den Fotos – wie kommt diese Verbindung zu den Familien zustande? Über die örtliche Agentur oder hat hier das TV-Team recherchiert?
    Was für Welten – in dem ihr, aber auch die Passagiere, euch bewegt – dort diese Armut und dann zurück auf den Luxus-Liner! Da müsste doch wirklich auch noch dem letzten Unzufriedenen seine Nörgelei im Halse stecken bleiben – mich machen jedenfalls solche Einblicke, selbst auf diesem Wege, immer sehr demütig und gleich auch wesentlich zufriedener durch den Tag gehen – und das bei heute angesagten fast 20 Grad und purem Sonnenschein am Rhein.
    Liebe Grüße auch an Roberta – einfach eine tolle Frau!
    Helga E.-D. (da jetzt mittlerweile einige Helgas hier unterwegs sind 😉

  11. Hallo Christian,
    hat man Dich bei der „fremden Lady“ nicht auf die Brügggggge gelassen? 😉
    Hinsichtlich der Gewohnheiten bei der Essenzubereitung: wie oft haben wir uns geärgert, wenn uns etwas herunterfällt. Das kann so nicht passieren.
    Jetzt mal ohne Spass: man sollte nie den Blick für das Wesentliche verlieren und sich immer vor Augen halten, wie wir auf andere Menschen und Kulturen wirken, wenn wir sie besuchen und „besichtigen“…
    Sonnige Grüße aus Berlin
    Andi

  12. Lieber Christian,
    jetzt mal zu dem alten Pott. Ich glaube schon, dass sie irgendwann mal das Wrack zu Wasser lassen.
    Die Menschen in den „ärmeren Ländern“, sind handwerklich sehr geschickt und machen aus nichts was Gangbares.
    Ich wünsche es Ihnen von Herzen.
    Gruss Marion

  13. Hallo Christian,

    Vielen Dank für die schönen Bilder und die dazu gehörigen Fotos.
    Zu dem Boot, da sieht man wie verschieden die Länder doch sind.
    Weil wir haben den TÜV usw. der sagen würde bei diesem Boot, das hat ausgedient.
    Aber dort wird es weiterhin benutzt. Und wieso sollte das Schiff nicht schwimmen.
    Und wenn dann nur einmal und Blubb Blubb wech ist es.

    Liebe Grüße
    Rene

  14. Die Einblicke in das Alltagsleben der Bevölkerung, abseits der Touristenpfade, ist ein Markenzeichen des VnM-teams. Andererseits sind das „homestories“. Man geht in den privatesten Bereich der Bewohner und filmt die Privatsphäre. Das ist schon ein Spagat, hier Neugierde und Zurückhaltung in Einklang zu bringen. Ich würde mich freuen, wenn die Einheimischen auch für diese „zur Schau“ stellen einen finanziellen Obulus bekommen. Die leben bescheiden, haben oft wenig für Gesundheitsvorsorge oder Ausbildung. Kann man da vom VnM-team eine Information erhalten, dass die Menschen auch etwas abbekommen, nicht nur ein Eis …., sondern auch eine finanzielle Unterstützung.

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